Im Südsee-Paradies ist das Leben am gefährlichsten
Baku, den 12. September (AZERTAG). Der neue Welt-Risiko-Bericht zeigt, welche Regionen am meisten von Umwelt- und Naturkatastrophen bedroht sind. Es trifft vor allem Afrika und Asien. Aber auch in Europa gibt es gefährdete Länder.
Erdbeben und Wirbelstürme, Überschwemmungen und Düren - das sind Naturkatastrophen, die seit Menschengedenken die Zivilisation bedrohen. Wie verheerend die Folgen dabei sind, hängt heute in starkem Maße davon ab, in welcher gesellschaftlichen Situation sich ein ein Land befindet und wie gut die Regierungen auf mögliche Katastrophen vorbereitet sind. Das ist die wichtigste Botschaft im neuen Welt-Risiko-Bericht 2012, den das „Bündnis Entwicklung hilft“ gemeinsam mit der Bonner Universität der Vereinten Nationen veröffentlicht hat.
Die Experten haben darin für 173 Länder weltweit einen Risiko-Index berechnet, der nicht nur die Gefahr von Naturkatastrophen berücksichtigt, sondern auch die politischem Rahmenbedingungen und die Folgen von Umweltzerstörung und Klimawandel berücksichtigt. Es ist nach 2011 der zweite Bericht dieser Art. Am stärksten bedroht sind demnach die südpazifischen Inselstaaten Vanuatu und Tonga, die nur noch knapp über dem Meeresspiegel liegen und bei einem weiteren Anstieg des Meeresspiegels zu versinken drohen.
Nordsee bedroht die Niederlande-13 Prozent der Weltbevölkerung leben in Küstengebieten, die weniger als zehn Meter über dem Meeresspiegel liegen. In den Niederlanden liegt bereits rund ein Drittel der Landesfläche unterhalb des Meeresspiegels und wäre längst von der Nordsee überflutet, gebe es die schützenden Deiche nicht. Das Land verfügt über die nötigen finanziellen Mittel, um in den Küstenschutz zu investieren und seine Bewohner zu schützen.
In Bangladesch dagegen sind die Menschen Stürmen und Überschwemmungen weitgehend schutzlos ausgeliefert. Das Land wurde innerhalb eines Jahres um fünf Plätze auf Rang zehn der Länder mit dem größten Risiko-Index hochgestuft. Japan liegt nach dem schweren Erdbeben vom 11. März 2011, dem darauf folgenden Tsunami und der dadurch ausgelösten Reaktorkatastrophe von Fukushima auf Platz 16.
Der Bericht warnt, dass mit der Zerstörung natürlicher Ökosysteme weltweit das Risiko für Katastrophen noch weiter wächst. Wo ganze Hänge entwaldet werden, erhöht sich beim nächsten Wolkenbruch die Gefahr großflächiger Hangrutschungen, die ganze Dörfer unter sich begraben können. Und wo durch fortschreitende Verschmutzung der Meere die Korallenriffe und Mangrovenwälder absterben, verschwindet der natürliche Küstenschutz. Beim nächsten schweren Sturm treffen die Wellen mit ihrer ganzen Gewalt ungehindert auf den Strand, und das Wasser kann bis weit ins Landesinnere vordringen.