Cannabis kann Multiple Sklerose nicht aufhalten
Baku, den 29. Mai (AZERTAG). Cannabis kann die Symptome von Multipler Sklerose lindern - doch mehr offenbar nicht. Die Hoffnung, das Rauschmittel könnte auch den Verlauf der Krankheit insgesamt bremsen, hat sich jetzt zerschlagen.
Cannabis macht nicht nur high: Richtig dosiert kann das Rauschmittel Krebspatienten von Übelkeit und Aidskranke von Appetitlosigkeit befreien, und es kann chronische Schmerzen lindern. Als sich in Studien auch eine positive Wirkung bei der Behandlung der Nervenkrankheit Multiple Sklerose (MS) zeigte - hier können Extrakte des Naturstoffs Spastiken lindern und so die Bewegungsfreiheit der Patienten verbessern - bestand die Hoffnung, dass das Rauschmittel langfristig das Fortschreiten der Nervenerkrankung verhindern könnte.
Doch das hat sich nicht bestätigt, wie nun die Auswertung der Cupid-Studie (Cannabinoid Use in Progressive Inflammatory Brain Disease) ergab. Dafür waren 500 Patienten mit fortgeschrittener Multipler Sklerose aus neurologischen Zentren in Großbritannien als Probanden rekrutiert worden. Eine Hälfte der Patienten erhielt Pillen mit THC, die andere Hälfte ein Placebo. Die Auswertung habe gezeigt, dass der Fortgang der Erkrankung in beiden Fällen ähnlich verlief, sagt John Zajicek, Professor an der britischen Plymouth University. Die Einnahme der Cannabis-Kapsel habe keinen Effekt gehabt.
Zajicek hatte die Studie in Zusammenarbeit mit Alan Thompson vom University College London geleitet. Das britische Medical Research Council bewilligte dafür drei Millionen Euro. Die Ergebnisse werden am Dienstag auf dem Jahrestreffen der Britischen Neurologen (ABN) im britischen Brighton offiziell vorgestellt.