Erster Schach-Star verzichtet auf Kandidatenturnier
Baku, 23. März, AZERTAC
Das Schach-Kandidatenturnier 2026 hat noch vor dem ersten Zug seinen ersten Aufreger. Wie die indische Großmeisterin Koneru Humpy öffentlich bekanntgab, wird sie nicht nach Zypern reisen und auf ihre Teilnahme verzichten. Grund sind Sicherheitsbedenken.
Das Schach-Kandidatenturnier 2026 findet ohne die indische Großmeisterin Koneru Humpy statt. Die 38-Jährige erklärte am Wochenende ihren Rückzug und verzichtet damit auf die Chance, zur nächsten WM-Herausforderin zu werden.
"Nach langer Überlegung habe ich die schwierige Entscheidung getroffen, mich vom FIDE Kandidatenturnier zurückzuziehen. Kein Event, egal wie wichtig es ist, steht über der persönlichen Sicherheit und dem Wohlergehen. Obwohl Sicherheiten gegeben werden, fühle ich mich unter diesen Umständen nicht vollständig sicher", schrieb die Großmeisterin auf der Kurznachrichtenplattform X.
Ihre Entscheidung sei zwar schmerzhaft, "aber notwendig, und ich stehe dazu", beendete die Inderin ihr Statement.
Schachverband hält an Zypern fest - Schon vor einigen Tagen hatte Humpy ihren Rückzug angedeutet. "Es macht einfach überhaupt keinen Sinn. Es ist gefährlich, im Moment in die Nähe von West-Asien zu reisen, während es dort so große Spannungen und Unsicherheiten gibt", hatte sie der "Hindustan Times" gesagt.
Der Weltverband FIDE hatte derweil erklärt, weiter an Zypern als Austragungsort festhalten zu wollen. Eine Entscheidung, die auch in Deutschland eine Reaktion hervorrief. "WR Chess"-CEO Wadim Rosenstein bot öffentlich an, das Turnier auf deutschem Boden auszutragen und so die Sicherheit der acht Spielerinnen und Spieler garantieren zu können.
US-Superstar Hikaru Nakamura äußerte sich in den letzten Tagen ebenfalls kritisch zum Austragungsort. "Es ist kein gutes Zeichen, wenn der Strom in Teilen Zyperns komplett ausfällt und für längere Zeit nicht wieder zurückkommt", klagte er auf X.