Jeder vierte Deutsche ist fettleibig
Baku, den 14. Juni (AZERTAG). Die Schere zwischen gesund und ungesund lebenden Menschen geht laut einer Studie der Regierung auseinander: Mehr Deutsche treiben Sport, es gibt aber auch mehr Dicke.
Die Zahl der fettleibigen Menschen in Deutschland ist in den vergangenen 14 Jahren deutlich gestiegen. Das geht aus dem Gesundheitssurvey des Bundesgesundheitsministerium hervor. Demnach liegt bei knapp jedem vierten Deutschen der Body-Mass-Index (BMI) über 30. Ab einem solchen Wert sprechen Mediziner von Adipositas, also Fettleibigkeit. Bei einer Vorgängeruntersuchung aus dem Jahr 1998 waren es noch 18,7 Prozent der Männer und 21,7 der Frauen. Der Index beschreibt das Verhältnis des Gewichts zur Körpergröße: Gewicht in Kilo geteilt durch Größe in Metern zum Quadrat. Bei Werten ab 25 gilt ein Mensch als übergewichtig. In dieser Kategorie ist der Bevölkerungsanteil mit 68 Prozent bei den Männern und 53 Prozent bei den Frauen etwa gleich geblieben. Allerdings mehrt sich inzwischen die Kritik am BMI als Maß für Übergewicht. Sportler mit viel Muskelmasse gelten dabei unter Umständen als übergewichtig, ebenso ältere Menschen mit Wassereinlagerungen im Körper. Mediziner plädieren deshalb dafür, eher auf den Taillenumfang zu achten.
Fettleibige Menschen haben ein größeres Diabetes-Risiko. Inzwischen leiden 7,1 Prozent der Männer und 7,5 Prozent der Frauen an der Zuckerkrankheit. Im Vergleich zu 1998 ist damit der Anteil der Diabetiker um 31,5 Prozent beziehungsweise 23 Prozent gestiegen. Jeder zweite Deutsche treibt regelmäßig Sport. Die Studie zeigt aber auch, dass die Schere zwischen gesund und ungesund lebenden Menschen auseinander geht: Der Anteil der Menschen, die regelmäßig Sport treiben, ist deutlich gestiegen auf etwa die Hälfte der Bevölkerung.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, sich pro Woche mindestens 2,5 Stunden körperlich zu betätigen. Diese Vorgabe erfüllen weniger Deutsche: 25 Prozent der männlichen und 15 Prozent der weiblichen Probanden. Für die Studie befragten Wissenschaftler mehr als 7.200 Erwachsene zu ihrem Gesundheitsverhalten. Zudem wurden bei den Probanden unter anderem Blut- und Urin-Analysen durchgeführt.