Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Krater am Grund des Tschebarkul-Sees gefunden

Baku, den 28. Februar (AZERTAG). Seit dem Einschlag eines Meteoriten im Ural wird nach dem Kernstück des Himmelskörpers gesucht. Am Grund des Tschebarkul-Sees haben Taucher nun offenbar Einschlagskrater gefunden, berichtet AZERTAG unter Berufung auf ausländische Massenmedien.

Knapp zwei Wochen nach dem Meteoriteneinschlag in Russland haben Taucher mögliche Krater auf dem Grund des Tschebarkul-Sees gefunden. Das gebe neue Hoffnung auf die Entdeckung der größten Teile des Himmelskörpers, sagte die Sprecherin der Stadt Tschebarkul, Ljubow Rudometowa, der Agentur Itar-Tass zufolge.

Eine etwa drei Meter dicke Schlammschicht am Boden erschwere die Suche. Ein Team um den Experten Viktor Grochowski aus Jekaterinburg will die Nachforschungen in den kommenden Tagen fortzusetzen.

Geplant sei nun, den Boden des Sees mit Spezialgeräten abzusuchen, sagte Grochowski. Er vermutet, dass das Hauptstück des Meteoriten in dem Gewässer liegt.

Nach einer ersten Tauchexpedition am 16. Februar hatten die Behörden die Suche zunächst eingestellt. Damals hatte es geheißen, das gezeigte Loch im Eis habe wohl einen anderen Ursprung.

Größtes Fundstück wiegt ein Kilogramm - Russische Wissenschaftler hatten in der Region am Ural zuvor bereits mehr als 100 weitere Teile des zerplatzten Giganten gefunden. Das schwerste Stück wiege gut ein Kilogramm, teilten Forscher der Föderalen Ural-Universität in Jekaterinburg mit. Das sei das bisher größte Stück.

Die Funde seien von einer Ski-Expedition mit 30 Teilnehmern am Wochenende eingesammelt worden, sagte der Meteoriten-Forscher Viktor Grochowski von der Russischen Akademie der Wissenschaften. Grochowski vermutet, dass das etwa 60 Zentimeter große Hauptstück sich im Tschebarkul-See 80 Kilometer von Tscheljabinsk befindet.

Von einer ersten Expedition hatten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben rund 50 Stücke ins Labor gebracht. Die meisten Fragmente wurden aus dem Eis des Tschebarkul-Seesgeborgen, in das der Meteorit einen sechs Meter großes Loch gerissen hatte.

Die Forscher hatten vor Betrügern gewarnt, die im Internet vermeintliche Teile des Meteoriten zu hohen Preisen anbieten. Zugleich setzten sie einen Finderlohn für echte Partikel aus.

Analysen belegen Echtheit der Meteoritenteile - Erste Analysen würden belegten, dass es sich um echte Meteoritenteile aus dem Weltall handele, sagte Viktor Grochowski von der Universität in Jekaterinburg. Der Stein habe einen Eisengehalt von schätzungsweise zehn Prozent, außerdem enthalte er Chrysolit und Sulfit. Der Meteorit gehöre zur Klasse „regulärer Chondriten“, erklärte die Universität.

Für die Wissenschaft sind Überreste von Meteoriten von großem Wert, da sie als übrig gebliebene Baustoffe von Planeten und Monden aus der Frühzeit des Sonnensystems gelten.

Die Druckwelle des am 15. Februar über Tscheljabinsk am Uralgebirge explodierten Meteoriten hatte rund 7000 Gebäude beschädigt. Durch berstendes Glas verletzten sich etwa 1500 Menschen.

Der Gesteinsbrocken war russischen Astronomen zufolge mit einem Tempo von rund 20 Kilometern pro Sekunde - 72.000 Stundenkilometern - durch die Atmosphäre gerast, heizte sich zu einem glühenden Feuerball auf und zerplatzte in einer Höhe von 30 bis 50 Kilometern.

Nach Berechnungen der europäischen Weltraumorganisation Esa hatte der Brocken ein Gewicht von 7000 bis 10.000 Tonnen. Der Auftreffwinkel war nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa mit weniger als 20 Grad recht flach.

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