Blue Moon erleuchtet Atlantik
Baku, den 8. September (AZERTAG). Alle 15 Minuten macht der neue europäische Satellit „MSG-3“ eine Aufnahme der Erde. Eigentlich soll der neue Späher das Wetter beobachten. Doch nun rutschte der Blue Moon ins Visier.
Besondere Ereignisse liefern besondere Bilder. Am 31. August stand der Blue Moon am Himmel - und der neue Satellit „MSG-3“ bekam ihn ins Visier. Der „blaue Mond“ ist ein Ereignis, das es im Durchschnitt nur alle zweieinhalb Jahre zu sehen gibt. Seine Bedeutung in der Astronomie erlangte er nicht wegen etwaiger Verfärbung, sondern wegen eines Aufsatzes in einer Astronomie-Zeitschrift im März 1946. Darin wurde definiert, dass der zweite Mond im Monat der „blaue Mond“ ist.
Nicht wie normalerweise einmal, sondern zweimal stand also im Monat August der Vollmond am Himmel. Und kurz bevor der Blue Moon hinter der Erde verschwand, sei das Satellitenbild entstanden, berichtet nun die europäische Weltraumagentur Esa.
„MSG-3“ hatte eigentlich Südamerika im Blick. Auf dem Bild zu sehen ist die Ostküste Brasiliens und der Südatlantik, der vom Vollmond erleuchtet wird. „MSG-3“ schwebt 36.000 Kilometer über der Erde auf einer sogenannten geostationären Umlaufbahn. Seine Geschwindigkeit entspricht der Drehung der Erde, so dass der Satellit immer das gleiche Gebiet im Blick hat.
Moderne Wettervorhersage-Der gut zwei Tonnen schwere „MSG-3“ macht jede Viertelstunde ein Bild der Erde; er wurde am 5. Juli ins All geschossen. „MSG“ steht für „Meteosat Second Generation“; er ist der dritte Satellit seiner Art. Der erste MSG begann seine Arbeit 2002. Die erste Meteosat-Generation startete 1977. Die künstlichen Trabanten beobachten die Erde im sichtbaren und infraroten Licht. „MSG-3“ soll mit seinen Daten verbesserte Wettervorhersagen insbesondere für Europa und Afrika ermöglichen.
Der neue Satellit hat außerdem einen Sensor zur Bestimmung der Strahlungsbilanz der Erde an Bord. Gemessen wird, wie viel Sonnenenergie in den Weltraum reflektiert wird und wie viel auf der Erde und in der Atmosphäre bleibt. Der Start für den vierten Aufklärer aus der gleichen Baureihe ist bereits in Planung: „MSG-4“ soll im Januar 2015 abheben.