Gedankensteuerung leicht gemacht
Baku, den 21. Juni (AZERTAG). Freiburger Forscher präsentieren ein Prinzip, mit dem Menschen relativ einfach einen Cursor auf dem Bildschirm per Gedankenbefehl steuern können. Sie hoffen, dass ihre Methode einmal Gelähmten hilft. Bisher funktioniert das System jedoch nur sehr eingeschränkt.
Viele Forschergruppen arbeiten daran, schnelle und effiziente Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer zu konstruieren. Sie sollen beispielsweise Querschnittsgelähmten ermöglichen, Geräte oder Roboterarme per Gedanken zu steuern. Bisher benötigt dies ein aufwendiges Training sowie ins Hirn implantierte Elektroden.
Freiburger Wissenschaftler um Tomislav Milekovic haben nun eine Möglichkeit vorgestellt, die elektrische Aktivität während einer Armbewegung direkt von der Gehirnoberfläche abzulesen und sie unmittelbar für die Steuerung eines Mauszeigers zu verwenden. Dabei lässt sich der Cursor bisher aber nur in zwei Richtungen verschieben, wie sie im Fachmagazin „Journal of Neural Engineering“ berichten.
Bei den bislang verfügbaren Hirn-Computer-Schnittstellen werden in einem ersten Schritt Hirnströme aufgezeichnet und analysiert. Dadurch werden klar erkennbare Signale identifiziert, die der Patient direkt beeinflussen kann. Welche Signale das sind, ist individuell unterschiedlich. Es kann sich etwa um das Hirnstrommuster bei der Vorstellung handeln, seine Beine nach vorne zu schwingen oder auch um den Gedanken an etwas, das mit Bewegungen gar nichts zu tun hat. Ist ein solches Signal gefunden, trainiert der Patient im zweiten Schritt, das Signal bewusst hervorzurufen. Gleichzeitig wird ein Computerprogramm nach und nach an das Hirnstrommuster angepasst. Das Training dauert oft mehrere Monate.
Das Besondere an dem Freiburger System ist daher seine Schnelligkeit. Da das Signal praktisch gleichzeitig erkannt und übertragen wird, entfällt das Training.