Bewegung könnte erschöpften Krebspatienten helfen
Baku, den 17.August (AZERTAG). Viele Krebspatienten bestätigen: Bewegung tut gut. Doch ist dieser Eindruck auch objektivierbar? Forscher haben jetzt knapp 100 Studien zu der Frage ausgewertet und kommen zu dem Schluss: Training könnte tatsächlich die Lebensqualität von Tumorpatienten verbessern. Krebs verändert das Leben, die Lebensqualität der Patienten leidet massiv. Sorgen und Ängste, Chemotherapie oder Operationen belasten Körper und Seele. Auf der Suche nach Hilfe für die Betroffenen setzen Ärzte große Hoffnungen in Sport und Bewegung. Denn für Brustkrebspatientinnen konnten Studien bereits zeigen, dass ein systematisches Trainingsprogramm die Lebensqualität verbessern kann. Ob aber auch andere Krebspatienten von regelmäßiger Bewegung profitieren können, ist bislang weitgehend unklar.
Tatsächlich bessert sich die Lebensqualität vieler Krebspatienten durch systematische körperliche Aktivität, berichten jetzt Forscher der Cochrane Collaboration. Shiraz Mishra von der University of New Mexico in Albuquerque und ihre Kollegen kommen in zwei Übersichtsarbeiten zu dem Schluss, dass Bewegung bei vielen Tumorpatienten die Lebensqualität steigern kann. In den beiden Metaanalysen untersuchten die Wissenschaftler, inwiefern Bewegungsprogramme die Lebensqualität von Krebspatienten während und nach Abschluss einer Tumortherapie beeinflussen.
Für die erste Analyse untersuchten die Forscher die Ergebnisse aus 56 Studien mit insgesamt knapp 5000 Patienten, die an unterschiedlichen Krebsarten litten und noch mitten in der Behandlung steckten. In die zweite Untersuchung flossen die Daten aus 40 Studien ein, die fast 3700 Krebspatienten untersuchten, die ihre Krebstherapie bereits abgeschlossen hatten. Die Wissenschaftler wendeten eine sehr breite Definition von Bewegung an, darunter fällt vieles vom Krafttraining über Ausdauersport wie Gehen oder Fahrradfahren, bis hin zu Yoga oder Quigong. Wichtig war nur, dass die Patienten regelmäßig an den Bewegungsprogrammen teilgenommen hatten.