Präsident Ilham Aliyev im Interview für den TV-Sender Al-Arabiya AKTUALISIERT VIDEO
Baku, 27. August, AZERTAC
Der Präsident der Republik Aserbaidschan, Ilham Aliyev, gab dem Fernsehsender Al-Arabiya ein Interview. Das Interview mit dem Staatsoberhaupt wurde am 26. August auf dem Sender ausgestrahlt. AZERTAC präsentiert das Interview.
Journalistin: Liebe Zuschauer des Senders Al Arabiya, wir begrüßen Sie aus der Hauptstadt der Republik Aserbaidschan, aus der wunderschönen Stadt Baku. Heute habe ich die Ehre, ein exklusives Interview mit dem Präsidenten Aserbaidschans, Ilham Aliyev, zu führen. Dieses Gespräch findet in einer Zeit statt, die dem Abkommen folgt, das mit Unterstützung des US-Präsidenten Donald Trump zwischen Armenien und Aserbaidschan unterzeichnet wurde. Wir erleben derzeit wahrhaft historische Tage, über die wir sprechen werden. Gleichzeitig werden wir auch über die Rolle Aserbaidschans zwischen Ost und West sowie über seine Bedeutung im Südkaukasus sprechen. Herr Präsident, herzlich willkommen beim Sender Al Arabiya.
Präsident Ilham Aliyev: Es freut mich sehr, Sie zu sehen. Willkommen in Aserbaidschan.
Journalistin: Vielen Dank, Herr Präsident. Mit Ihrer Erlaubnis möchte ich nun auf das historische Abkommen eingehen, das zwischen Armenien und Aserbaidschan unter der Vermittlung von Donald Trump unterzeichnet wurde. Ich möchte gerne Ihre allgemeine Einschätzung dazu hören. Wie lange wird es Ihrer Meinung nach andauern?
Präsident Ilham Aliyev: Ich denke, das, was am 8. August in Washington geschehen ist, stellt tatsächlich das Ende der Konfrontation und des Stillstands dar. Wir waren lange Zeit im Krieg mit Armenien. Es war Armenien, das seit Anfang der 1990er Jahre aserbaidschanische Gebiete besetzt hielt. Damals war Aserbaidschan sehr schwach. Wir hatten keine Armee, und Armenien hatte externe Unterstützer, die sie bei der Besetzung aserbaidschanischer Gebiete unterstützten.
Infolge dessen wurden fast 20 Prozent unseres Territoriums besetzt, und wir hatten eine Million Flüchtlinge. Damals war das eine der höchsten Quoten pro Kopf; die Bevölkerung Aserbaidschans betrug 8 Millionen, also war jeder achte obdachlos.
Der Erste Karabach-Krieg endete 1994 mit einem Waffenstillstand, und wir waren in eine Reihe endloser und, wie sich zeigte, nutzloser Verhandlungen verwickelt, die bis 2020 andauerten, als der Zweite Karabach-Krieg begann und wir unsere völkerrechtlich anerkannten Gebiete befreiten.
Vor fast fünf Jahren, während des 44-tägigen Vaterländischen Krieges, stellte Aserbaidschan Gerechtigkeit, internationales Recht und seine Würde wieder her und befreite seine Gebiete. Danach entstand ein gewisses Vakuum im Prozess, weil die Vermittler zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, wie es weitergehen sollte. Wieder einmal war es Aserbaidschan, das anbot, einen Friedensprozess mit Armenien zu beginnen. Wir haben das Verhandlungsformat initiiert und einen Entwurf für ein Friedensabkommen vorgelegt. Tatsächlich beruhte das, was am 8. August in Washington paraphiert wurde, auf der aserbaidschanischen Vorstellung davon, wie die zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan gestaltet werden sollten.
Die Verhandlungen dauerten, wie gesagt, mehrere Jahre und endeten in Washington mit der großen Unterstützung von Präsident Trump und seinem Team. Tatsächlich denke ich, dass dies das Ende des Konflikts, das Ende des Krieges bedeutet. Formal wurde das Friedensabkommen aus einem bestimmten Grund noch nicht unterzeichnet: Es gibt nach wie vor eine Bestimmung in der armenischen Verfassung, die Zweifel an der territorialen Integrität an Aserbaidschan aufkommen lässt.
Wie wir verstehen, wird eine Änderung dieser Verfassung vorgenommen werden. Sobald diese Änderung erfolgt ist und territoriale Ansprüche an Aserbaidschan aus der Verfassung gestrichen sind, wird das formelle Friedensabkommen unterzeichnet.
Die Tatsache, dass Aserbaidschan und Armenien dieses Dokument im Weißen Haus in Anwesenheit von Präsident Trump paraphiert haben, bedeutet, dass der Krieg – ein Krieg, der in mehreren Etappen mehr als 30 Jahre andauerte – beendet ist. Und das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Region Südkaukasus sowie für die weiter gefassten Regionen Zentralasiens und des Nahen Ostens.
Journalistin: Herr Präsident, Sie haben die Änderung in der armenischen Verfassung erwähnt. Wenn wir nun über den Frieden sprechen, könnte eine innenpolitische Veränderung in Armenien, falls sie eintritt, dem Prozess schaden?
Präsident Ilham Aliyev: Es ist schwer zu sagen; ich kann nur Vermutungen anstellen. Ich hoffe, dass nichts den Prozess stört. Aber nochmals: Ich habe keine hundertprozentige Garantie, da ich nicht umfassend über die Innenpolitik Armeniens informiert bin. Wir wissen, dass nächsten Sommer Parlamentswahlen stattfinden werden. Wir wissen, dass sie an einem Entwurf für eine neue Verfassung arbeiten. Aber wenn es starke äußere Einflüsse gibt, dann ja – dann könnte etwas das Vereinbarte gefährden. Und das wäre sehr schädlich für Armenien selbst. Denn unabhängig davon, wer die Dokumente in Washington unterzeichnet hat. Sie wurden im Namen Armeniens vom armenischen Staatsoberhaupt unterzeichnet. Wenn es zu Veränderungen kommt und sie sich von dem, was unterzeichnet wurde, distanzieren, würde das die Beziehungen zwischen Armenien und den Vereinigten Staaten ernsthaft verschlechtern. Und nicht nur mit den Vereinigten Staaten – auch die internationale Gemeinschaft hat diesen Prozess unterstützt: Europa, die Türkei, unsere Freunde in der arabischen Welt – die ganze internationale Gemeinschaft.
Wir stehen dem positiv gegenüber. Ein Bruch dieses Abkommens würde bedeuten, sich gegen die ganze Welt zu stellen. Und was hätten sie davon? Für Armenien ist das, was in Washington unterzeichnet wurde, eine Garantie für Frieden und stabile Entwicklung.
Ich habe ein wenig über den Ersten Karabach-Krieg gesprochen, aber um wirklich zu veranschaulichen, was mit uns geschehen ist, bräuchte man wahrscheinlich Tage oder Monate. Es gab ethnische Säuberungen, es gab den Völkermord von Chodschali, unschuldige Menschen wurden getötet. Wir haben immer noch über 3.000 Vermisste, und in Aserbaidschan herrschten starke Emotionen.
Selbst als der Krieg 2020 mit unserem Sieg endete, gab es immer noch Menschen in Aserbaidschan, die nach Rache verlangten. Aber ich habe ihnen damals gesagt, als ich mich ans Volk wandte, dass wir unsere Rache auf dem Schlachtfeld genommen haben. Wir werden ihnen nicht das antun, was sie uns angetan haben, denn was sie uns angetan haben, waren Kriegsverbrechen.
Was ich sagen will, ist: Wenn eine zukünftige armenische Regierung – wann auch immer sie an die Macht kommt – das in Washington Vereinbarte infrage stellt, wird Armenien auf ernste Komplikationen stoßen. Denn das Machtverhältnis in der Region ist aus allen Perspektiven absolut zu unseren Gunsten. Ich denke, das ist für alle offensichtlich. Und wenn Armenien erneut unsere territoriale Integrität infrage stellt, werden wir angemessen reagieren.
Die Bedeutung des in Washington unterzeichneten Abkommens liegt darin, dass beide Seiten die territoriale Integrität des jeweils anderen anerkennen und ihre zukünftigen Beziehungen auf dieser grundlegenden These des Völkerrechts aufbauen werden. Wenn sie aufhören, unsere territoriale Integrität anzuerkennen, werden wir dasselbe mit ihrer tun. Und wer wird dann gewinnen, wer verlieren? Ich denke, das ist eine rhetorische Frage. Daher hoffe ich, dass jede zukünftige armenische Regierung mit genügend Weisheit und Vernunft handeln wird, um das Vereinbarte nicht infrage zu stellen. Und nochmals: Es handelt sich um ein Abkommen zwischen zwei Staaten, nicht um ein Abkommen zwischen Paschinjan und mir.
Journalistin: Herr Präsident, wie Sie gesagt haben, sollte das Verständnis in Zukunft stabil bleiben. Es gab viele Tragödien in Karabach. Wie haben Sie mit dem Wiederaufbau begonnen? Wir würden gerne mehr über die Binnenvertriebenen erfahren – sowohl armenische als auch aserbaidschanische. Kann man davon ausgehen, dass die Tätigkeit der Minsker Gruppe nun offiziell eingestellt ist?“
Präsident Ilham Aliyev: Ja, die Auflösung der Minsker Gruppe war eine der Bedingungen, die Aserbaidschan bereits in den ersten Verhandlungsphasen gestellt hatte. Unsere Logik war, dass die Minsker Gruppe, die 1992 von der OSZE gegründet wurde, ins Leben gerufen wurde, um den Karabach-Konflikt zu lösen. Wenn Armenien offiziell Karabach als Teil Aserbaidschans anerkennt und erklärt, dass der Konflikt beendet ist, dann wird die rechtliche Existenz der Minsker Gruppe absurd. Wenn sie dennoch darauf bestehen, sie am Leben zu halten, bedeutet das, dass sie weiterhin territoriale Ansprüche auf Karabach erheben. Das war die Grundlage unserer Position. Es hat uns viel Zeit und Mühe gekostet, Armenien davon zu überzeugen, dass beide Seiten einen Brief an die OSZE schreiben und die Minsker Gruppe auflösen sollten. Das geschah in Anwesenheit von Präsident Trump. Nun hat dieser Prozess begonnen, was den rechtlichen Tod der Minsker Gruppe bedeutet, denn sie war bereits seit fast fünf Jahren funktionslos.
Was die Binnenvertriebenen im Ersten Karabach-Krieg betrifft: Es gab keine armenischen Binnenvertriebenen, weil Aserbaidschan kein armenisches Territorium besetzt hat. Sie haben unser Territorium besetzt. Deshalb hatten wir so viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene, die jahrelang unter schwierigen Bedingungen lebten.
Wir haben bereits während der Besatzung mit dem Umsiedlungsprogramm begonnen, weil die Mehrheit von ihnen über ein Jahrzehnt in Zeltlagern lebte. Als ich Präsident wurde, begannen wir sofort mit der Abschaffung dieser Lager, und 2007 war dieser Prozess abgeschlossen. Dennoch lebten Zehntausende in sehr schlechten Bedingungen. Jetzt hat das Rückkehrprogramm begonnen – wir nennen es das Programm der „Großen Rückkehr“. Mehr als 50.000 Menschen wurden bereits in den befreiten Gebieten angesiedelt, und der Prozess geht weiter.
Es gibt zwei große Hindernisse: Erstens Landminen. Die Armenier haben während der Besatzung mehr als eine Million Landminen gelegt. Seit dem Ende des Zweiten Karabach-Krieges im November 2020 sind fast 400 Menschen Opfer von Landminen geworden – über 70 von ihnen kamen ums Leben, viele weitere wurden schwer verletzt. Sie verhindern eine groß angelegte Rekonstruktion, weil wir zuerst für Sicherheit sorgen müssen.
Zweitens: die totale Zerstörung der Infrastruktur in Karabach. Unsere Städte und Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht – sanitäre Anlagen, Wasserversorgung, Elektrizität, Eisenbahnen, Straßen – alles war völlig zerstört. In den ersten Jahren nach dem Krieg haben wir den Großteil unserer Mittel in den Wiederaufbau der Infrastruktur investiert und parallel damit begonnen, Dörfer und Städte wiederaufzubauen. Jetzt befinden wir uns fast im Endstadium der Infrastrukturprojekte. Ich denke, in zwei bis drei Jahren werden sie vollständig abgeschlossen sein.
Jetzt investieren wir mehr in Wohnprojekte. Man sieht es bereits – Gebäude entstehen buchstäblich aus dem Nichts. Unser Ziel ist es, für alle ehemaligen Binnenvertriebenen würdige Wohnbedingungen und Arbeitsplätze zu schaffen. Der Prozess hat begonnen. Wie gesagt, mehr als 50.000 leben bereits wieder auf ihrem angestammten Land.
Journalistin: Herr Präsident, eines der Hauptthemen des Abkommens war die Verwirklichung des aserbaidschanischen Traums – die Realisierung des Sangesur-Korridors, oder wie wir ihn nennen: die Trump-Route. Warum wurde diese Trump-Route ins Spiel gebracht? In welchem Stadium befindet sich dieses Projekt? Wird dieser Korridor eine strategische Rolle zwischen Aserbaidschan und Europa spielen?
Präsident Ilham Aliyev: Um diese Frage zu beantworten, muss ich etwas in die Geschichte zurückgehen und den Menschen erklären, wie es dazu kam, dass Aserbaidschan in zwei Teile geteilt wurde. Das geschah in den ersten Monaten der Sowjetisierung Aserbaidschans. Als das Russische Reich 1917 zusammenbrach, gründete Aserbaidschan die Aserbaidschanische Demokratische Republik– die erste demokratische Republik in der muslimischen Welt, im Mai 1918. Sie existierte bis April 1920, als die russische Armee Aserbaidschan besetzte. Die Bolschewiken, die 1917 die Revolution machten, logen das Volk an. Ihre Slogans lauteten: „Fabriken den Arbeitern, Land den Bauern, Freiheit den Völkern.“ Wir hatten unseren eigenen Staat gegründet, aber sie haben ihn uns genommen. Im November 1920 beschloss die sowjetische Regierung, Sangesur – das, was wir West- Sangesur nennen – von Aserbaidschan abzutrennen und Armenien zu geben. So wurde Aserbaidschan in das Kernland und Nachitschewan geteilt, mit West- Sangesur dazwischen.
In der Sowjetzeit war das kein Problem, weil es keine Grenzen und keine Kriege gab. Man konnte frei mit Auto oder Bahn von Aserbaidschan nach Nachitschewan reisen. Doch als Armenien die Aggression gegen Aserbaidschan begann, schnitten sie diese Verbindung. Sie blockierten den Korridor.
Um nach Nachitschewan zu gelangen, müssen wir heute entweder dorthin fliegen oder mit dem Bus oder Auto durch das iranische Territorium fahren, oder sogar einen längeren Weg über Georgien und die Türkei nehmen, bevor wir Nachitschewan erreichen. Das verursacht viele Unannehmlichkeiten und Probleme.
Nach dem Ende des Zweiten Karabach-Krieges mit unserem Sieg hätten wir diesen Teil mit Gewalt einnehmen können. Damals war die armenische Armee völlig demoralisiert. Es gab 12.000 Deserteure in der armenischen Armee, die vor dem Krieg flohen, und null in der aserbaidschanischen Armee. Unsere Armee war motiviert, das Volk war motiviert, und niemand stand uns im Weg. Wir stoppten am 10. November 2020 an unserer Grenze. Wir haben diesen Teil nicht mit Gewalt eingenommen, aber wir sagten Armenien, dass sie unsere Verbindung zu Nachitschewan nicht blockieren dürfen.
Fast fünf Jahre lang haben wir mit ihnen über diese Verkehrsverbindungen verhandelt. In der Zwischenzeit begannen wir mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke bis zur armenischen Grenze, um sie mit Nachitschewan zu verbinden, und begannen auch mit dem Bau der Autobahnen. Die Autobahnprojekte werden wahrscheinlich nächstes Jahr fertiggestellt, ebenso wie die Eisenbahn.
Aber während dieser fast fünfjährigen Verhandlungen zeigte Armenien keinen konstruktiven Ansatz gegenüber unseren Forderungen oder legitimen Anliegen. Als Präsident Trump und sein Team begannen, sich in den Prozess einzubringen und vermitteln wollten, war unsere Botschaft an sie: Ohne dass der sogenannte Sangesur-Korridor betriebsbereit und sicher ist, sodass aserbaidschanische Bürger sicher auf dieser über 40 Kilometer langen Route reisen können, muss es starke internationale Sicherheitsgarantien geben.
Nur Sicherheitsgarantien von Armenien allein reichen nicht aus. Die Trump-Regierung erkannte dieses legitime Anliegen mit der richtigen Haltung an, und so wurde daraus TRIPP – Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand. Nun, da Präsident Trump dem Sangesur-Korridor seinen Namen gegeben hat, bin ich sicher, dass er bald realisiert wird. Aus bautechnischer Sicht – also der Bau der Eisenbahn – sollte das nicht lange dauern, da es sich nur um 42 Kilometer handelt. Wenn wir es selbst bauen würden, wäre es in einem Jahr fertig. Vielleicht dauert es für Armenien ein paar Jahre länger, da wir viel Erfahrung auf dem Gebiet Eisenbahnbau haben.
Journalistin: Von amerikanischen Investoren?
Präsident Ilham Aliyev: Es ist noch nicht entschieden, aber ja, es ist möglich, dass amerikanische Investoren sich beteiligen. Für uns spielt es eigentlich keine Rolle. Wichtig ist für uns, dass es gebaut wird und es internationale Sicherheitsgarantien gibt. Anders gesagt: Wenn Aserbaidschaner von Nachitschewan zum Kernland und zurückreisen, sollen sie sich nicht unwohl fühlen. Sie sollen keine Angst um ihre Sicherheit haben, angesichts der langjährigen Konfrontation und Feindseligkeit. Ich denke, es steht nun kurz vor der Umsetzung, und es liegt jetzt an Armenien, seinen Teil der Arbeit zu erledigen.
Was uns betrifft: Ich möchte nochmals sagen, dass alle Infrastrukturen zur Verbindung der beiden Teile Aserbaidschans auf unserem Territorium bereits umgesetzt werden. Aber es geht nicht nur um die Verbindung innerhalb Aserbaidschans; es geht auch darum, eine neue Verkehrsroute zu schaffen.
Heute ist der sogenannte Mittlere Korridor, einer seiner Zweige, der über das Kaspische Meer aus Asien kommt, durch Aserbaidschan nach Georgien, in die Türkei und dann nach Europa sowie zu den georgischen Seehäfen führt, der einzige Weg, Asien mit Europa über Aserbaidschan zu verbinden. Der Sangesur-Korridor, oder TRIPP, wird eine alternative Route bieten.
Der zweite Korridor wird durch das Territorium Armeniens verlaufen, und das ist ein Vorteil für Armenien. Ich habe versucht, meinem armenischen Kollegen diese Botschaft zu vermitteln: Sie werden letztendlich ein Transitland. Jedes Land mit Potenzial strebt an, ein Transitland zu sein. Wir zum Beispiel wollen ein Transitland sein. Wir wollen, dass Korridore Aserbaidschan von Ost nach West und von Nord nach Süd durchqueren.
Armenien war aufgrund der Besatzung davon ausgeschlossen – es gibt keinen Transit durch das Land. Mit dem Sangesur-Korridor wird Armenien Transitgebühren für den Transport erhalten. Angesichts der Tatsache, dass das Frachtvolumen von Asien nach Europa durch Aserbaidschan von Jahr zu Jahr wächst, bin ich sicher, dass der Sangesur-Korridor eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen den Kontinenten sein wird.
Journalistin: Herr Präsident, Sie sprachen über die Bedeutung von Sangesur. Nach der Unterzeichnung gibt es zwei Gruppen, ich meine Russland und Iran. Fangen wir mit dem Iran an. Soweit ich weiß, hat der iranische Präsident Aserbaidschan besucht. Er hat sogar aserbaidschanische Wurzeln. Er sprach hier Aserbaidschanisch. Angesichts dieser geopolitischen Veränderungen: Wie entwickeln sich derzeit die Beziehungen zwischen Aserbaidschan und dem Iran?“
Präsident Ilham Aliyev: Ja, Sie haben recht. Der Präsident des Iran hat Aserbaidschan besucht. Tatsächlich besuchte er Aserbaidschan zweimal: einmal zu einem offiziellen Besuch, und dann nahm er am Gipfeltreffen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in dem befreiten Karabach, in der Stadt Khankendi, teil. Wir haben sehr gute Arbeitsbeziehungen mit ihm aufgebaut.
Ja, Sie haben recht – er ist Aserbaidschaner. Er hat dasselbe Blut wie ich. Wir sprechen dieselbe Sprache. Wir brauchen keine Dolmetscher. Er zeigte tatsächlich bei einer öffentlichen Veranstaltung hier sein Wissen über die aserbaidschanische Poesie, und er brauchte keine Notizen. Er ist ein sehr talentierter Mensch.
Journalistin: Das ist interessant.
Präsident Ilham Aliyev: Das ist wirklich eine gute Gelegenheit, und ich denke, unsere persönlichen Beziehungen sowie die Beziehungen zwischen seiner Regierung und meiner sind sehr konstruktiv und freundlich. Was die offizielle Haltung Irans zur neuen Entwicklung betrifft, so halten wir sie für sehr vernünftig und sehr positiv. Wenn ich von offizieller Haltung spreche, meine ich die Haltung des Präsidenten und des Außenministers. Das ist die offizielle Haltung.
Journalistin: Die anderen Positionen…
Präsident Ilham Aliyev: Nun, wir stützen unsere Politik auf jene Politiker, die vom iranischen Volk gewählt wurden und das Mandat haben, ihre Aufgaben zu erfüllen. Und das ist der Präsident. Es gab bestimmte Stimmen einiger ehemaliger Beamter, die jetzt als Berater bezeichnet werden. Ich weiß nicht, welche Art von Ratschlägen sie geben. Die Reaktion darauf war sofort…
Journalistin: Sie meinen Berater des Führers?
Präsident Ilham Aliyev: Ja, ja. Diese Position ist für uns völlig unwichtig. Sie hat null Bedeutung, denn unsere zwischenstaatlichen Beziehungen bestehen zwischen den Regierungen, den Präsidenten und den Außenministern. Deshalb ignorieren wir diese falschen Narrative, die von sogenannten Beratern geäußert wurden, völlig. Für uns ist alles klar. Die Haltung des Präsidenten ist absolut vernünftig und basiert auf der Tatsache, dass der Sangezur-Korridor in keiner Weise eine Bedrohung für den Iran darstellt.
Es gab viele Gerüchte in einigen Medien und auf einigen Internetseiten, dass Aserbaidschan plane, Sangesur zu besetzen oder die iranisch-armenische Grenze zu durchtrennen. Das war absolut falsch. Wir hatten nie solche Absichten. Nochmals: Wenn wir das gewollt hätten, hätten wir es im November 2020 getan. Es wäre sehr einfach gewesen, und in all diesen fünf Jahren wäre es sehr leicht gewesen. Es sind nur 40 Kilometer. Aus militärischer Sicht würde das sowohl von Nachitschewan als auch vom Kernland nicht viel Zeit in Anspruch nehmen.
Journalistin: Aserbaidschan verfügt über die nötige Stärke …
Präsident Ilham Aliyev: Ja, natürlich, natürlich. Und das weiß jeder. Sogar diejenigen, die schlechte Ratschläge geben, wissen, dass wir über diese Stärke verfügen. Wir haben es nicht getan, weil wir keine Aggressoren sind. Wir sind kein Land, das besetzt. Wir sind ein Volk und ein Land, das befreit – und genau das haben wir getan. Unser Krieg war ein gerechter Krieg, ein Befreiungskrieg, ein Krieg auf unserem Boden und ein Krieg um die Wiederherstellung der Gerechtigkeit. Aus dieser Perspektive sind all diese Gerüchte, dass wir geplant hätten, die armenisch-iranische Grenze zu durchtrennen, absolut haltlos. Jeder weiß das. Übrigens, in den fünf Jahren, in denen Armenien die Öffnung des Sangesur-Korridors blockiert hat, haben wir uns mit der iranischen Regierung – also Regierung zu Regierung – darauf geeinigt, eine Umgehung über iranisches Territorium zu bauen, die als Araz-Korridor bezeichnet wird, benannt nach dem Fluss Araz. Aserbaidschan hat bereits viel Geld in den Bau der Brücke über den Fluss Araz investiert, um Armenien zu umgehen. Wenn man sich die Karte anschaut, sieht man, dass das nicht schwierig ist: Man fährt einfach bis an die armenisch-aserbaidschanische Grenze, biegt dann nach links ab, baut eine Brücke über den Fluss und fährt etwa 40 Kilometer auf iranischem Gebiet weiter, bevor man wieder nach Nachitschewan eintritt. Dieses Projekt befindet sich bereits in der Umsetzungsphase. Wenn der Korridor durch Armenien geöffnet wird, haben wir zwei Wege. Wir werden mehr Möglichkeiten haben, Fracht zu transportieren: Einen Weg durch den Iran und einen anderen durch Armenien. Wir haben mit unseren iranischen Kollegen von der Regierung auch darüber gesprochen, dass es notwendig sein könnte, eine Eisenbahn auf der iranischen Seite des Flusses zu bauen. Wenn das geschieht, wenn der Iran das umsetzt, wird ein Teil der Fracht über den Iran transportiert.
Und was noch wichtiger ist – was einige Berater, die schlechte Ratschläge geben, nicht verstehen – ist…
Journalistin: Schon wieder Berater.
Präsident Ilham Aliyev: Das betrifft nicht nur Aserbaidschan und Aserbaidschan, nicht nur Ost und West, sondern auch Nord und Süd – wegen des heutigen Nord-Süd-Korridors.
Journalistin: Ich wollte genau dazu etwas fragen. Darf ich Ihnen eine Frage stellen?
Präsident Ilham Aliyev: Ja.
Journalistin: Wird der Sangesur-Korridor den Nordkorridor im Iran beeinflussen?
Präsident Ilham Aliyev: Er wird nur helfen. Denn der ursprünglich geplante und entworfene Nord-Süd-Korridor verläuft von Nordeuropa über Russland, Aserbaidschan, Iran bis zum Persischen Golf – eine gerade Linie, wenn Sie auf die Karte schauen, verläuft über aserbaidschanisches Territorium, zum Teil direkt entlang der Küste des Kaspischen Meeres.
Journalistin: Diese Routen treffen sich an einem Punkt.
Präsident Ilham Aliyev: Jetzt ja. Das ist also der eigentliche Nord-Süd-Korridor, der vollständig über aserbaidschanisches Gebiet verläuft. Wir haben eine vollständige Eisenbahn- und Straßenverbindung zwischen der russischen Grenze und der iranischen Grenze. Der fehlende Abschnitt befindet sich auf iranischem Gebiet. Dort müssen etwa 150 Kilometer oder mehr gebaut werden, was Zeit in Anspruch nehmen wird – vielleicht mehrere Jahre. Was mit der Verbindung zwischen Nord und Süd geschehen kann, ist, dass sie durch Sangesur führen kann. Wenn man sich die Karte vorstellt: Sie kann von Nordeuropa nach Russland, dann nach Aserbaidschan führen, und von Aserbaidschan durch Sangesur nach Nachitschewan – und von Nachitschewan gibt es eine Eisenbahnverbindung in den Iran, die weiter bis zum Persischen Golf führt. Tatsächlich wird der Sangesur-Korridor nicht nur ein Ost-West-, sondern auch ein Nord-Süd-Verkehrskorridor sein. Und anstelle eines einzigen Nord-Süd-Korridors von Russland in den Iran über Aserbaidschan, werden wir einen zweiten haben: von Russland über Aserbaidschan, Armenien, Nachitschewan bis in den Iran. Das ist, denke ich, eine Win-Win-Situation für die gesamte Region – es wird keine Verlierer geben. Und ich weiß, dass die iranische Regierung – um auf Ihre Frage zurückzukommen – das versteht. Aserbaidschan wird alles tun, um die regionale Zusammenarbeit zwischen allen Ländern der Region zu stärken.
Journalistin: Derzeit, wie wir wissen, gab es auf der anderen Seite einen Abschuss eines aserbaidschanischen Flugzeugs durch Russland, und die Beziehungen sind nicht mehr dieselben. Wird es einen Versuch geben, die diplomatischen Beziehungen zu überarbeiten? Wie ist der aktuelle Stand dieser Beziehungen?
Präsident Ilham Aliyev: Der Abschuss eines aserbaidschanischen Zivilflugzeugs durch Russland und die Reaktion russischer Beamter darauf haben in Aserbaidschan große Frustration und Enttäuschung ausgelöst. Zunächst einmal hätte dieser Abschuss gar nicht erst passieren dürfen. Denn wenn es Drohnenangriffe auf russische Flughäfen gibt, wird ein spezielles Regime ausgerufen – auf Russisch nennt man das „Kover“ (Teppich) – und alle Flugzeuge erhalten ein Signal, dass ein Drohnenangriff stattfindet, und kehren um. Zwei Wochen vor diesem Absturz ist genau das mit unserem Flugzeug passiert, das in dieselbe russische Stadt flog. Es erhielt das Signal und kehrte um. Dieses Mal wurde das Signal nicht gegeben. Das Signal wurde erst gegeben, nachdem das Flugzeug bereits abgeschossen worden war. Das wurde nur getan, um diejenigen, die den Vorfall untersuchen würden, in die Irre zu führen. Sie haben zweimal geschossen. Nur durch den großen Professionalismus und Mut der Piloten war es möglich, das Flugzeug landen zu lassen – und zum Glück in Kasachstan, nicht in Russland. Es landete in Kasachstan, es gab eine Bruchlandung. Einige Menschen überlebten, und wir haben Zeugen. Zwei Menschen, die im Flugzeug waren, wurden durch Splitter verletzt, die den Rumpf durchdrangen. Wir haben die Überreste des Flugzeugs – ich habe sofort ein Team entsandt. Der Ort ist nicht weit entfernt, nur etwa 40 Minuten Flugzeit. Unser Team war sofort vor Ort und hat alles dokumentiert. Das kann man im Internet finden. Der gesamte Rumpf war von Splittereinschlägen durchlöchert. Das Flugzeug wurde von einem russischen Luftabwehrsystem getroffen. Dieser Abschuss hätte also nicht passieren dürfen – es war ein tragischer Fehler. Ich kann Ihnen ein Beispiel aus dem Zweiten Karabach-Krieg nennen: Am letzten Tag des Krieges, dem 9. November, hat Aserbaidschan versehentlich einen russischen Hubschrauber abgeschossen, der sich der aserbaidschanischen Grenze näherte, wo er eigentlich nie zuvor war. Denn in 30 Jahren hatten russische Hubschrauber nie die aserbaidschanische Grenze von armenischem Gebiet aus angeflogen. Er kam aus Armenien, also war es für diejenigen, die ihn abgeschossen haben, logisch anzunehmen, dass es sich um einen armenischen Hubschrauber handelte, der unser Gebiet verletzte. Sie haben ihn abgeschossen. Noch am selben Tag habe ich den russischen Präsidenten angerufen und mich entschuldigt. Wir haben sofort Entschädigungen an die Familien der getöteten Piloten und an das Verteidigungsministerium gezahlt. Wir haben eine Untersuchung eingeleitet, und diejenigen, die diesen tragischen Fehler begangen haben, wurden zur Rechenschaft gezogen. Von russischer Seite haben wir nichts dergleichen gesehen. Das tragische Ereignis am 9. November und unser Verhalten haben uns eigentlich erwarten lassen, dass man sich uns gegenüber genauso verhalten würde – schließlich bezeichnen sich unsere beiden Länder als Freunde. Aber das war eine große Enttäuschung. Bis heute haben sie nicht gesagt, was genau passiert ist. Das ist eine ernste Angelegenheit in unseren bilateralen Beziehungen. Aber wir wollten die Beziehungen nicht verschärfen. Ja, unser Volk war enttäuscht, wütend und frustriert. Wir warteten auf die Untersuchung, in der Hoffnung, dass sie irgendwann abgeschlossen würde. Dann begannen unprovozierte Angriffe auf Aserbaidschaner in Russland. Zwei Menschen wurden getötet und gefoltert, und dann lautete die offizielle Information, dass sie an einem Herzinfarkt gestorben seien. Selbst wenn sie – wie behauptet – vor 20 Jahren ein Verbrechen begangen haben, sind sie immer noch Menschen. Sie dürfen nicht so behandelt werden. Was ist das für eine Haltung? Unter ihnen waren sowohl aserbaidschanische Staatsbürger als auch russische Staatsbürger aserbaidschanischer Herkunft. Das war ein beispielloser Akt gegen unser Volk. Wir sind nicht verantwortlich für die Verschlechterung der Beziehungen. Wir reagieren konstruktiv und rechtlich einwandfrei – aber wir werden niemals irgendein Zeichen von Aggression oder Respektlosigkeit gegenüber uns tolerieren.
Journalistin: Nach all dem eine abschließende kurze Frage, insbesondere im Hinblick auf die russische Haltung: Befürchten Sie, dass Russland in der Region Schritte unternehmen könnte, um das Vorhaben Aserbaidschans zu stoppen? Ich meine dabei vor allem auf geografischer Ebene, etwa in Bezug auf den Korridor und alle damit verbundenen Aspekt?
Präsident Ilham Aliyev: Nun, Russland hat eine Militärbasis in Armenien mit mehreren tausend Soldaten. Gleichzeitig wird die armenische Grenze zu Iran und zur Türkei von russischen Grenzschutzkräften geschützt. Es gibt keinen einzigen russischen Soldaten auf aserbaidschanischem Boden. Was in Armenien passieren könnte, weiß ich nicht – aber ich möchte nicht an dieses negative Szenario denken.
Journalistin: Kommen wir nun zum Nahen Osten. Auch dort übernehmen Sie eine Vermittlerrolle zwischen den Ländern der Region und Israel. Sie unterstützen Syrien bei der Erdgasversorgung. Wie beurteilen Sie die aktuellen Entwicklungen zwischen Syrien und Israel? Sehen Sie Perspektiven für eine Normalisierung oder Fortschritte?“
Präsident Ilham Aliyev: Ich denke, es gibt Chancen für eine Normalisierung zwischen Israel und Syrien. Zunächst möchte ich Ihre Bemerkung zum Thema Erdgas für Syrien aufgreifen. Wissen Sie, wir hatten mehr als ein Jahrzehnt keinerlei Beziehungen zur Regierung von Präsident Assad. Sie behandelten Aserbaidschan sehr unfair im Konflikt mit Armenien und standen auf der Seite Armeniens, was für uns sehr seltsam war. Denn wir erhielten während der Besatzungsjahre breite Unterstützung aus der islamischen Welt, besonders von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), die uns stets unterstützte. Aserbaidschan legt großen Wert auf islamische Solidarität. Mit Armenien zu sympathisieren – einem Land, das Moscheen zerstörte und darin Schweine und Kühe hielt, war für uns inakzeptabel.
Deshalb brachen beide Seiten – Assads Regierung und unsere – alle Kontakte für über ein Jahrzehnt ab. Als dann eine neue Regierung in Syrien an die Macht kam, waren wir sehr aufgeschlossen. Ich traf mich im April in der Türkei mit Ahmed al-Sharaa und lud ihn zu einem offiziellen Besuch nach Aserbaidschan ein – und er kam. Wir begannen, humanitäre Hilfe zu leisten. Ich schickte ein großes Team unter Leitung des Vizepremiers nach Syrien, um zu prüfen, wie wir helfen können. Wir wollen nur Frieden für dieses Land, für die Menschen, die so viele Jahre gelitten haben, und wir möchten, dass sie in Frieden leben und Entwicklung erleben können. Das hat begonnen, und dann sind wir auf das Problem der Stromknappheit aufmerksam geworden und haben angefangen zu überlegen, wie wir helfen können. Wir organisierten eine trilaterale bzw. sogar quadrilaterale Zusammenarbeit – Aserbaidschan, Syrien, Türkei und Katar, um Syrien mit Erdgas zu versorgen. Die Zeremonie zum Start dieses Prozesses fand am 2. August statt. Aserbaidschanisches Gas fließt über die Türkei nach Syrien, und die katarische Regierung stellt großzügig die Finanzierung sicher. Bisher haben wir etwa 1,2 Milliarden Kubikmeter Gas vereinbart, aber der Bedarf ist höher. Wir können das Volumen künftig erhöhen. Gleichzeitig haben Verhandlungen zwischen Israel und Syrien unter unserer Vermittlung begonnen. Wir wollen Frieden in unserer Region. Als Land, das unter Krieg und Vertreibung gelitten hat, wissen wir, wie es ist, Flüchtling zu sein, ohne Strom, Wasser oder Nahrung zu leben. Wir sind seit Jahren ein Geberland – wir leisten humanitäre und finanzielle Hilfe an über 80 Länder. Unser Ziel ist es, Frieden zu schaffen und eine stabile Situation zwischen Israel und Syrien zu erreichen. Wenn wir dabei ein wenig helfen konnten, sind wir zufrieden.
Journalistin: Israel hat dieser Normalisierung unter Achtung der territorialen Integrität Syriens zugestimmt?
Präsident Ilham Aliyev: Ja, definitiv. Aserbaidschan, das selbst unter Verletzung seiner territorialen Integrität gelitten hat, unterstützt die territoriale Integrität aller Länder. Unsere Position dazu ist klar. Bereits seit den ersten Tagen der russischen Invasion in der Ukraine unterstützen wir die territoriale Integrität der Ukraine. Natürlich ist auch die Einheit Syriens die Grundvoraussetzung für jegliche Normalisierung – nicht nur rechtlich, sondern auch physisch, mit zentralen Institutionen. Wir sind strikt gegen jede Form von Separatismus, egal ob in Karabach, Syrien oder anderswo.
Journalistin: Aserbaidschan spielt eine wichtige Rolle in der Vermittlung. Was ist mit der Beziehung Türkei–Israel? Vermitteln Sie auch dort? Vor allem im Hinblick auf die kurdische Frage, die die Türkei betrifft?
Präsident Ilham Aliyev: Nun, wir bemühen uns, hilfreich zu sein, wenn wir eine Chance auf Normalisierung sehen. Während der ersten Phase der Normalisierung zwischen der Türkei und Israel wurde die Rolle Aserbaidschans von beiden Ländern sehr geschätzt. Sie wissen ja, es gab einen Besuch des israelischen Präsidenten Isaac Herzog in der Türkei, und wir waren erfreut, dass die beiden Länder gemeinsame Grundlagen fanden. Derzeit sind die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel jedoch angespannter denn je. Daher werden wir, wenn wir um Unterstützung gebeten werden, eingreifen. Wenn nicht, versuchen wir, mit weniger öffentlichen diplomatischen Maßnahmen zu helfen, gemeinsame Lösungen zu finden. Denn das Wichtigste ist Sicherheit und Schutz. Wir wissen sehr gut um den Wert der Sicherheit. Wir waren über 30 Jahre in unterschiedlichen Kriegsformen verwickelt, was einen vollkommen darauf fokussiert.
Für mich als Präsident war dieses Thema in den 17 Jahren seit meinem Amtsantritt bis zur Befreiung von Karabach die Nummer eins, Nummer zwei und Nummer zehn. Ich war Tag und Nacht vollkommen darauf fokussiert. Das hat natürlich nicht nur mich, sondern das gesamte Team von vielen anderen Dingen abgelenkt, die schneller und effizienter hätten erledigt werden können. Jede potenzielle Bedrohung, selbst eine hypothetische Gefahr einer physischen Konfrontation, ist schädlich für die Menschen, für die Länder, für die Wirtschaft, für deren Kreditwürdigkeit – für alles. Deshalb versuchen wir, auf Basis unserer Erfahrungen Unterstützung zu leisten, denn wir haben die Erfahrung der Besetzung, die Erfahrung eines siegreichen Landes, die Erfahrung von Krieg – und jetzt haben wir auch die Erfahrung, wie man Frieden erreicht. Wir wissen, wie man das macht, und unsere vielfältige außenpolitische Ausrichtung ermöglicht es Aserbaidschan, mitten im Geschehen zu sein, denn nur wenige Länder können heute auf eine sehr ehrliche Weise mit denen sprechen, die derzeit schwierige Beziehungen haben. Wir sind bereit dazu und hoffen, dass es funktioniert. Aber natürlich wollen wir uns niemandem aufdrängen. Wir tun einfach das Notwendige, wenn wir darum gebeten werden.
Journalistin: Zwei kurze Fragen: Ihr Gas geht nach Europa und in den Osten. Gibt es die Möglichkeit, dass auch arabische Länder davon profitieren? Und wie sind Ihre Beziehungen zur arabischen Welt?
Präsident Ilham Aliyev: Was die Energie betrifft, haben Sie Recht. Unser Hauptziel für Erdgas ist Europa. Wir liefern Gas an zehn europäische Länder, von denen acht Mitglied der EU sind. Für diese Länder spielt aserbaidschanisches Gas eine wichtige Rolle in der Energiesicherheit, und diese Rolle wird weiter wachsen. Ich habe unsere Pläne für die kommenden Jahre bereits öffentlich angekündigt. Bis 2030 werden wir zusätzlich zu dem, was wir heute haben, garantierte 8 Milliarden Kubikmeter Erdgas bereitstellen. Die Frage ist, wie und in welche Richtung wir dieses Gas nutzen werden.
Natürlich ist der Einstieg in den Nahen Osten mit unseren natürlichen Ressourcen eine erstmalige Erfahrung für uns. Wie ich bereits sagte, denken wir, dass wir das Gasvolumen nach Syrien erhöhen und auch Gaslieferungen an andere Länder über die Arabische Gaspipeline oder auf andere Weise, wie etwa über Swaps, bereitstellen können. Wir handeln auch mit Energieressourcen. Wir verkaufen nicht nur unser eigenes Öl und Gas, sondern agieren auch als internationaler Händler. Unser Potenzial ist also größer, als man sich vorstellen kann. Aus dieser Perspektive halte ich das für einen wichtigen Faktor.
Übrigens sind unsere wichtigsten Investoren im Bereich der erneuerbaren Energien Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. Sie investieren bereits jetzt. Unser Potenzial im Bereich der erneuerbaren Energien sollte nicht unterschätzt werden. Bis 2030 planen wir, basierend auf unterzeichneten Verträgen und Investitionen vor allem aus den VAE, Saudi-Arabien und China, sechs Gigawatt an Solar- und Windenergie zu erreichen.
Wir bauen auch aktiv Wasserkraftwerke in Karabach; fast 300 Megawatt wurden bereits geschaffen. Dies ist ein wichtiger Teil der Beziehungen zwischen Aserbaidschan und den Ländern des Golf-Kooperationsrats, denn wir verfügen über fossile Brennstoffe und arbeiten gleichzeitig aktiv an erneuerbaren Energien. Gemeinsam können wir viele gute Projekte umsetzen. Zum Beispiel wurde ADNOC, ein sehr bedeutendes Energieunternehmen aus den VAE, Anteilseigner an einem unserer größten Gasfelder im Kaspischen Meer. Gleichzeitig wurde unsere staatliche Gesellschaft SOCAR Anteilseigner bei einem Ölprojekt in den VAE. Wir befinden uns derzeit in einer aktiven Phase der Arbeit an einem breitgefächerten Investitionsportfolio. Die politischen Beziehungen sind ausgezeichnet. Daher konzentrieren wir uns auf praktische Investitionsprojekte im Energiebereich, aber nicht nur dort, sondern auch im Gastgewerbe, Tourismus und in der Landwirtschaft. Viele Projekte stehen in der Pipeline. So wurde beispielsweise eines der führenden Unternehmen Saudi-Arabiens von uns als Partner für den Bau einer Entsalzungsanlage am Kaspischen Ufer ausgewählt, die viele Möglichkeiten für die Landwirtschaft und für die Menschen schaffen wird.
Dies ist ein großer Bestandteil unserer außenpolitischen Agenda – eine der Hauptprioritäten unserer Außenpolitik – die Zusammenarbeit mit den Golfstaaten.
Journalistin: Außerdem, Herr Präsident, wir denken, dass Ihr Land eine wichtige Rolle in den regionalen Prozessen spielt. Gibt es einen Schritt, den Aserbaidschan unternehmen kann, um die Beziehungen zwischen den sunnitischen und schiitischen Gemeinschaften zu verbessern?
Präsident Ilham Aliyev: Nun, wissen Sie, in der aserbaidschanischen Gesellschaft leben Muslime aller Glaubensrichtungen wie eine Familie zusammen, und es gab meiner Meinung nach niemals eine Spaltung zwischen den verschiedenen Richtungen des Islam.
Journalistin: Nicht hier, sondern allgemein.
Präsident Ilham Aliyev: Ja.
Journalistin: Sie sehen das als Plattform, also dass Sie als Vermittler fungieren und es als Kommunikationsplattform zwischen ihnen nutzen.
Präsident Ilham Aliyev: Absolut, Sie haben völlig recht, aber das basiert auf unserer Erfahrung. Es beruht nicht nur auf Slogans oder Statements, denn davon kann es viele geben, sondern man muss das Kernproblem betrachten und wie diese Themen in Aserbaidschan angegangen werden. Für uns steht zunächst die nationale, ethnische Identität im Vordergrund. Zweitens die Staatsbürgerschaft, oder vielleicht kommt die Staatsbürgerschaft zusammen mit der ethnischen Identität an erster Stelle. Dieses sektiererische Thema spielt für die absolute Mehrheit in Aserbaidschan keine Rolle, nicht einmal an hundertster Stelle. Die Aserbaidschaner als ethnische Gruppe bestehen aus Vertretern verschiedener Zweige des Islam. Aber wir sind alle durch unsere Ethnie, unsere Sprache und unseren Staat vereint. Und nicht nur Muslime, sondern auch Angehörige anderer Religionen in Aserbaidschan empfinden das ebenso.
Was wir hier in der Zeit der Unabhängigkeit getan haben, ist, diese positiven Entwicklungen zu stärken. Es ist eines der wenigen Länder, in denen Schiiten und Sunniten gleichzeitig in derselben Moschee beten. Wir trennen sie nicht. Und wir sind der Ansicht, dass die größte Bedrohung für die muslimische Welt die sektiererische Spaltung ist. Diejenigen, die eine solche Spaltung propagieren, richten den größten Schaden in der muslimischen Welt an. Wir müssen vereint sein. Wir sind Muslime, und für uns hat die oberste Priorität. Wir müssen absolut frei von jeglicher fremden Einmischung bleiben. Wir haben diese Werte nicht nur vertreten, sondern mussten uns ideologisch gegen alle Arten von Einmischungen schützen, gegen Versuche, den Samen des Hasses unter Muslimen zu säen.
Das wird in der muslimischen Welt sehr geschätzt, und meine zahlreichen Treffen mit führenden religiösen Persönlichkeiten der muslimischen Welt zeigen, dass unser Beitrag in der politischen und religiösen Sphäre hoch anerkannt wird. Wir zeigen, dass es möglich ist, und wir erzählen eine Erfolgsgeschichte, die von Frieden, Stabilität und Wohlbefinden geprägt ist. Genau das brauchen die Menschen. Die Menschen wollen in Frieden leben, ihre Kinder großziehen, glücklich sein, Arbeit haben und keine Angst davor haben, dass Bomben auf ihren Köpfen fallen oder dass jemand eine Bombe in ihrer Nachbarschaft platziert.
Wir leisten viel im Bereich des interkulturellen Dialogs. Alle zwei Jahre veranstalten wir internationale Konferenzen zum interkulturellen Dialog, bei denen wir all diese wichtigen Themen ansprechen – nicht nur für Muslime, sondern für alle Religionen. Aus dieser Perspektive basiert unsere Rolle vor allem auf dem, was wir hier erreicht haben, und so kann es auch anderswo funktionieren. Ich denke, dass es in den politischen Kreisen der absoluten Mehrheit der muslimischen Länder – und ich habe viele Kontakte zu Präsidenten – ein Verständnis dafür gibt, dass Muslime vereint sein müssen und die sektiererische Spaltung eine Bedrohung für unsere Einheit darstellt.
Journalistin: Also unterstützen Sie die Vision der Golfstaaten von „Frieden für Wohlstand“.
Präsident Ilham Aliyev: Genau.
Journalistin: Herr Präsident, Sie hatten ein Treffen mit Präsident Trump. Ich halte ihn für eine außergewöhnliche Figur unter den amerikanischen Präsidenten. Was hat Sie bei diesem Treffen am meisten beeindruckt? Werden Sie ihn wirklich für den Friedensnobelpreis nominieren?
Präsident Ilham Aliyev: Ja, das stimmt. Gemeinsam mit einem armenischen Kollegen haben wir Präsident Trump für den Friedensnobelpreis nominiert. Er hat es wirklich verdient. Wie ich bereits vor einigen Monaten in Washington gesagt habe, hat er ein Wunder in Afrika, in Asien und im Südkaukasus vollbracht. Und das ist sein Charakter. Das ist seine Natur. Er will Frieden. Er ist eine völlig andere Persönlichkeit als das traditionelle Bild eines westlichen Leaders. Er ist sehr freundlich. Er ist sehr großzügig. Er war so großzügig, alle seine Geschenke zu geben, sogar mehr als geplant. Er ist wirklich jemand, der viel Anerkennung verdient. Das war mein erstes Treffen mit ihm. Aber meine Haltung zu ihm als Politiker war immer positiv. Schon während seiner ersten Amtszeit, obwohl wir uns damals nicht treffen konnten, besonders, als er durch Wahlbetrug von Vertretern des „Deep State“ um seine Wiederwahl gebracht wurde. Man hat ihm den Sieg gestohlen. Und was er sagt, dass Briefwahl beendet werden muss, ist absolut richtig. Denn amerikanische Regierungen reden immer der ganzen Welt vor, wie man lebt, wie man Demokratie aufbaut, wir alle wissen das, wie man Wahlen durchführt, aber sie selbst haben den größten Wahlbetrug gegen Präsident Trump begangen und ihm den Sieg genommen. Während dieser Zeit, als er kein Präsident war, verhielt er sich sehr würdevoll. Er zeigte großen Mut und Würde und kam zurück in Amerika, trotz all dieser Frösche im Sumpf, wissen Sie, wie USAID, Radio Liberty, Fake News, Washington Post, New York Times, Wall Street Journal, Newsweek – alle waren gegen ihn. Alle diffamierten ihn, genauso wie sie mich diffamierten, vielleicht nicht in gleichem Ausmaß, aber auf ähnliche Weise, verbreiteten Gerüchte.
Journalistin: Das passierte während der Biden-Administration…
Präsident Ilham Aliyev: Ja…
Journalistin: Sie bestanden darauf, Abschnitt 907 beizubehalten…
Präsident Ilham Aliyev: Biden hat Abschnitt 907 wieder eingeführt. Abschnitt 907 war 2001 aufgehoben worden. Warum? Weil sie uns in Afghanistan brauchten. Sie brauchten unseren Luftraum, sie brauchten unser Meer, und sie brauchten die Eisenbahn. Wir haben die amerikanische Logistik und den Transport sehr wichtig unterstützt. Sobald Biden aus Afghanistan floh, setzten sie die Sanktionen wieder ein. Wie undankbar kann man sein? Was sollen wir von Ihnen halten? Wir haben alle Beziehungen zu ihnen abgebrochen. Mit der Biden-Regierung gab es Null Kontakt. Das war eine Katastrophe. Trump ist da völlig anders. Er ist eine Person, von der ich sicher bin, dass er Amerika nicht nur wieder groß machen wird, sondern auch wieder bewundernswert, so wie wir es alle in früheren Zeiten getan haben, als Amerika ein Symbol für Wohlstand, Freiheit und Entwicklung war. Er wird es schaffen. Ich bin sicher, wenn er es in sechs Monaten schafft, Frieden an so vielen Orten zu bringen, dann wird er es schaffen. Aber er hat starken Widerstand; das System ist gegen ihn. Und was mich besonders berührt hat, war, wie er sich während des Attentatsversuchs verhalten hat. Das kann man nicht spielen – kein Redenschreiber, kein politischer Berater kann das nachahmen. So reagiert ein Mensch. Er ist ein mutiger Mann und ein großartiger Führer, und ich bin wirklich stolz, dass er mich als Freund betrachtet.
Journalistin: Herr Präsident, lassen Sie mich mit meiner letzten Frage abschließen. Aserbaidschan spielt eine wichtige Rolle unter den türkischsprachigen Staaten. Wie sehen Sie diese Rolle? Wie stellen Sie sich die Rolle Aserbaidschans in seiner Region und Nachbarschaft in der Zukunft vor?
Präsident Ilham Aliyev: Die Organisation der Turkstaaten hat großes Potenzial. Aserbaidschan war immer ehrlich bemüht, diese Institution zu stärken. Sie begann als eine Art Ländergruppe, als Beratungsgremium, als Rat, aber dann hat sie sich weiterentwickelt. Sie hat ein großes Potenzial. Unsere engen Beziehungen zur Türkei basieren heute auf der Allianz-Erklärung, die wir 2021 mit Präsident Erdogan in Schuscha unterzeichnet haben, die uns militärisch und politisch verbündet. Aus rechtlicher Sicht ist das ein wichtiger Faktor, nicht nur für beide Länder, sondern für die gesamte türkische Welt. Letztes Jahr haben wir auch ein Bündnisabkommen mit Usbekistan und anderen Mitgliedern der Organisation der Turkstaaten unterschrieben. Wir haben strategische Partnerschaftsabkommen oder -erklärungen. Das ist ein großes Potenzial.
Wir sind durch unsere Wurzeln verbunden, was diese Organisation einzigartig macht. Wenn man andere internationale Organisationen betrachtet, sind nicht alle – oder nur wenige – durch eine gemeinsame ethnische Gruppe verbunden. Ja, wir sind unterschiedliche Völker, aber wir alle haben gemeinsame… unsere Wurzeln, die aus der türkischen Ethnie stammen, wir haben eine wachsende Bevölkerung, was für jedes Land auch ein wichtiger Faktor ist. Wenn das von wirtschaftlicher Entwicklung unterstützt wird, ist das ein Vorteil. Manchmal ist es ein Nachteil, wenn Länder arm sind, aber unsere Länder sind nicht arm. Wir haben natürliche Ressourcen, nicht in jedem Land, aber in vielen.
Wir haben eine große geographische Verbreitung. Die Türkei ist eine führende Militärmacht auf globaler Ebene, in der NATO die zweitgrößte Armee nach den Vereinigten Staaten. Die aserbaidschanische Armee hat sich ebenfalls im Kampf bewährt, nicht nur bei Paraden.
Und die Vernetzung. Wenn wir heute über Korridore sprechen, kann man uns nicht umgehen. Man muss uns, unsere Territorien, unsere Infrastruktur nutzen. Ebenfalls wichtig ist, dass in allen Mitgliedsstaaten politische Stabilität herrscht, freundschaftliche Beziehungen zueinander und auch zu allen anderen. Das macht die Organisation wirklich einzigartig. Deshalb müssen wir sie stärken, und wir müssen sie durch konkrete Projekte, Investitionen, Energie, Transport und Kulturprojekte stärken. Ich sehe diese Organisation in der Zukunft als einen wichtigen globalen Akteur. Unsere Vision ist es, sie in einen globalen Akteur zu transformieren, der auf der internationalen Bühne eine Rolle spielt, der sich nicht nur mit internen Angelegenheiten beschäftigt, sondern eine stabilisierende, positive Rolle übernimmt, Möglichkeiten für die Nachbarn schafft und zeigt, dass man auf so einem großen geographischen Gebiet eine starke Einheit bilden kann, die keine Bedrohung für irgendjemanden darstellt, sondern eine Chance für viele ist.
Journalistin: Es freut uns, Sie wiederzusehen. Herr Präsident, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben. Vielen Dank, dass Sie uns hier in Baku empfangen haben. Lassen Sie mich abschließend sagen: Ich möchte Ihnen meine aufrichtige Dankbarkeit aussprechen. Wir haben uns sehr gefreut, Sie auf dem Al-Arabiya-Kanal zu haben. Herr Präsident, vielen Dank. Liebe Zuschauer, damit endet unser Spezialinterview. Wir hatten die Ehre, den Präsidenten von Aserbaidschan in der Hauptstadt Baku zu interviewen.