Krankheit verläuft in Schüben
Baku, den 30. Mai (AZERTAG). Die Cupid-Studie war das Fortsetzungsprojekt mehrerer kleinerer Studien über die Wirkung von THC bei MS-Patienten. Wissenschaftler um Skaheen Lakhan und Marie Rowland von der Global Neuroscience Initiative Foundation in Los Angeles hatten insgesamt 38 Arbeiten, die eine Wirkung von THC und Cannabidiol (CBD) bei Multipler Sklerose untersucht hatten, erneut ausgewertet.
Für ihre Analyse wählten sie allerdings nicht alle Untersuchungen aus, sondern nur klinische Kurzzeitstudien, bei denen zusätzlich zur Untersuchungsgruppe auch eine Referenzgruppe beobachtet worden war, die wirkstofffreie Placebos erhalten hatte. Übrig blieben sechs Studien aus den Jahren 2002 bis 2007, an denen insgesamt 481 MS-Patienten teilgenommen hatten.
Fünf der sechs untersuchten Arbeiten waren zu dem Schluss gekommen, dass die im Cannabis enthaltenden Wirkstoffe positive Effekte bei MS-Patienten haben. So könne ein Cannabis-Extrakt Spastiken lindern und so die Bewegungsfähigkeit der Erkrankten verbessern. Zum Teil wurden allerdings erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen, schreiben Lakhan und Rowland in der Fachzeitschrift „BMC Neurology“. „Das therapeutische Potential von Cannabinoiden bei der Behandlung von MS ist umfangreich und sollte große Aufmerksamkeit finden“, sagte Lakhan über die Ergebnisse. Daran knüpften die britischen Neurologen in ihrer Cupid-Studie an.
Die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie verläuft in Schüben, die oft mit Spastiken verbunden sind. Dabei ziehen sich die Muskeln unwillkürlich zusammen, so dass die Patienten in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt sind. Bisherige Therapien und Medikamente sind häufig nur bedingt effektiv und mit starken Nebenwirkungen verbunden.