Meeresdüngung könnte Klimawandel abschwächen
Baku, den 21. Juli (AZERTAG). Algenblüte entzieht der Atmosphäre das gefährliche Treibhausgas. Düngt man die Meere mit Eisen, könnte so der Klimawandel abgeschwächt werden. Forscher untersuchen, wie Organismen darauf reagieren.
Die Eisendüngung der Meere könnte sich möglicherweise doch als Maßnahme gegen den Klimawandel eignen. Denn in einem Experiment im Südpolarmeer hat die Eisengabe starke Algenblüten bis in 100 Meter Tiefe ausgelöst.
Die einzelligen Algen banden Kohlendioxid aus der Luft und transportierten es bis auf den Meeresgrund. Das zeigt die Auswertung des Experiments „Eifex,“ bei dem ein internationales Forscherteam im Jahr 2004 sieben Tonnen Eisensulfat im Südpolarmeer ausgebracht hatte.
Die durch das Eisen ausgelöste Algenblüte sei deutlich größer als bei den bisherigen Eisendüngungsversuchen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature“. Mindestens die Hälfte der dabei gebildeten Biomasse sei anschließend bis in tausend Meter Tiefe abgesunken und könnte den Kohlenstoff dort über Hunderte von Jahren speichern.
Spärlicher Eisengehalt bremst Algenwachstum-In vielen Teilen der Weltmeere ist das Wachstum von Algen durch den spärlichen Eisengehalt limitiert. Denn die Einzeller benötigen das lebenswichtige Element zur Photosynthese, bei der sie Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre aufnehmen und mit Hilfe des Sonnenlichts in Zucker und andere organische Substanzen umwandeln. Ein stärkeres Algenwachstum könnte daher auch - so die Hoffnung - den steigenden Treibhausgaswerten in der Atmosphäre entgegenwirken. Erreicht werden soll dies, indem in eisenarmen Meeresgebieten zusätzliches Eisen ausgebracht wird.
In den vergangenen Jahren führten Forscher bereits mehrere Experimente im Südpolarmeer durch, bei denen verschiedene Meeresgebiete mit Eisensulfat gedüngt wurden. Auch Victor Smetacek und seine Kollegen vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung brachten bei ihrem Eifex-Experiment im Jahr 2004 sieben Tonnen des gelösten Eisens in einem Ozeanwirbel im Südpolarmeer aus.