Great Barrier Reef verliert Hälfte seiner Korallen
Baku, den 2.Oktober (AZERTAG). Der Schwund ist dramatisch. Das Great Barrier Reef vor Australien hat in den vergangenen Jahrzehnten einen großen Teil seiner Korallen eingebüßt. Forscher nennen drei Gründe dafür: schwere Stürme, Seesterne und den Klimawandel.
Das Korallensterben am Great Barrier Reef vor der australischen Ostküste ist dramatischer als bislang angenommen. In den vergangenen 27 Jahren ist die Korallendecke um über 50 Prozent geschrumpft, schreiben australische Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Den Daten zufolge ist die Korallendichte im Great Barrier Reef seit 1985 von 28,0 auf 13,8 Prozent zurückgegangen.
Das Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Welt. Es erstreckt sich über 345.000 Quadratkilometer und umfasst mehr als 3000 einzelne Riffe. Seit 1981 zählt es zum Weltnaturerbe der Unesco. „Bisher galt das Great Barrier Reef noch als vergleichsweise wenig gefährdet“, so die Wissenschaftler. Denn es liege relativ weit von bewohnten Küsten entfernt und sei durch Fischerei nur wenig betroffen.
Doch durch den Klimawandel heizen sich die Meere auf, was die Korallen belastet. Dieses Phänomen ist allerdings nur für rund zehn Prozent der Verluste verantwortlich, berichtet das Team um Glenn De'ath vom Australian Institute of Marine Science (AIMS) in Townsville. Viel verheerender wirkten schwere Stürme, die für 48 Prozent des Korallenrückgangs verantwortlich gemacht werden. Und sogenannte Dornenkronen-Seesterne hätten die restlichen 42 Prozent des Rückgangs verursacht. „Wir können die Stürme nicht verhindern, aber vielleicht können wir die Seesterne eindämmen“, sagte AIMS-Chef John Gunn. „Wenn uns das gelingt, haben die Korallen eine bessere Chance, sich an die höheren Wassertemperaturen und die Versauerung der Meere anzupassen.“