Forscher erschaffen künstliche DNA-Alternativen
Baku, den 20. April (AZERTAG). Das Erbgutmolekül DNA bildet die Basis des Lebens. Im Labor haben Forscher jetzt ihre Information auf künstliche Moleküle übertragen. Das Experiment gibt einen Hinweis darauf, wie das Leben auf der Erde entstand - und könnte auch praktische Anwendungen für die Medizin liefern.
Sie speichert Informationen, sie vermehrt sich und bisweilen verändert sie sich auch: Das Erbgutmolekül DNA ist die Basis des Lebens auf der Erde, zusammen mit ihrer kleinen Schwester, der RNA.
Doch ein internationales Forscherteam hat jetzt im Labor künstliche Alternativen zu diesen beiden natürlichen Molekülen gebaut. Die Xeno-Nukleinsäuren, abgekürzt XNA, besitzen die wesentlichen Eigenschaften der DNA, berichtet das Team im Wissenschaftsmagazin „Science“. Vitor Pinheiro vom Laboratory of Molecular Biology im britischen Cambridge und seine Kollegen aus Dänemark, Belgien und den USA bewältigten zudem eine aufwendige Fleißarbeit. Sie entwickelten quasi per Evolution im Labor eine Maschinerie von Enzymen, die anhand einer DNA-Vorlage die entsprechende XNA baut - und umgekehrt.
Ihre Arbeit ist mehr als eine molekularbiologische Fingerübung. Sie öffnet einen Weg zu praktischen Anwendungen, etwa in der Nanotechnologie oder Medizin. Zum Beispiel könnten XNA-Konstrukte Krankheitserreger markieren. Außerdem ermöglicht die Arbeit einen genaueren Blick auf die Entstehung des Lebens auf der Erde.