Größter Raketentest Nordkoreas über Japan
Baku, 4. Dezember, AZERTAC
Eine Flugzeug-Crew der Gesellschaft Cathay Pacific hat laut eigenen Angaben Nordkoreas jüngsten Raketentest beobachtet. Die Besatzung habe bei einem Flug über Japan etwas am Himmel gesehen, das sie für den Wiedereintritt einer Rakete in die Erdatmosphäre hielt, bestätigte die Fluggesellschaft laut einem Bericht der BBC.
Flugrouten habe man deshalb nicht geändert, hieß es. Nordkorea hatte am 29. November eine neue Interkontinentalrakete getestet, von der man annimmt, dass sie jedes beliebige Ziel in den USA erreichen kann. Pjöngjang spricht von seiner "stärksten Waffe". Die Rakete soll höher geflogen sein als jede andere nordkoreanische Rakete zuvor. Danach stürzte sie in japanische Gewässer - offenbar vor Zeugen.
Die Fluggesellschaft Cathay Pacific teilte ihrer Belegschaft mit: "Die Crew der CX893 hat berichtet: 'Die Rakete ist explodiert und in der Nähe unseres aktuellen Standortes auseinandergefallen'", sagte Mark Hoey, einer der Cathay-Manager, laut einem Bericht der "China Morning Post". Dem Bericht zufolge beobachteten außerdem Besatzungen zweier südkoreanischer Maschinen auf ihrem Weg von Seoul in die USA den Raketentest.
Raketen kommen ohne Vorwarnung - Anders als andere Staaten kündigt die nordkoreanische Regierung ihre Raketentests üblicherweise nicht an. Das bedeutet: Die Raketen schießen ohne Vorwarnung über den Himmel - und stellen damit ein potenzielles Risiko für Flugzeuge dar, heißt es in dem BBC-Bericht.
Die nordkoreanische Regierung habe zwar Zugang zu Daten über den internationalen Flugverkehr und könne den Verkehr bei der Planung entsprechend berücksichtigen. Dennoch würden Fluggesellschaften wie Air France bereits auf Raketentests reagieren und Nordkorea noch weiträumiger umfliegen als bisher.
Pjöngjangs jüngster Raketentest hat die ohnehin höchst gespannte Lage zwischen Nordkorea einerseits und Südkorea und den USA andererseits weiter verschärft. Die beiden Länder starteten ihre bisher größte gemeinsame Luftwaffenübung: mit einigen Zehntausend Soldaten und 230 Flugzeugen. Das wiederum brandmarkte die nordkoreanische Regierung als "absolute Provokation" und drohte mit Gegenschlägen.