Aserbaidschanische Familien der Vermissten veranstalten erste Protestkundgebung im Ausland
Genf, 30. August, AZERTAC
Am Internationalen Tag der Vermissten (30. August) veranstaltete die „Karabakh Missing Families“ Public Union eine Kundgebung vor dem „Palast der Nationen“ in Genf, um auf das Schicksal der vermissten aserbaidschanischen Bürger aufmerksam zu machen. Bei der Kundgebung wurden persönliche Gegenstände und Dokumente der Vermissten gezeigt, begleitet von Slogans, die ihre Lebensgeschichten erzählten.
Die Familien forderten die internationale Gemeinschaft und Armenien auf, Verantwortung für die Kriegsverbrechen zu übernehmen und Informationen über die Vermissten bereitzustellen. Insbesondere wurde auf die Entdeckung von Massengräbern in befreiten Gebieten seit 2020 hingewiesen. Es wird betont, dass das Recht der Familien, Informationen über ihre vermissten Angehörigen zu erhalten, gemäß dem internationalen humanitären Recht respektiert werden muss.
Die Protestaktion war die erste dieser Art im Ausland und fand große Aufmerksamkeit. Die Familien äußerten zudem ihr Misstrauen gegenüber dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz und forderten die Ernennung eines UN-Sonderberichterstatters für Vermisste.
Als Folge der militärischen Aggression Armeniens gegen Aserbaidschan sind 3.990 aserbaidschanische Bürger verschwunden, darunter 6 Personen, die während des 44-tägigen Krieges im Jahr 2020 verschwanden. Unter den Vermissten befinden sich 71 Kinder, 284 Frauen und 316 ältere Menschen. Gemäß den Anforderungen des internationalen humanitären Rechts und seiner primären Quelle, den Genfer Konventionen vom 12. August 1949, wird das Recht der Familien, Informationen über vermisste Personen während bewaffneter Konflikte zu erhalten, eindeutig anerkannt. Bei der Protestkundgebung in Genf forderten die Familien der vermissten Aserbaidschaner die Achtung dieses Rechts.