Australien gibt Weißen Hai zur Jagd frei
Baku, den 29. September (AZERTAG). Nach fünf tödlichen Hai-Angriffen innerhalb eines Jahres wollen australische Behörden nun Weiße Haie jagen und töten. Parallel verabschiedete eine Uno-Konferenz in Bonn eine neue Konvention für bedrohte Meerestiere.
Nach fünf tödlichen Angriffen in kurzer Zeit bläst Australien an seiner Westküste zur Jagd auf Weiße Haie. Zwar standen die Tiere bislang unter Naturschutz, doch zum Schutz der Badegäste ziehen die Behörden nun andere Saiten auf. „Wir werden das Leben und die Sicherheit von Strandgängern immer über den Hai stellen“, sagte der Regierungschef des Bundesstaats Western Australia, Colin Barnett. Es handle sich schließlich um einen Fisch. Hai-Experten und Naturschützer kritisierten die Ankündigung scharf.
In Zukunft sollen an der Westküste Australiens Weiße Haie bereits gejagt werden, wenn sie in der Nähe von Badegästen auftauchen. Die bisherige Regelung sah vor, die Tiere erst zu töten, wenn bereits ein Schwimmer angegriffen wurde. Im Kampf gegen die Raubfische will die Regierung auch technisch aufrüsten und neue Jetskies für die Rettungsschwimmer anschaffen. Außerdem sollen mehr Helikoptereinsätze geflogen werden. In den vergangenen hundert Jahren starben nach offiziellen Angaben insgesamt nur zwölf Menschen bei Haiangriffen - fünf davon allerdings 2011.
Noch vor wenigen Wochen hatten die Behörden versichert, der Bedrohung mit Hilfe von Absperrungen Herr zu werden. Hai-Fachmann Chris Neff von der Universität Sydney verurteilte das Notschlachtungsprogramm als „Hollywood-Reaktion“. Man könne Haie nicht kontrollieren, betonte Neff: „Es gibt keine kurzfristige Lösung gegen Hai-Angriffe. Alle Haie zu töten, ist keine praktikable Option.“