Aserbaidschan und Türkei gestalten geoökonomische Landkarte der Region neu ANALYSE
Baku, 18. August, AZERTAC
Die strategische Partnerschaft zwischen Aserbaidschan und der Türkei geht inzwischen weit über die bilateralen Beziehungen hinaus und entwickelt sich zu einem wichtigen Faktor für die politische und wirtschaftliche Neuordnung des Südkaukasus.
Im Mittelpunkt stehen vor allem Transport, Energie und Handel. Projekte wie die Pipelines Baku–Tiflis–Ceyhan und TANAP, die Eisenbahnstrecke Baku–Tiflis–Kars sowie der Mittlere Korridor stärken die Rolle beider Länder als wichtige Verbindungsachse zwischen Zentralasien und Europa.
Eine zentrale Bedeutung kommt dabei der Zangezur-Route bzw. dem TRIPP zu. Die direkte Verbindung zwischen dem aserbaidschanischen Kernland und Nachtschiwan könnte die Land- und Bahnverbindungen zwischen Aserbaidschan und der Türkei erheblich verbessern und zugleich den Mittleren Korridor stärken.
Auch die Energiekooperation gewinnt an Bedeutung. Aserbaidschanische Energieressourcen gelangen über die Türkei nach Europa, während neue Projekte wie die Gasleitung Igdir–Nachtschiwan die regionale Infrastruktur weiter vernetzen.
Nach Ansicht des SETA-Experten und Professors Ensar Kıvrak entsteht dadurch zunehmend ein integriertes Wirtschafts- und Logistiksystem, an dem neben Aserbaidschan und der Türkei auch Georgien, Kasachstan, Turkmenistan und weitere Regionen beteiligt sind.
Langfristig gehe es nicht nur um Transit, sondern darum, entlang der Korridore Produktionsstätten, Logistikzentren, Freihandelszonen und Finanzdienstleistungen zu entwickeln. Die strategische Partnerschaft zwischen Aserbaidschan und der Türkei könne damit zu einem wichtigen Motor der geoökonomischen Transformation des Südkaukasus werden.