Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Die Nasa dokumentiert einen rasanten Rückgang der Wasserreserven im Nahen Osten

Baku, den 16. Februar (AZERTAG). Die Nasa dokumentiert einen rasanten Rückgang der Wasserreserven im Nahen Osten: Entlang der Flüsse Euphrat und Tigris gingen binnen Jahren Wassermassen vom Volumen des Toten Meeres verloren. Zu diesem Schluss kommt ein amerikanisches Forscherteam nach der Auswertung von Nasa-Satellitenbildern aus den Jahren 2003 bis 2010.

Entlang der Flüsse Euphrat und Tigris gingen in diesem Zeitraum Reserven mit einem Volumen von 144 Kubikkilometern verloren. Das entspreche der Wassermasse des Toten Meeres. Etwa 60 Prozent der Verluste in Teilen der Türkei, Syriens, Iraks und Irans schreiben die Forscher dem übermäßigen Abpumpen des Wassers zur Versorgung der Bevölkerung zu.

Das Euphrat-Tigris-Becken hat nach Angaben von Studienleiter Jay Famiglietti von der Universität Kalifornien den weltweit größten Wasserreserven-Verlust nach Indien. Die Satelliten-Daten zeigten ein alarmierendes Tempo des Rückgangs, erläutert Famiglietti. Die Trockenperiode im Jahr 2007 habe dazu stark beigetragen.

Wie Ultraschall Wasser trinkbar macht Wenn Niederschlag ausbleibe, würden die Regierungen in der Region vermehrt auf Grundwasser zurückgreifen. So habe die irakische Regierung in Reaktion auf die Dürre 2007 rund 1000 neue Brunnen graben lassen. Hinzu kämen noch die vielen Brunnen, die Landwirte privat gegraben hätten.

Details der Studie werden am Freitag im Fachjournal "Water Resources Research" veröffentlicht. Am Satelliten-Forschungsprojekt Grace ("Gravity Recovery and Climate Experiment") sind auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln sowie das Deutsche GeoForschungsZentrum in Potsdam beteiligt.

Experten fordern seit Jahren dringend eine genauere Erfassung der globalen Süßwasser-Reserven - und deren nachhaltigen Nutzung. Laut Weltwasserbericht der Vereinten Nationen (Uno) bedrohen Nahrungsbedarf, Lebensstil und Klimawandel die weltweiten Trinkwasser-Ressourcen.

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bei wachsender Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 etwa 70 Prozent mehr Nahrung benötigt werden. Damit werde sich auch der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft um 20 Prozent erhöhen.

Vor allem die Herstellung von tierischen Lebensmitteln ist den Angaben zufolge wasserintensiv. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden demnach bis zu 15.000 Liter Wasser benötigt. Weltweit werden 70 Prozent des Süßwassers für die Herstellung von Nahrung verbraucht.

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