Ford will Elektroautos in Mexiko produzieren
Baku, 7. Dezember, AZERTAC
Der zweitgrößte US-Autohersteller Ford will Elektroautos entgegen früherer Pläne nun doch in Mexiko produzieren. Das sagte Ford-Manager Jim Farley im Interview mit dem "Wall Street Journal". Im Januar hatte der Konzern noch verkündet, sein Werk Flat Rock im US-Bundesstaat Michigan zur Hauptfertigungsstätte für E-Autos zu machen. Investitionspläne in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar in Mexiko beerdigte der Konzern damals.
Der Standortwechsel erfolge nun jedoch nicht nur aus Kostengründen, sagte Farley. Es müsse Platz geschaffen werden, da Flat Rock künftig als "Exzellenz-Zentrum" für selbstfahrende Autos dienen solle. In den Standort in Michigan sollen nun laut "WSJ" 900 Millionen Dollar investiert werden, die Rede ist zudem von 850 neuen Arbeitsplätzen. Der ursprüngliche Plan hatte demnach eine 700-Millionen-Dollar-Investition und 700 Arbeitsplätze vorgesehen.
In dem Ford-Werk im mexikanischen Cuautitlán soll ein vollelektrischer SUV produziert werden. Den will Ford im Jahr 2020 auf den Markt bringen.
Die Mexiko-Entscheidung könnte den Zorn von Donald Trump auf sich ziehen. Der US-Präsident fordert von der Autoindustrie mehr US-Jobs. Er hat die Produktion im Niedriglohn-Nachbarland Mexiko in der Vergangenheit harsch kritisiert und mit hohen Strafzöllen gedroht.
Im Januar hatte Trump Ford für die geplante Mexiko-Investition massiv kritisiert. Und im November 2016 hatte er sich dafür gefeiert, nach Gesprächen mit Ford die Produktion des Modells Lincoln in den USA statt in Mexiko abgesichert und so das US-Werk in Kentucky gerettet zu haben. Allerdings wurde schnell klar, dass der Autokonzern nie geplant hatte, die Fabrik einzustampfen. Ford bestätigte lediglich, den Bau der wenigen Lincoln-Modelle, die offenbar für Mexiko geplant waren, weiter in Kentucky zu belassen.
Mexiko ist für Autokonzerne weltweit ein wichtiger Produktionsstandort. Viele Unternehmen haben dort Fabriken errichtet, weil sie so günstiger produzieren und die schmalen Gewinnmargen vor allem im Massenmarkt so aufbessern können.