Junta in Niger beendet Militärkooperation mit Frankreich
Baku, 4. August, AZERTAC
Nach dem Putsch in Niger machen viele Menschen im Land ihre Ablehnung der einstigen Kolonialmacht Frankreich deutlich. Die Putschisten haben nun die militärische Zusammenarbeit mit Paris beendet. Das erklärte ein Sprecher der Militärregierung im staatlichen Fernsehen.
Frankreich hat in Niger noch immer mehr als tausend Soldaten stationiert, unter anderem zur Bekämpfung islamistischer Terrormilizen in der Sahelzone. Unklar blieb zunächst, was die Ankündigung für die französische Präsenz bedeuten würde. Zuvor hatte Frankreichs Außenministerium bereits bekannt gegeben, dass die französischen Sender France 24 und RFI in Niger nicht mehr zu empfangen seien.
In einer weiteren Mitteilung der nigrischen Militärregierung hieß es zudem, dass die Junta die Botschafter in Frankreich, den USA, in Togo und in Nigeria abgezogen hätte.
In dem westafrikanischen Land hatten Offiziere der Präsidialgarde in der vergangenen Woche den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum festgesetzt und für entmachtet erklärt. Der Kommandeur der Eliteeinheit, General Abdourahamane Tiani, ernannte sich im Anschluss zum neuen Machthaber. Kurz nach Tianis Machtübernahme setzten die Putschisten die Verfassung außer Kraft und lösten alle verfassungsmäßigen Institutionen auf.
Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich musste ihre Truppen bereits nach den Militärputschen in den Nachbarländern Mali und Burkina Faso abziehen. Niger galt als letzter Verbündeter des Westens in der Region.