Klimawandel lässt Korallenriffen kaum eine Chance
Baku, den 17. September (AZERTAG). Korallen wachsen langsam - auf die schnelle Erwärmung der Meere können sie sich deshalb kaum einstellen. Eine Analyse von weltweit 2000 Standorten zeigt nun, welch gravierende Probleme drohen.
Die weltweiten Klimaverhandlungen kommen seit Jahren nicht entscheidend voran. Das Ziel, die vom Menschen verursachte Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, wird damit immer schwieriger zu erreichen. Viele Menschen haben diese Nachricht mittlerweile schon oft gehört. Doch was das für die Ökosysteme der Erde bedeutet, wird dabei längst nicht immer klar - zumal, wenn es um Probleme in den Weiten der Weltmeere geht.
Eine neue Übersichtsstudie, für die sich Forscher um Katja Frieler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung die wichtigsten Korallenriffe der Weltmeere angesehen haben, zeigt schlaglichtartig die dramatischen Folgen des Klimawandels - und der Unfähigkeit der Staaten, zu Ergebnissen beim Klimaschutz zu kommen. Die globale Erwärmung könnte demnach bis 2030 rund 70 Prozent aller Korallenstandorte langfristig schädigen, falls sich die Korallen nicht doch noch anpassen können. Doch danach sieht es nicht aus.
Massive Probleme bestünden sogar in dem den Fall, dass der Treibhausgasausstoß kurzfristig stark reduziert werde, so die Forscher. Um wenigstens die Hälfte der Korallenriffe weltweit zu schützen, müsse die Erderwärmung auf höchstens 1,5 Grad begrenzt werden, schreiben die Forscher im Fachjournal „Nature Climate Change“. Angesichts der bisherigen Ergebnisse der Klimadiplomatie ein beinahe aussichtsloses Ziel.
Mit 19 verschiedenen Klimamodellen hatten die Frieler und ihre Kollegen den Wärmestress an 2160 Korallenstandorten weltweit simuliert. Kurzfristig können Korallen höhere Temperaturen vertragen - aber langfristig gefährden diese ihr Überleben. Wenn die Symbiose aus Korallen und Mikro-Algen, von denen die Korallen einen Großteil ihrer Energie und auch ihre Farbe erhalten, zusammenbricht, sprechen Forscher von einer sogenannten Korallenbleiche. Immer wieder gibt es Berichte über großflächiges Auftreten solcher Probleme.