In Baku das 70-jährige Jubiläum von Muslim Magomaev begangen
Baku, den 20. Juli (AZERTAG). In der Galerie der Miniaturkunst „Khatai“ wurde das 70-jährige Jubiläum des berühmten Sängers und Komponisten, Volkskünstlers der UdSSR Muslim Magomaev gefeiert.
Bei der Veranstaltung, die gemeinsam mit der Westuniversität organisier war, wurde eine Ausstellung veranstaltet, ertönten die Lieder aus dem Repertoire des Sängers.
Muslim Magomaev wurde am 17. August 1942 in Baku geboren, war ein sowjetisch-aserbaidschanischer Bariton. Er hatte sowohl als Opern- wie auch als Popsänger großen Erfolg. Zudem war er langjähriger Orchesterintendant.
15 Jahre nach Mstislaw Rostropowitsch wurde Muslim Magomaev ebenfalls in Baku als Staatsbürger der damaligen, zur UdSSR gehörigen, Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik geboren. Seine Eltern, die Mutter Schauspielerin, der Vater Bühnenbildner, der im Großen Vaterländischen Krieg fiel, nannten ihn nach seinem Großvater, dem gleichnamigen aserbaidschanischen Komponisten (1885-1937).
Vom ernsten Fach 1968 studierte Magomaev Klavier, Komposition und Gesang am Musikkonservatorium Baku. Der Finalist des Festivals der aserbaidschanischen Kultur 1962 im Moskauer Kreml galt als großes Talent und bekam 1963 ein festes Engagement am Achundov- Opern- und Balletttheater der Aserbaidschanischen Staatsakademie in Baku. Parallel zu seinem Studium war er 1964 und 1965 als Solist in verschiedenen Konzertsälen und Opernhäusern im In- und Ausland tätig. So gastierte er u.a. an der Mailänder Scala und erlangte insbesondere als Rossinis Figaro und Puccinis Scarpia große Anerkennung beim Publikum. Die Einladung ans Moskauer Bolschoi-Theater schlug er schließlich aus, um sich der Populärmusik zuzuwenden. Dies war der Anfang seiner Karriere als sowjetischer Unterhaltungskünstler.
Magomaev hatte bald großen Erfolg. Er gab zeitweise mehrere Konzerte am Tag in großen Sälen, und seine Schallplatten verkauften sich millionenfach. Nach einigen erfolgreichen Konzertreisen, u. a. sang er 1966 und 1969 im Pariser Olympia, verwehrte ihm Jekaterina Furzewa höchstpersönlich die Erlaubnis zu weiteren Tourneen im westlichen Ausland. In den 1970-er bis 1980-er Jahren, war Muslum Magomaev in der gesamten Sowjetunion v.a. als Sänger populärer Musik sehr angesehen. Auch in der DDR und anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks war er ein bekannter Künstler. Schon 1969 waren Karel Gott und er beim Internationalen Lieder Festival im polnischen Sopot die musikalischen „Zugpferde“ außerhalb der Konkurrenz. Seine erste Goldene Schallplatte für mehr als 4,5 Millionen verkaufte Exemplare bekam er im selben Jahr im Rahmen der Midem in Cannes überreicht.
1973 wurde Muslum Magomaev mit den Ehrungen -dem Volkskünstler der Aserbaidschanischen Sowjetrepublik und Volkskünstler der UdSSR ausgezeichnet.
Ab 1975 bekleidete er die Stelle des Intendanten des von ihm gegründeten Staatlichen Sinfonieorchesters Aserbeidschans, die er bis 1989 innehatte.
Magomaev komponierte mehr als 20 eigene Lieder und schrieb die Musik für mehrere Filmproduktionen von denen er in einigen auch mitwirkte. So spielte er z. B. die Hauptrolle im gleichnamigen Film über den bedeutenden Vertreter Persischer Dari-Dichtkunst des 12. und 13. Jahrhunderts Nizami. Zudem war er Autor eines Buches über Mario Lanza, das Vorlage einer russischen Fernsehserie über den US-amerikanischen Tenor war.
Nach längerer, schwerer Krankheit verstarb er am 25. Oktober 2008. Er lebte mit seiner Ehefrau, der russischen Mezzosopranistin Tamara Sinjawskaja.