Historische Begegnung in Pyeongchang
Baku, 9. Februar, AZERTAC
Aufbruch zu "neuen Horizonten": In Pyeongchang sind die 23. Olympischen Winterspiele eröffnet worden. Dabei kam es zu einer historischen Begegnung.
Botschaften für den Frieden, koreanische Kultur und zwei historische Handschläge: Begleitet von einer vorsichtigen Annäherung zwischen den verfeindeten Bruderstaaten Nordkorea und Südkorea sind im südkoreanischen Pyeongchang die 23. Olympischen Winterspiele eröffnet worden. Sportler aus 92 Nationen treten bis 25. Februar in 102 Wettbewerben an.
Südkoreas Staatspräsident Moo Jae In eröffnete die zweiten Spiele in seinem Land 30 Jahre nach den Sommerspielen von Seoul um 21:42 Uhr Ortszeit mit der traditionellen Formel auf Koreanisch. Das Olympische Feuer entzündte dann um 22:09 Ortszeit Südkoreas Superstar Kim Yuna: Die Eiskunstlauf-Olympiasiegerin von 2010 war nach der Silbermedaille von 2014 zurückgetreten. Überreicht bekommen hatte sie die Fackel symbolträchtig von einer nordkoreanischen und einer südkoreanischen Eishockeypielerin.
Zweifacher Handschlag zwischen Nord- und Südkorea - Zuvor war es zu den historischen Handschlägen zwischen Moon Jae In und Kim Yo Jong gekommen: Die Schwester des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un ist seit dem Ende des Korea-Krieges 1953 das erste Mitglied der herrschenden Kim-Dynastie, das Südkorea besucht. Zum ersten Handschlag trafen sich Moon und Kim bereits beim Betreten der VIP-Tribüne, beim zweiten drehte sich Moon während des Einmarschs der koreanischen Sportler für alle sichtbar auf der Tribüne zu Kim um - sie lächelte zurück.
Der vierte gemeinsame Einmarsch koreanischer Sportler seit Olympia 2000 in Sydney war vor den Augen von US-Vizepräsident Mike Pence, der die Versöhnungsgesten Nordkoreas Mitte dieser Woche als Propaganda kritisiert hatte, erwartungsgemäß einer dser Höhepunkte. Die Eishockey-Spielerin Hwang Chung Gum aus Nordkorea und der Bobfahrer Won Yun Jong aus Südkorea trugen unter dem Jubel des Publikums die Vereinigungsflagge Koreas in Stadion.
Frenzel unter Steinmeiers Augen - Die Athleten beider Koreas sendeten ein "kraftvolles Zeichen des Friedens an die Welt", sagte IOC-Präsident Thomas Bach in seiner Eröffnungsrede und ergänzte: "Wir sind alle berührt von dieser wundervollen Geste." Anschließend sangen koreanische Künstler das Friedenslied "Imagine" von John Lennon. Mit Spannung wird am Samstag das erste Spiel der koreanischen Frauen-Eishockey-Mannschaft erwartet - mit drei Nordkoreanerinnen.