Grippe-Erreger bleiben auch 2012 ein Risiko
Baku, den 11. Januar (AZERTAG). Im Dezember wurden in Hongkong Geflügelbestände getötet, nachdem bei einzelnen Tieren Vogelgrippe nachgewiesen wurde. In Ägypten, Indonesien, Kambodscha und Bangladesch sind auch im Jahr 2011 wieder vereinzelt Menschen mit dem Vogelgrippe-Erreger A/H5N1 infiziert worden. Insgesamt registrierte die Weltgesundheitsorganisation WHO für das gerade vergangene Jahr 57 im Labor bestätigte Fälle - 30 Menschen starben in Folge der Infektion. Weltweit kam es seit 2003 zu 573 Vogelgrippe-Fällen bei Menschen - 336 davon verliefen tödlich. Im Verhältnis sind diese Zahlen noch immer verschwindend gering.
Die Vogelgrippe allein stellt in ihrer jetzigen Form keine globale Bedrohung dar. Doch in Kombination mit anderen Grippe-Viren können sich daraus neue gefährlichere Krankheitserreger entwickeln - davor warnen Forscher weiterhin. Auch Experten der WHO äußerten sich besorgt, angesichts neuer Forschungsergebnisse zu möglichen Mutationen von Influenza-Viren.
Unterdessen meldet China einen weiteren Vogelgrippe-Todesfall: Wie Behörden mitteilten, sei ein mit dem H5N1-Virus infizierter 39-jähriger Busfahrer aus Shenzhen in der südlichen Provinz Guangdong an Lungen-, Herz- und Leberversagen gestorben. In China ist das der erste nachgewiesene Vogelgrippe-Todesfall seit 18 Monaten. Zuletzt war dort im Juni 2010 eine 22-jährige Schwangere aus der Provinz Hubei an dem Erreger gestorben, die sich im Mai zuvor infiziert hatte.
Anders als im Falle der verstorbenen Frau vor anderthalb Jahren, konnte diesmal aber kein Zusammenhang zwischen der Erkrankung des Busfahrers und dem Kontakt zu infiziertem Geflügel hergestellt werden. Nach bisherigem Stand der Wissenschaft ist die Vogelgrippe nur sehr schwer von Mensch zu Mensch übertragbar.
Shenzhen grenzt an die Metropole Hongkong, wo zuletzt tausende Hühner getötet wurden, nachdem das Virus Mitte Dezember bei drei Tieren nachgewiesen worden war. Die Behörden in China erklärten, eng mit Hongkong zusammenzuarbeiten und die Maßnahmen zu verstärken, um die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu halten. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hongkong sagte, die Wachsamkeit werde erhöht.