Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

13. Globales Baku-Forum unter dem Motto „Überwindung von Meinungsverschiedenheiten in einer Welt im Wandel“ eröffnet
Präsident Ilham Aliyev spricht bei Eröffnungszeremonie des Forums AKTUALISIERT VIDEO

Baku, 12. März, AZERTAC

Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik Aserbaidschan, Ilham Aliyev, und organisiert vom Internationalen Nizami-Ganjavi-Zentrum begann im Gulustan-Palast in Baku das 13. Globale Baku-Forum unter dem Motto „Überwindung von Meinungsverschiedenheiten in einer Welt im Wandel“.

Der Präsident der Republik Aserbaidschan, Ilham Aliyev, nahm an der Eröffnungszeremonie des Forums teil.

Zunächst wurde ein Erinnerungsfoto aufgenommen.

Der Co-Vorsitzende des Internationalen Nizami-Ganjavi- Zentrums, Ismail Serageldin, der das 13. Globale Baku-Forum für eröffnet erklärte, begrüßte die Teilnehmer der Veranstaltung und betonte die besondere Bedeutung der beim Forum geführten Diskussionen. Anschließend erteilte er Präsident Ilham Aliyev das Wort für seine Rede.

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Das Staatsoberhaupt hielt bei der Eröffnungszeremonie eine Rede.

Rede von Präsident Ilham Aliyev

-Guten Morgen, meine Damen und Herren. Ich heiße alle Gäste herzlich willkommen und grüße alle Teilnehmer des Forums. Zunächst möchte ich dem Internationalen Nizami-Ganjavi-Zentrum, seinen Ko-Vorsitzenden Vaira Vike-Freiberga und Ismail Serageldin, den Mitgliedern des Vorstands sowie dem gesamten Team für ihre vorbildliche Arbeit über all die Jahre danken. Das Zentrum gehört heute zu den führenden internationalen Institutionen, behandelt ein breites Spektrum an Themen und genießt weltweit großes Ansehen.

Ich verfolge die Arbeit des Zentrums das ganze Jahr über, von Forum zu Forum, und sehe, dass der Einfluss wächst. Die Zusammenarbeit ist sehr aktiv, und die Beiträge des Zentrums zu neuen Ansätzen in einer sich wandelnden Welt verdienen große Anerkennung. Auch das Globale Baku-Forum ist eine wichtige internationale Plattform, auf der sich Präsidenten, Premierminister, Parlamentspräsidenten, Diplomaten, Vertreter der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft austauschen. Hier werden Ideen entwickelt, wie das Leben der Menschen sicherer und besser gestaltet werden kann.

Das Thema dieses Jahres ist sehr breit gefächert. Wir werden viele Fragen diskutieren, aber besonders im Fokus stehen die Sicherheit, Stabilität und der Schutz in unserer Region und der Welt. Denn ohne Sicherheit ist alles andere kaum möglich. Länder, die jahrzehntelang in ihre Entwicklung investiert haben, stehen heute vor neuen Risiken. Daher sollte Sicherheit das wichtigste Ziel sein, auf das wir unsere Kräfte bündeln.

Für Aserbaidschan war regionale Sicherheit immer Priorität Nummer eins. Während der Besatzungszeit war Frieden und die Wiederherstellung unserer Souveränität das oberste Ziel. Heute leben wir seit sieben Monaten in Frieden, und das zeigt, dass starker politischer Wille, Mut und Engagement nötig sind, um Frieden und Gerechtigkeit zu erreichen. Es hat fast 30 Jahre gedauert, unsere territoriale Integrität wiederherzustellen – im Einklang mit der UN-Charta, Artikel 51, und dem Recht auf Selbstverteidigung.

Wir haben besetzte Gebiete mit Gewalt befreit und Frieden auf politischem Wege erreicht. Wir haben also Erfahrung — ich würde sagen, eine einzigartige Erfahrung auf globaler Ebene, von Besatzung betroffen zu sein, mit einer Million Menschen, die ethnischer Säuberung ausgesetzt waren. Fast 20 Prozent des Territoriums waren fast 30 Jahre lang besetzt. Wir litten unter mangelnder internationaler Aufmerksamkeit und der Selektivität einiger internationaler Akteure, die eigentlich für die Lösung des Konflikts zuständig gewesen wären. Wir standen vor der Situation, dass die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, die den Abzug der armenischen Truppen aus unseren Gebieten verlangten, fast 30 Jahre lang nur auf dem Papier blieben. Das ist Erfahrung, aber eine schlechte Erfahrung.

Dann hatten wir die Erfahrung, unser Gebiet im 44-tägigen Vaterländischen Krieg 2020 mit Gewalt zu befreien, und ich denke, dies ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass man, wenn man jede Hoffnung auf eine friedliche Lösung verliert und wenn Wahrheit, Gerechtigkeit und internationales Recht auf seiner Seite sind, Gewalt einsetzen muss, um Frieden zu erreichen. Und genau das ist geschehen. Wir haben Frieden mit Armenien durch Gewalt und dann politisch erreicht. Dies ist auch eine einzigartige Erfahrung der jüngeren Geschichte, wenn ich sage, „jüngere“, meine ich Jahrzehnte, dass ein Land seine Souveränität und territoriale Integrität selbst mit Gewalt wiederhergestellt hat.

Und die dritte Erfahrung ist die Erfahrung des Friedens, wie man Frieden erreicht. Und das ist nicht einfach. Wir sehen, dass langwierige Konflikte weiterhin bestehen und neue Krisenherde auf der Weltkarte entstehen. In unserem Fall ist der Frieden zwischen Aserbaidschan und Armenien auch eine einzigartige Situation, da die Zeit vom letzten blutigen Zusammenstoß im September 2023 bis zum Frieden im August 2025 weniger als zwei Jahre betrug. Ich denke, das ist eine beispiellose Geschwindigkeit der Normalisierung, und das war möglich wegen starken politischen Willens und des Verständnisses, dass Feindschaft nicht ewig dauern kann und dass der Krieg beendet werden muss. Dies war die Entscheidung beider Länder, und nun leben wir, wie gesagt, seit sieben Monaten in Frieden. Und wir sehen die Vorteile davon. Ich habe viele Male gesagt, und ich werde es nicht aufhören zu wiederholen: Es gibt nichts Besseres als Frieden.

Und was jetzt in der Welt passiert, diese entstehenden Krisenherde, bestehende langwierige Konflikte, stellen eine Bedrohung für die internationale Ordnung dar. Es ist eine Bedrohung für das Völkerrecht, wenn internationales Recht und Normen nicht respektiert werden, wenn die territoriale Integrität von Staaten verletzt wird und Resolutionen internationaler Organisationen ignoriert werden.

Diese einzigartige Erfahrung eines Landes, das Besatzung, ethnische Säuberung und Völkermord erlitten hat, seine Souveränität, territoriale Integrität und Würde mit Gewalt wiederhergestellt hat und dann Frieden einem zuvor besiegten Gegner angeboten hat, denke ich, ist etwas, das wir mit der internationalen Gemeinschaft teilen können. Wie ich auch viele Male gesagt habe, haben wir Frieden mit Armenien nicht nur auf dem Papier erreicht, obwohl der Friedensvertrag unterzeichnet wurde und wir vor sieben Monaten eine gemeinsame Erklärung verabschiedet haben, sondern wir haben Frieden vor Ort. Wir haben eine ruhige Situation an unserer Grenze — keine Schüsse mehr, keine Opfer, keine Verluste.

Wir haben alle Beschränkungen für den Transport von Gütern nach Armenien aus verschiedenen Ländern aufgehoben. Wir haben sogar wieder Handelsbeziehungen mit Armenien aufgenommen und begannen, wichtige Ölprodukte zu exportieren, um zu zeigen, dass wir Frieden ernst meinen – nicht nur langfristigen Frieden, sondern einen dauerhaften Frieden. Das ist unsere Strategie und unsere Politik und zeigt einmal mehr, dass Aserbaidschan ein friedliches Land ist. Und diejenigen, die uns während des Zweiten Karabach-Krieges und der Anti-Terror-Operation kritisierten, handelten entweder kurzsichtig oder voreingenommen, denn das, was wir taten, entsprach dem Völkerrecht, und wir setzten Gewalt ein, um Frieden zu erreichen – was wir heute auch demonstrieren.

Manchmal muss man so handeln, insbesondere wenn man absolut sicher ist, dass man im Recht ist; man muss diejenigen ignorieren, die einem entgegenstehen oder die eigenen Interessen schädigen wollen. Das ist auch eine Erfahrung, die wir meiner Meinung nach mit anderen teilen können, die sich in Konflikten befinden.

Wir erreichten den Frieden mit Armenien, indem Aserbaidschan darauf bestand, dass es keine Vermittler geben sollte. 28 Jahre der sogenannten Minsk-Gruppe waren ein Desaster. Ziel der Ko-Vorsitzenden war es, den Konflikt einzufrieren, ihn dauerhaft bestehen zu lassen und als Druckmittel für beide Länder zu nutzen. Wir entschieden daher, diese sogenannte Vermittlung abzulehnen, und als wir bilateral – ohne dritte Parteien – verhandelten, erreichten wir Frieden. Das ist Erfahrung, und es ist nicht nur Theorie; das haben wir erlebt und sehen es heute. Ich bin überzeugt, dass diese Erfahrung bei der Bereinigung bestehender Konflikte unbedingt berücksichtigt werden sollte.

Ein weiteres wichtiges Thema, zu dem wir ebenfalls unsere Erfahrung teilen können, besonders jetzt, ist die Energiesicherheit, die derzeit teilweise gestört ist. Wir sehen, dass der beispiellose Anstieg der Öl- und Gaspreise viele Probleme für die Verbraucher schafft — und nicht nur für die Verbraucher. Wenn jemand denkt, dass dieser unausgeglichene Preis für Produzenten und Exporteure von Öl gut ist, liegt er falsch, denn viele Länder, die Öl und fossile Brennstoffe produzieren und exportieren, haben Staatsfonds, die in verschiedene Instrumente und Staatsanleihen investieren, und wenn der Aktienmarkt zusammenbricht, verlieren diese Länder mehr an den Aktienmärkten, als sie durch den hohen Ölpreis verdienen. Daher sind wir als verantwortungsvolles Mitglied des OPEC-Plus-Formats für einen ausgewogenen und vorhersehbaren Ölpreis, und unsere Bemühungen in OPEC Plus, als Vermittler und als Land, das viel in die gemeinsame Lösung investiert hat, werden sehr geschätzt.

Heute ist Energiesicherheit mehr denn je ein integraler Bestandteil der nationalen Sicherheit der Länder. Aserbaidschan produziert und exportiert alle Arten von Energieträgern — Öl, Gas, Ölprodukte, Petrochemikalien, Strom. Wir planen, unsere Exporte insbesondere von Erdgas und Strom aufgrund der Marktnachfrage und unserer erweiterten Liefergebiete zu steigern. Als wir uns letztes Mal trafen, genau vor einem Jahr, belief sich die Zahl unserer Gasempfängerländer auf 12. In einem Jahr ist diese Zahl auf 16 gestiegen. Alle erhalten Gas von Aserbaidschan über Pipelines. Damit ist Aserbaidschan als Exporteur von Erdgas über Pipelines weltweit führend in Bezug auf die geografische Abdeckung der Länder. Das Exportvolumen wächst und wird weiter wachsen und ist ein wichtiger Faktor für die Energiesicherheit vieler Länder. Und auch als zuverlässiger Öl-Lieferant auf dem internationalen Markt wird Aserbaidschan weiterhin zur Energiesicherheit beitragen.

Das dritte Thema, das ich heute ansprechen wollte, basierend auf den bestehenden Herausforderungen, ist die Konnektivität. Wir sehen, dass Konflikte traditionelle Transportrouten unterbrechen, enorme Schwierigkeiten für Menschen, Länder, Wirtschaft und Lieferketten schaffen. Wenn Konnektivität und Transportwege unterbrochen sind, befinden sich die meisten Mitglieder der internationalen Gemeinschaft in einer sehr schwierigen Lage. Hier in Aserbaidschan haben wir die Einnahmen aus dem Verkauf fossiler Brennstoffe weitgehend in Transport- und Logistikinfrastruktur investiert. Heute sind wir ein unverzichtbarer Partner in Bezug auf die Ost-West- und Nord-Süd-Korridore und tatsächlich der einzige, der aktiv in beide investiert — den Mittleren Korridor und den Nord-West-Korridor. Beide Korridore auf aserbaidschanischem Territorium sind fertiggestellt.

Was wir jetzt tun, ist, zusätzliche Mittel zu investieren, um die Kapazität der bestehenden Korridore auszubauen, da die Nachfrage, Aserbaidschan zu passieren, wächst. Nach dem Frieden mit Armenien arbeiten wir nun eng an einer neuen Erweiterung des Mittleren Korridors, der durch armenisches Gebiet verlaufen wird. Armenien wird zum ersten Mal in seiner unabhängigen Geschichte auch ein Transitland sein, was es bisher nicht war. Dies wird uns ermöglichen, die beiden Teile Aserbaidschans — das Festland und die Exklave Nakhchivan — mit einer nachhaltigen Verkehrsverbindung, Energieanbindung, Glasfaserkabeln, Stromleitungen und möglicherweise Pipelines zu verbinden. Für uns ist das eine Win-Win-Situation für alle, die diese neue Gelegenheit wirklich nutzen wollen.

Ich möchte nicht viel von Ihrer Zeit in Anspruch nehmen. Ich denke, ich sollte meine Ausführungen hier abschließen, nur die Punkte berührend, bei denen wir Erfahrung haben, und die heute die Nummer-1-Themen auf der internationalen Agenda sind.

Abschließend, in Bezug auf unsere Zusammenarbeit mit dem Internationalen Nizami-Ganjavi-Zentrum, möchte ich noch einmal gratulieren und meinen Dank für ihren Beitrag zu einer guten Organisation der COP29 aussprechen. Das Zentrum veranstaltete mehr als ein Dutzend Podiumsdiskussionen, nahm an noch mehr teil und trug aktiv zum Erfolg des COP29 bei.

In diesem Jahr werden wir eine weitere wichtige globale internationale Veranstaltung ausrichten, das Weltstädteforum, und ich lade den Vorstand und das gesamte Team des Zentrums ein, aktiv an diesem Forum teilzunehmen. Ich hoffe, Sie in ein paar Monaten in Baku zu sehen, um unsere Diskussionen fortzusetzen und zu versuchen, zum gemeinsamen Ziel von Frieden, Stabilität und Sicherheit in der Welt beizutragen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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Die ehemalige Präsidentin Lettlands und Ko-Vorsitzende des Internationalen Nizami-Ganjavi-Zentrums, Vaira Vike-Freiberga, erklärte anschließend, dass das Forum breite Möglichkeiten für den Austausch von Meinungen über globale Herausforderungen biete.

„Ich möchte mich auch den Begrüßungsworten des Vorstands des Internationalen Nizami-Ganjavi-Zentrums anschließen und meine Freude über Ihre Anwesenheit hier zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig möchten wir der Republik Aserbaidschan für die Ausrichtung dieses Forums zum 13. Mal danken. Präsident Ilham Aliyev hat in seiner Rede ebenfalls die Bedeutung dieser Veranstaltung hervorgehoben. Ich erinnere mich, dass wir vor vielen Jahren, als wir diese Initiative erstmals gestartet haben, unsere Idee dem Präsidenten vorgestellt haben. Er lud uns zu einer Veranstaltung anlässlich des Geburtstags von Nizami Ganjavi ein und betonte die Wichtigkeit, solche Veranstaltungen jedes Jahr abzuhalten, und dass Aserbaidschan sie ausrichten sollte. Herr Präsident schlug zudem vor, noch größere Veranstaltungen in Aserbaidschan zu organisieren als die damals durchgeführte – und heute hat das Forum tatsächlich eine beachtliche Dimension erreicht.“

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