Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

China reagiert zurückhaltend auf Wikileaks-Depeschen

Baku, den 1. Dezember (AZERTAG). China hat zurückhaltend auf die Veröffentlichung geheimer US-Diplomatenberichte durch das Enthüllungsportal Wikileaks reagiert.

Die Regierung in Peking habe den Vorfall zur Kenntnis genommen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Dienstag. Er forderte die USA auf, die damit aufgeworfenen Fragen angemessen zu klären. Näher wollte sich der Sprecher nicht äußern. Die Enthüllungsseite kündigte unterdessen Veröffentlichungen über die Finanzbranche Anfang 2011 an.

Aus den von mehreren Medien veröffentlichten Dokumenten ging unter anderem hervor, dass einige chinesische Regierungsvertreter Nordkorea nicht mehr als nützlichen Verbündeten erachten und nicht einschreiten würden, sollte der kommunistische Nachbarstaat zusammenbrechen. Die Enthüllungen insgesamt haben die US-Diplomatie in eine peinliche Lage gebracht. Außenministerium, Präsidialamt und Verteidigungsministerium kündigten an, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. Aus einem Erlass von Montag geht hervor, dass Nutzer nur Zugang zu den Dokumenten bekommen sollen, die für die für ihre Arbeit notwendig sind.

Das US-Justizministerium leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den inhaftierten US-Soldaten Bradley Manning, der wegen der Veröffentlichung eines Videos einer Kampfhubschrauber-Bordkamera angeklagt ist. Darauf war zu sehen, wie mehrere Menschen im Irak von US-Soldaten getötet wurden, darunter zwei Reuters-Journalisten. Auch Australien prüft nach Angaben seiner Behörden, ob Gesetze verletzt wurden. Der Gründer von Wikileaks, Julian Assange, ist Australier.

Unterdessen wurde bekannt, dass US-Außenministerin Hillary Clinton offenbar wegen der schwierigen Diplomatie mit der argentinischen Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner deren Gesundheitszustand infrage stellte. Bereits im Dezember habe Clinton Fragen über die Präsidentin an die US-Botschaft in Buenos Aires gesandt, berichtet die britische Zeitung "Guardian" am Dienstag unter Berufung auf Wikileaks. Clinton habe sich zur "zwischenmenschlichen Dynamik" zwischen Fernandez und ihrem verstorbenen Mann und Vorgänger Nestor Kirchner erkundigt und gefragt, wie die 57-Jährige ihre "Nerven und Ängste unter Kontrolle" halte.

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