Heftige Waldbrände in Griechenland
Baku, 26. Juli, AZERTAC
Die Mittelmeeranrainer kommen nicht zur Ruhe: Extreme Hitze, tödliche Waldbrände und Unwetter plagen die Länder weiterhin. In Griechenland kamen am Dienstag zwei Piloten beim Absturz eines Löschflugzeugs ums Leben. In Italien starben infolge von schweren Stürmen im Norden und Bränden im Süden mindestens fünf Menschen. Algerien meldete mehr als 30 Tote seit Sonntag in Folge der anhaltenden Brände. Und im Mittelmeer wurde ein neuer Temperaturrekord gemessen.
Die extreme Hitze, unter der Südeuropa, aber auch Teile Nordamerikas und Chinas derzeit leiden, sei ohne den menschengemachten Klimawandel “praktisch unmöglich“, hieß es am Dienstag in einer Analyse des Forschungsnetzwerks World Weather Attribution (WWA). Wegen des Klimawandels seien die Hitzewellen heißer und länger geworden und träten zudem öfter auf.
Heftige Waldbrände in Griechenland - Im Kontext der Hitzewellen kommt es auch zu heftigen Waldbränden: Auf der griechischen Insel Euböa wurde am Dienstag die verkohlte Leiche eines Mannes entdeckt. Nun werde geprüft, ob es sich bei dem Toten um einen seit Sonntag vermissten Hirten handele, sagte eine Polizeisprecherin.
Auch der Tod der beiden griechischen Luftwaffenpiloten ereignete sich auf Euböa, wie das Verteidigungsministerium in Athen mitteilte. Der staatliche Sender ERT zeigte Aufnahmen, auf denen zu sehen war, wie ihr Löschflugzeug im Einsatz abstürzte und explodierte. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hatte vor wenigen Tagen eingeräumt, dass die griechischen Löschflugzeuge “alt, schwer zu fliegen und anfällig“ seien. Er stellte neue Modelle für 2026 in Aussicht.
Auf der Insel im Nordosten Athens war die Lage am Mittwochmorgen aber besser als in den vergangenen drei Tagen, berichtete der staatliche Rundfunk.
Das meteorologische Amt warnte am Mittwochmorgen: Um die Mittagszeit werden vielerorts Temperaturen bis 46 Grad erwartet. Die Waldbrandgefahr bleibt extrem hoch. Das ergibt sich auch aus einer Karte des Zivilschutzes. Für fast die Hälfte Griechenlands herrscht am Mittwoch höchste Brandalarmstufe.
Auch Frankreich war betroffen. Nahe dem Flughafen von Nizza kämpften Feuerwehrleute und Löschflugzeuge am Dienstag gegen einen Flächenbrand. Und in der Region um die syrische Hafenstadt Latakia brachen Waldbrände aus, die mithilfe von Armeehubschraubern gelöscht werden sollten.
“Uns steht ein weiterer schwieriger Sommer bevor“ - Nach Angaben der Umweltorganisation WWF sind in Griechenland mittlerweile 35.000 Hektar abgebrannt. Das griechische Zivilschutzministerium sprach von mehr als 500 großen Bränden, die in den vergangenen zwölf Tagen im Land wüteten.
Der griechischen Feuerwehr und rund 3000 Helfern ist es unterdessen in der Nacht zum Mittwoch gelungen, das beliebte Feriendorf Gennadi im Südosten der Insel Rhodos zu retten. Wie örtliche Medien am Mittwoch weiter berichteten, wurden mit dem ersten Tageslicht erneut Löschflugzeuge und -helikopter eingesetzt, um die Flammen zu bekämpfen. Der gefährlichste Brand auf Rhodos tobt noch im Raum der Ortschaft Mesanagros, berichtete das örtliche Nachrichtenportal Rodiaki.
Besser war die Lage auf der anderen Ferieninsel Korfu im Nordwesten Griechenlands. Dort gab es im Norden keine große Feuerfront mehr, berichtete der staatliche Regionalsender ERA-Korfu. Auch dort waren Löschflugzeuge im Einsatz, um die kleineren Brände zu löschen, hieß es.
Im Landesinnern wurden am Dienstag Temperaturen von bis zu 44 Grad gemessen. Starker Wind fachte die Brände weiter an. “Wir erleben die Auswirkungen der Klimakrise“, sagte Mitsotakis bei einer Sondersitzung des Kabinetts. “Uns steht ein weiterer schwieriger Sommer bevor“, fügte er hinzu.