Mehr Ozonabbau durch Vulkanausbruch
Baku, 12. Oktober, AZERTAC
Das Ozonloch über der Antarktis ist in diesem Jahr eines der größten seit Beginn der Messungen. Das hat die europäische Raumfahrtbehörde Esa vergangene Woche mitgeteilt. Im September war die Ozonschicht in der Antarktis auf einer Fläche von 26 Millionen Quadratkilometern ausgedünnt - das entspricht in etwa der Fläche von Brasilien.
Das Ozonloch gibt es nicht das ganz Jahr über: Es entsteht im Herbst und wächst im September und Oktober zu voller Größe heran. Zum Dezember hin steigen auf der Südhalbkugel die Temperaturen, der Sommer dort entspricht unserem Winter. In dieser Zeit verlangsamt sich der Abbau des Ozons in der Stratosphäre, der zweiten Schicht der Erdatmosphäre. Das Ozonloch wird also wieder kleiner und verschwindet.
Dass das Ozonloch in diesem Jahr doch wieder größer ausfällt, könnte der Esa zufolge mit der Eruption des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha‘apai im Januar 2022 zusammenhängen. Als der Unterwasservulkan im pazifischen Inselstaat Tonga ausgebrochen war, waren riesige Mengen Wasserdampf in die Stratosphäre gelangt. Sie erreichten den Südpol erst, als das Ozonloch des Jahres 2022 sich bereits wieder geschlossen hatte.
Wie genau sich der Vulkanausbruch wirklich ausgewirkt hat, werde derzeit noch genauer erforscht, so die Esa weiter. In ihrer Veröffentlichung heißt es auch, dass die Ozonschicht als Folge des Montreal-Protokolls bis zum Jahr 2050 vermutlich wieder ihre normale Dicke erreichen wird. Forschende warnen aber auch davor, dass der Klimawandel den Abbau des Ozonlochs verlangsamen oder sogar umkehren könnte.