WISSENSCHAFT UND BILDUNG


Chinesen entdecken würfelförmiges Objekt auf dem Mond

Baku, 8. Dezember, AZERTAC

Vielleicht einmal vorab, damit keine Zweifel aufkommen: Nein, es wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit kein Zeugnis einer fernen Alien-Zivilisation sein, das der chinesische Mondrover “Jadehase 2“ kürzlich aufgespürt hat – und das, obwohl es in den ersten Berichten als “geheimnisvolle Hütte“ bezeichnet wird.

Und doch ist das – auf Fotos noch ziemlich undeutliche – Objekt faszinierend, über das der mit Pekings Weltraumbehörde CNSA verbundene Kanal “Our Space“ im sozialen Netzwerk “WeChat“ gerade berichtet: Im riesigen Von-Kármán-Krater des Südpol-Aitken-Beckens hat das Roboterfahrzeug etwas fotografiert, das die Form eines großen Würfels zu haben scheint.

Nach einer Einschätzung von “Space.com“ könnte es sich um einen Felsbrocken handeln, der beim Einschlag eines anderen Gesteinsbrockens auf dem Mond freigelegt wurde. Journalist Andrew Jones, ein guter Kenner des chinesischen Raumfahrtprogramms, stellt außerdem klar, dass die Bezeichnung “geheimnisvolle Hütte“ (shenmi xiaowu) als Platzhalter zu verstehen ist – und nicht als tatsächliche Beschreibung des Fundes.

Zwei bis drei Monate Anfahrt - Die beteiligten Wissenschaftler wollen sich das aktuell etwa 80 Meter vom Standpunkt des Rovers entfernte Objekt dem Bericht zufolge nun näher ansehen. Für die Fahrt seien zwei bis drei Monate angesetzt, vor allem gelte es dabei Hindernisse und Krater zu umfahren. “Jadehase 2“ ist seit Anfang Januar 2019 auf dem Mond unterwegs. Das Fahrzeug gehört zur Mission “Chang’e 4“, bei der zum ersten Mal überhaupt eine Landung auf der erdabgewandten Seite des Mondes gelang.

Dass von der Erde aus stets nur eine Seite des Mondes zu sehen ist, liegt übrigens nicht daran, dass dieser sich nicht dreht. Er bewegt sich jedoch in einer sogenannten gebundenen Rotation – und das sorgt dafür, dass er unserem Planeten stets denselben Bereich zuwendet. Und dauerhaft dunkel, wie es das berühmte Pink-Floyd-Album “Dark Side of the Moon“ nahelegt, ist es dort auch nicht. Allerdings war der Bereich den Menschen bis zum Jahr 1959 gänzlich unbekannt. Damals wurde die mit zahllosen Kratern übersäte Mondrückseite erstmals von der sowjetischen Sonde “Luna 3“ fotografiert.

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