Kampf gegen die kosmischen Irrläufer
Baku, den 16. Februar (AZERTAG). Ein lauter Donner, Scheiben bersten, viele Menschen werden verletzt - der Meteoritenabsturz in Russland offenbart die Gefahr, die von kosmischen Flugkörpern ausgeht. Zehntausende Asteroiden kreuzen die Umlaufbahn der Erde. Forscher grübeln, wie sich ein schwerer Treffer verhindern lässt.
Die Szenen erinnern an einen Katastrophenfilm made in Hollywood. In der etwa 1500 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Region Tscheljabinsk wurden bei dem Meteoritenabsturz am Freitagmorgen massive Schäden angerichtet. Der Meteorit erschien gegen 9 Uhr Ortszeit am Himmel. Im Web verbreitete Clips zeigen einen aus Nordost eintretenden Schweif, der sich Richtung Südwesten über dem wolkenlosen Morgenhimmel erstreckte.
Damit nicht genug. Ein Asteroid ist am Freitag so nah an der Erde vorbeigeschrammt wie kein vorhergesagter Himmelskörper dieser Größe jemals zuvor. Bis auf 27.599 Kilometer näherte sich 2012 DA14 am Abend der Erde. Das ist dichter als viele Satelliten und nur rund ein Fünfzehntel der Entfernung zum Mond.
Beide Fälle zeigen: Die Gefahr kosmischer Kollisionen ist durchaus real. Große Asteroiden kommen der Erde zwar nur sehr selten nahe. Doch auch kleinere Geschosse können eine Gefahr darstellen. Bei der Explosion des Meteors über Tscheljabinsk wurden fast tausend Menschen verletzt, als Scheiben zersplitterten.
Blickt man weiter zurück in die Vergangenheit des Planeten, finden sich Spuren von Meteoriteneinschlägen, die globale Katastrophen auslösten. So wird bekanntlich das Ende der Dinosaurier auf den Einschlag eines Asteroiden vor 65 Millionen Jahren zurückgeführt, der zehn Kilometer Durchmesser hatte.
Das Prinzip von Frühwarnung und Abwehr-Wie könnte man solche Katastrophen verhindern? Die Maßnahmen dazu lassen sich in zwei Phasen einteilen. Frühwarnung und Abwehr.
Frühwarnsysteme existieren schon, wobei sie durchaus noch verbessert werden können. Weltraumagenturen wie Nasa und Esa halten mit Teleskopen viele Asteroiden im Blick und berechnen ihre Bahnen weit im Voraus, so dass mögliche Einschlagstermine früh bekannt sind. Doch das ist alles andere als einfach. Objekte, die mehr als einen halben Kilometer groß sind, erspähen die Teleskope noch gut. Doch mit abnehmender Größe wird es immer schwieriger. Gleichzeitig hätte beispielsweise der Einschlag eines Asteroiden von 150 Metern Durchmesser verheerende Folgen.
„Zurzeit ist es die Zielsetzung, alle Objekte mit einer Größe über 150 Metern zu katalogisieren. Die Technik entwickelt sich zwar weiter, aber es ist schwierig, diese Asteroiden zu entdecken. Viele der Objekte sind sehr dunkel“, erklärt Michael Khan, Raumfahrtingenieur bei der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Selten sind diese kosmischen Geschosse nicht. „Es gibt wahrscheinlich Zehntausende Asteroiden mit einem Durchmesser über 150 Meter, die die Bahn der Erde kreuzen oder kreuzen werden.“
Welche Abwehrstrategien existieren? Bisher gibt es hier nur Ideen, die etwa in Projekten wie „NEO-Shield“ erarbeitet und verfeinert werden.