Auf das Herz-Kreislauf-System haben die Knoblauch-Schwefelverbindungen positive Effekte
Baku, den 10.August (AZERTAG). Altem Aberglauben nach soll Knoblauch der Abwehr von Vampiren dienen. Die moderne Wissenschaft attestiert ihm gelegentlich ebenfalls eine gewisse Schutzfunktion - allerdings nicht vor Graf Dracula, sondern vor Angriffen auf die Gesundheit.
Knoblauch wurde bereits in altägyptischen Schriften aus der Zeit um 1550 vor Christus als Heilmittel genannt und gilt bis heute als Prophylaktikum und Heilmittel für viele Erkrankungen.
Knoblauch enthält zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, unter anderem Vitamin A, B und C, sowie Kalium und Selen. Und er kann mit einer Reihe wertvoller sekundärer Pflanzenstoffe wie Polyphenolen oder Sulfiden aufwarten. Außerdem hat er einen vergleichsweise hohen Gehalt an Adenosin - ein Baustein, der für den Zellstoffwechsel wichtig ist.
Da die Verzehrmengen bei Knoblauch meist relativ gering sind, fallen nicht alle seiner gesundheitsfördernden Bestandteile gleichermaßen ins Gewicht. Das gelte etwa für die Vitamine und Mineralstoffe, die die Pflanze in einer Konzentration enthält, bei der man schon sehr viel essen müsste, um seinen Bedarf zu decken. So wären knapp 800 Gramm Knoblauch nötig, um das Vitamin-C-Tagessoll zu erreichen.
Ganz anders sieht das in punkto sekundärer Pflanzenstoffe aus. Mit ihnen können die Knollen richtig auftrumpfen, und zwar vor allem mit den Sulfiden. Sulfide sind schwefelhaltige Verbindungen, die außer in Knoblauch zum Beispiel auch in Zwiebeln und Lauch vorkommen.
Sulfide können in vielerlei Hinsicht einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Beispielsweise wirken sie antimikrobiell und entzündungshemmend. Dadurch könnten sie Infektionskrankheiten wie Erkältungen vorbeugen oder bei ihrer Bekämpfung helfen.
Nachgewiesen wurde das zum Beispiel für Erkältungen unter anderem durch Studien der Universität Arizona (USA). Untersuchungen der Universität Sheffield (Großbritannien) zufolge kann Knoblauch dem Entstehen von Parodontose und anderen Mundschleimhauterkrankungen entgegenwirken, da er das Wachstum der Erreger hemmt.
Auch auf das Herz-Kreislauf-System haben die Knoblauch-Schwefelverbindungen positive Effekte. Es ist erwiesen, dass sie den Cholesterol- und Triglyceridspiegel im Blut - also die Blutfettwerte - reduzieren.
Eine Arbeitsgruppe des Nationalen Kardiologischen Forschungszentrum in Moskau beispielsweise stellte bei 42 Testpersonen nach zwölfwöchiger Knoblauchtherapie eine Senkung des Gesamtcholesterins um 7,6 Prozent fest. Das heißt: Der regelmäßige Verzehr von Knoblauch könnte möglicherweise Arteriosklerose vorbeugen - also dem Gefäßverschluss durch Ablagerungen von Blutfetten oder -kalken. Und damit auch Herz-Kreislauferkrankungen wie Thrombosen, Schlaganfällen oder Herzinfarkten.
Wer sich die gesundheitsfördernde Wirkung von Knoblauch zunutze machen will, sollte folgendes beachten: Ganz wichtig ist es, ihn regelmäßig zu konsumieren. Am besten täglich - wobei eine mittlere Dosis von um die vier Gramm empfohlen wird.
Was die Zubereitung angeht, scheiden sich die Geister. So plädieren die einen fürs Pressen, während andere auf Zerschneiden oder Zerquetschen setzen. Fest steht, dass die sekundären Pflanzenstoffe im Knoblauch erst durch Zerkleinern aktiviert werden und dass er im rohen Zustand am meisten enthält.
Mag oder verträgt man ihn so nicht, empfiehlt es sich, ihn nur kurz anzuschwitzen. So bleiben möglichst viele seiner Wirkstoffe erhalten.