Ebola-Ausbruch in Uganda offiziell für beendet erklärt
Baku, 28. Juli, AZERTAC
Uganda hat den jüngsten Ebola-Ausbruch im Land offiziell für beendet erklärt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden infizierten sich insgesamt 20 Menschen mit dem Virus, zwei von ihnen starben.
Gesundheitsminister Chris Baryomunsi erklärte, das Ministerium habe landesweit eine intensive Überwachung aufrechterhalten. Neue Ebola-Fälle seien seitdem nicht mehr registriert worden.
Der Ausbruch war Mitte Mai bekannt gegeben worden. Von den 20 bestätigten Infektionen wurden 15 in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo erworben. Das zentralafrikanische Land gilt als Epizentrum der aktuellen Epidemie, deren Schwerpunkt in der an Uganda grenzenden Provinz Ituri liegt.
Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums wurden dort bislang 3.262 Ebola-Fälle bestätigt. 1.437 Menschen kamen infolge der Erkrankung ums Leben. Beim bislang schwersten Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda zwischen 2018 und 2020 wurden mehr als 3.400 Infektionen und über 2.200 Todesfälle registriert. Noch verheerender verlief die Epidemie in den Jahren 2014 bis 2016 in mehreren westafrikanischen Staaten, bei der Zehntausende Menschen betroffen waren.
Epidemie breitet sich schneller aus - Experten warnen, dass sich die derzeitige Epidemie deutlich schneller ausbreitet als frühere Ausbrüche. Sie wird durch die Ebola-Virusvariante Bundibugyo verursacht, gegen die bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie verfügbar ist.
„Die Tatsache, dass wir innerhalb von nur zehn Wochen nahezu die gleiche Zahl an Fällen verzeichnen wie während eines fast zweijährigen Ausbruchs, ist alarmierend“, sagte Onesphore Bangenza, Teamleiter der Hilfsorganisation Mercy Corps in Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri. „Das Virus breitet sich schneller aus, als wir es eindämmen können.“
Zusätzliche Herausforderungen für die Eindämmung der Epidemie stellen die anhaltende Gewalt bewaffneter Gruppen im Osten der Demokratischen Republik Kongo sowie Streiks von Gesundheitskräften dar, die ausstehende Lohnzahlungen fordern.
Erschwert wird die Nachverfolgung von Infektionsketten zudem dadurch, dass der sogenannte „Patient Null“ bislang nicht identifiziert werden konnte. Tausende Kontaktpersonen sind aufgrund bewaffneter Konflikte, Vertreibung und des illegalen Bergbaus nur schwer zu erreichen.
Nach Einschätzung von Gesundheitshelfern gibt es jedoch Fortschritte beim Abbau des Misstrauens der Bevölkerung gegenüber medizinischem Personal, das insbesondere zu Beginn des Ausbruchs weit verbreitet war.
„Wir dürfen nie wieder gegen die Ebola-Teams kämpfen“, sagte Fabrice Mumbesa, ein Einwohner der Bergbaustadt Mongbwalu im Zentrum des Ausbruchs. „Wir haben Angehörige verloren. Als Gemeinschaft haben wir ein großes Interesse daran, Ebola zu besiegen und zu einem normalen Leben zurückzukehren.“