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Heute feiert Aserbaidschan dritten Luft-Dienstag von Novruz

Baku, 8. März, AZERTAC

Heute abend feiert Aserbaidschan den dritten Dienstag- Yel-(Luft) Tscharhschanba des Frühlingsfestes Novruz, teilte AZERTAC mit.

Novruz ist eine Zeit der Versöhnung, ein neuer Anfang. Alte Feindschaften, Kränkungen, Sorgen, aber auch Ängste werden der Vergangenheit überlassen. Nicht umsonst wurde es zu einer Tradition am Novruz über das brennende Feuer zu springen, um die Ängste und negative Empfindungen hinter sich im alten Jahr zu lassen.

Dieser Brauch geht auf den Glauben zurück, dass die Welt und der Mensch aus vier Ur-Elementen, nämlich Wasser, Feuer, Luft und Erde besteht. In den letzten vier Wochen des Winters kommen alle diese Urstoffe des Daseins zum Vorschein. Im grauen Monat März regnet es bald, bald ist es sonnig, oder es weht ein starker Wind. So kommt die Erde endlich zum Erwachen. Nach den vier Urstoffen werden auch die vier Dienstage benannt: der Wasser-Dienstag , der Feuer-Dienstag, der Luft-Dienstag und der Erde-Dienstag.

Der wichtigste der Dienstage ist das Ilachir Tscharhschanba (letzter Dienstag) oder Erde-Dienstag, der in diesem Jahr am 15. März gefeiert wird.

In Aserbaidschan hat das Novruz-Fest eine große Bedeutung. Obwohl während der Sowjetherrschaft das Fest verboten worden war, zelebrierte man Fest weiterhin. Der Novruz-Feiertag ist einer der wichtigsten und beliebtesten Feiertage des aserbaidschanischen Volkes. Er markiert die Ankunft des Frühlings, die Erneuerung der Natur, und wird an der Frühlings-Tagundnachtgleiche vom 20. bis 21. März – dem Beginn des astronomischen Neujahrs – gefeiert. Der Ursprung von Novruz geht auf alte Bräuche, Natur- und Fruchtbarkeitskult sowie auf den Glauben an den Niedergang und den Aufstieg der Natur zurück. Im Monat vor Novruz werden jeden Dienstag nacheinander die vier Elemente der Natur gefeiert: Wasser, Feuer, Erde und Luft (oder Wind). Das letzte Element “İlaxır Çərşənbə”/Ilachir Tscharhschanba (Erde-Dienstag) steht für die Zeit, in der die Blätter aufblühen und der Frühling endlich beginnt. Symbole sind unter anderem Samani. Der Anbau von Samani (grün sprießender Weizen) ist die heiligste Novruz-Zeremonie als Vorbote des Frühlings. Der Samani-Keimling symbolisiert die Aussaat und eine reiche Ernte. Er steht für Getreide, Brot, Vermehrung und Überfluss. Getreide und Überfluss ist ein Pfand für das Leben, die Existenz, die wichtigste materielle Notwendigkeit für das Leben. Die Menschen haben schon immer Samani aus Weizen, Gerste, Erbsen, Linsen oder anderen Getreidearten in Kupfergerichten angebaut; sie haben es immer verehrt und sich über sein Keimen gefreut. Am Abend stecken Kinder Hüte unter die Türen der Nachbarn und verstecken sich, um darauf zu warten, dass die Nachbarn die Hüte mit Feiertagsgeschenken füllen. Nach dem Sonnenuntergang versammeln sich die Menschen auf den Straßen, um Freudenfeuer anzuzünden, um sie herum zu tanzen und über sie zu springen, um ihre Seelen zu reinigen und böse Geister abzuwehren. Einer der wichtigsten Teile der Festtafel ist Xonça/Chontscha – ein Tablett gefüllt mit Süßigkeiten, Nüssen, Kerzen und bemalten Eiern. Jede der für Novruz gebackenen Süßigkeiten hat eine symbolische Bedeutung. Paxlava/Pachlava/Bakhlava repräsentiert die vier Teile der Welt, “Qoğal”/Goghal die Sonne, “Şəkərbura” /Schäkärbura den Mond und die bemalten Eier sind ein Symbol des Lebens. Samani schmückt die Mitte des Tabletts und ist mit einem roten Band gebunden.

Die Hauptfeierlichkeiten während des Novruz-Festes finden gewöhnlich an den Wänden des legendären Jungfrau-Turms in Baku statt. Die Spitze des Turms ist mit einem riesigen Samani geschmückt, daneben befindet sich die auf dem Turm installierte Fackel, deren Flamme das Erwachen der Natur und des Lebens symbolisiert.

Am 30. September 2009 nahm die UNESCO den Nouruz-Tag in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit auf.

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