Airbus will 3600 Arbeitsplätze streichen
Baku, 3. März, AZERTAC
Airbus wird wesentlich weniger Maschinen seines Riesen-Jets A380 und des Militärtransporters A400M bauen als ursprünglich geplant - und das wird offenbar spürbare Auswirkungen für viele Beschäftigte haben. Der Flugzeugbauer Airbus Chart zeigen will Tausende Stellen streichen oder verlegen, berichtet das französische Wirtschaftsmagazin "Challenges". Der Plan solle am Mittwoch bekannt gegeben werden.
Betroffen sind demnach 3600 Jobs vor allem in Bremen, Augsburg, im spanischen Sevilla sowie im britischen Filton. Laut "Challenges" könnten vom Abbau oder Verlegen von Stellen auch die Werke in Hamburg und Stade betroffen sein, französische Werke hingegen kaum.
Ein Sprecher des Luftfahrtkonzerns wollte den Bericht zwar nicht konkret kommentieren, bestätigte aber, dass in der kommenden Woche ein Treffen mit dem europäischen Betriebsrat anberaumt sei. Danach solle die Öffentlichkeit informiert werden. Einen genauen Termin nannte er nicht. Zudem teilte der Sprecher mit, die Anpassungen beim weltgrößten Passagierjet A380 und beim Airbus A400M seien keine Neuigkeit.
"Jegliche verbundene Auswirkungen auf die Beschäftigten werden zunächst mit unseren Sozialpartnern besprochen werden", sagte der Sprecher. "Und wir sind immer bemüht, die besten Lösungen für unsere Beschäftigten zu finden." Das Unternehmen habe gute Erfahrung damit, diese Themen zu handhaben.
Tatsächlich schien Airbus bislang Mitarbeiter gut an anderen Stellen einsetzen zu können, die durch die geringere Produktion des A380 freigeworden waren. So verkaufen sich etwa die Mittelstreckenjets A320neo und A321neo sehr gut.
Für den A380 liegen hingegen weit weniger Aufträge vor als geplant. Mitte Januar drohte gar das Aus für den weltgrößten Passagierjet, bevor die Fluggesellschaft Emirates mit einer Bestellung über 36 Maschinen den Fortbestand sicherte.
Airbus hatte bereits im Sommer 2016 bekannt gegeben, mangels ausreichender A380-Bestellungen ab 2018 jährlich nur noch zwölf Maschinen des Typs auszuliefern. Ab 2019 sollen es dann nur noch acht sein.
Beim Militärtransporter A400M soll der Auslieferungsplan wegen anhaltender Verzögerungen und technischer Probleme um mehrere Jahre gestreckt werden. Darauf hat sich Airbus mit Käuferstaaten wie Deutschland und Frankreich vor wenigen Wochen grundsätzlich geeinigt. Konzernchef Tom Enders hatte bereits bei der Bilanzvorlage im Februar eingeräumt, dass dies Auswirkungen auf die Beschäftigten haben werde.