Deutsches Architekturerbe in Göygöl
Baku, 16. Juni, AZERTAC
In der evangelisch-lutherischen St.-Johannes-Kirche in der Stadt Göygöl wurde mit Unterstützung der Exekutivbehörde des Bezirks Göygöl und auf Initiative der Deutsch-Aserbaidschanischen Gesellschaft eine Fotoausstellung zum Thema „Deutsche Architektur in Aserbaidschan“ veranstaltet. Die Ausstellung fand im Rahmen des „Jahres der Stadtplanung und Architektur“ statt.
Wie AZERTAC berichtet, nahmen an der Veranstaltung der Leiter der Bezirksverwaltung Göygöl, Vügar Novruzov, der Vorsitzende der Deutsch-Aserbaidschanischen Gesellschaft, Tschingiz Abdullayev, Mitglieder der Gesellschaft, der in Schweden lebende Regisseur Rahim Sadigbeyli und der Koordinator Zaur Musayev, die Professoren Vedat Caliskan von der Çanakkale-Onsekiz-Mart-Universität und Aysegul Ozer von der Özyeğin-Universität in der Türkei, die deutsche Forscherin, Inge Sturm, der Vorsitzende der Georgisch-Deutschen Vereinigung, Alexander Feldmeier, sowie Vertreter der örtlichen Öffentlichkeit teil.
Im Rahmen des Programms wurden musikalische Darbietungen von Schülerinnen und Schülern der Musikschule aufgeführt.
Auf der Fotoausstellung wurden Fotografien deutscher Architekturdenkmäler und Wohnhäuser in Göygöl präsentiert. Den Besucherinnen und Besuchern wurden Informationen über die architektonischen Besonderheiten und die historische Bedeutung dieses Erbes gegeben. Zudem wurde hervorgehoben, dass den multikulturellen Werten in Aserbaidschan besondere Bedeutung beigemessen wird.
Darüber hinaus wurde eine Exkursion zum Hausmuseum von Viktor Klein organisiert. Das Gebäude gehörte dem letzten Deutschen der Region und dient heute als Museum. Es vermittelt Einblicke in die Lebensweise und das kulturelle Erbe der deutschen Gemeinschaft, die fast zwei Jahrhunderte lang in dieser Region lebte.
Martin Ansbacher, Oberbürgermeister von Ulm, wies in seinem Brief an den Vorsitzenden der Deutsch-Aserbaidschanischen Gesellschaft, Tschingiz Abdullayev, darauf auf die Bedeutung der internationalen wissenschaftlich-praktischen Konferenz zum Thema „Deutsche Architektur in Aserbaidschan“ in Baku sowie der Fotoausstellung in Göygöl und Schämkir für die Erforschung und Bewahrung der Geschichte der württembergischen Siedler im Südkaukasus hin. Dieses Kapitel der Geschichte hat eine besondere Bedeutung für die Stadt Ulm, da viele der Menschen, die sich Anfang des 19. Jahrhunderts auf den Weg in den Kaukasus machten, ihre Reise von hier aus begannen. Die am Donauufer in Ulm angebrachte Gedenktafel erinnert bis heute eindrucksvoll an diese historischen Verbindungen, schrieb er in seinem Brief.
„Die Aufstellung einer Nachbildung dieser Gedenktafel im Rayon Göygöl sowie die dazu organisierte Fotoausstellung stellen ein schönes und würdiges Beispiel gelebter Erinnerungskultur dar. Diese Initiative trägt dazu bei, die gemeinsamen historischen Wurzeln sichtbarer zu machen und den kulturellen Austausch zwischen Aserbaidschan und Deutschland weiter zu vertiefen“, hieß es.
Er wünschte der Konferenz und der Ausstellung einen erfolgreichen Verlauf, anregende wissenschaftliche Diskussionen sowie eine breite öffentliche Resonanz. Martin Ansbacher gab seiner Hoffnung den Ausdruck, dass diese Veranstaltung einen wichtigen Beitrag dazu leisten wird, die historischen Verbindungen zwischen der Stadt Ulm und dem Südkaukasus im Bewusstsein zu erhalten und den kulturellen Dialog weiter zu stärken.