Forscher fordern Ende der Weltklimagipfel
Baku, den 13. Dezember (AZERTAG). Hehre Rhetorik, klägliche Ergebnisse. Immer neue Uno-Klimagipfel haben im Kampf gegen die Erderwärmung versagt. Experten verlangen nun eine Abschaffung der Mega-Tagungen und einen Tabubruch. Die Welt müsse den Anstieg der Temperaturen hinnehmen - und konkret vor Ort gegen die Folgen kämpfen.
Hört noch jemand zu, liest noch jemand mit? Berichte über Klimarettung sind zum ermüdenden Ritual geworden. Seit 20 Jahren ringt die Staaten-Gemeinschaft um einen Klimavertrag. Die Hoffnung auf eine Einigung sinkt stetig, der Ausstoß an Treibhausgasen hingegen steigt rasant. Klimaforscher erwarten deshalb eine deutliche Erwärmung mit ungewissen Folgen.
Soeben ist nun auch der 18. Klimagipfel der Vereinten Nationen (Uno) zu Ende gegangen, ohne dass nennenswerte Maßnahmen beschlossen worden wären. Die Delegierten vertrösten auf den 21. Uno-Klimagipfel in drei Jahren, wenn ein Klimaabkommen erreicht werden soll. Gipfel 19 und 20 seien weitere „Vorbereitungsgipfel“.
Ähnliche Pläne wurden auf allen vorigen Treffen verkündet. Doch selbst die Uno-Konferenz von Kopenhagen im Jahr 2009, die zum „alles entscheidenden Klimagipfel“ stilisiert worden war, scheiterte - trotz der Beteiligung zahlreicher Staats- und Regierungschefs wie Barack Obama und Angela Merkel.
Top-Politiker meiden die Klimagipfel inzwischen. Wie lange aber wollen die rund 20.000 Uno-Delegierten als Vertreter der Staaten noch von Gipfel zu Gipfel reisen, um die Hoffnung auf einen weltweiten Vertrag zu schüren?
Die Zeit des „geschickten Erwartungsmanagements der Uno“ gehe zu Ende, meint Oliver Geden, Klimapolitik-Experte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Auch andere Fachleute halten die Uno-Klimapolitik für gescheitert.