Mehr als 3000 Tone nach Überschwemmungen in Libyen
Baku, 12. September, AZERTAC
Nach dem massiven Unwetter mit verheerenden Überschwemmungen in Libyen finden die Behörden Tausende Tote. Allein in der massiv betroffenen Stadt Darna nach Behördenangaben mehr als 1000 Tote geborgen worden.
“Die Lage ist sehr katastrophal. Überall liegen Leichen - im Meer, in den Tälern, unter den Gebäuden“, sagte der Luftfahrtminister der im Osten herrschenden Regierung, Hichem Chkiuat, der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon. Er rechne damit, dass die endgültige Zahl der Opfer “sehr, sehr hoch“ sein werde. “Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass 25 Prozent der Stadt verschwunden sind.“ Viele Gebäude seien eingestürzt. Mehr als 300 Opfer wurden bereits in Massengräbern beerdigt, wie das libysche Portal “Babwat Al-Wasat“ berichtete.
Oberhalb der Stadt waren nach Angaben der Libyschen Nationalarmee zwei Staudämme geborsten und ganze Stadtteile daraufhin mit ihren Bewohnern ins Meer gespült worden. Tausende Menschen wurden vermisst. Die Behörden hatten am Montag bereits von mindestens 2000 Toten in den betroffenen Gebieten gesprochen. Auf Videobildern in sozialen Medien waren in Folge massiver Regenfälle zerstörte Häuser und Autos in von Schlammmassen überschwemmten Straßen zu sehen.
Die EU bot nun Libyen Hilfe an. “Wir sind bereit, unsere Partner vor Ort umgehend zu unterstützen“, teilte der für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic auf der Online-Plattform X (früher Twitter) mit. Ähnlich äußerte sich auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nannte die Nachrichten über das Unglück “bestürzend“. “Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen und ihren Familien“, schrieb er auf X. Deutschland biete seine Hilfe an.
Der Sturm “Daniel“ hatte das nordafrikanische Land am Sonntag erfasst. Die Regierung in der Hauptstadt Tripolis unter Ministerpräsident Abdul Hamid Dbaiba sprach von den schwersten Regenfällen seit mehr als 40 Jahren. Rettungsmaßnahmen gestalteten sich nach Angaben des Notfalldiensts schwierig. Man sei auf die Unterstützung von Hubschraubern angewiesen. Strom und Internetverbindung seien unterbrochen. Die betroffenen Regionen wurden zu “Katastrophengebieten“ erklärt.