Moskau: Gespräche über Energiekooperation im Südkaukasus im „3+3“-Format
Moskau, 16. Oktober, AZERTAC
Bei einer im Rahmen der Russischen Energiewoche in Moskau veranstalteten Gesprächsrunde zum Thema „Die Plattform 3+3: Energiekooperation als Säule des Friedens und der Sicherheit im Südkaukasus“ wurden die Perspektiven des Stromhandels sowie Möglichkeiten zur Abstimmung regionaler Energiestrategien erörtert.
Die Teilnehmer besprachen zudem die Nutzung bestehender Infrastrukturen, den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen in der Region sowie gemeinsame Projekte zur Stärkung der Stabilität.
In seinem Redebeitrag betonte Elschad Nasirov, Vizepräsident des staatlichen aserbaidschanischen Ölkonzerns SOCAR, wie wichtig eine effiziente Nutzung der Pipelines und eine vertiefte regionale Zusammenarbeit für die Gewährleistung einer zuverlässigen Energieversorgung seien. Er verwies auf die engen Energiebeziehungen Aserbaidschans zu die Türkei und Georgien sowie auf das Gas-Tauschabkommen mit Iran zur Versorgung der Autonomen Republik Nachtschiwan.
Die im vergangenen Dezember aufgenommenen Lieferungen von aserbaidschanischem Benzin und Dieselkraftstoff nach Armenien bezeichnete Nasirov als Beispiel dafür, wie eine pragmatische Zusammenarbeit im Energiesektor zum Frieden im Südkaukasus beitragen könne.
Der stellvertretende russische Energieminister Roman Marschawin schlug vor, dass die Mitgliedstaaten der regionalen Plattform „3+3“ ihre Energiestrategien miteinander abstimmen und die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie für die industrielle Entwicklung mit einem Zeithorizont bis 2050 und darüber hinaus prüfen sollten.
Saeid Tavakoli, stellvertretender iranischer Erdölminister und Leiter der National Iranian Gas Company, erklärte, die Plattform „3+3“ könne dazu beitragen, eine neue energiepolitische Agenda zu entwickeln. Er hob hervor, wie wichtig eine effizientere Nutzung der bestehenden Pipelines unter Berücksichtigung saisonaler Schwankungen bei der Versorgung sowie die gemeinsame Entwicklung unterirdischer Gasspeicher seien.
Eduard Martirosjan, Generaldirektor des armenischen Kernkraftwerks, sprach über die Perspektiven der Energiekooperation mit den Nachbarländern. Dabei verwies er auf die bereits vereinbarten Kraftstofflieferungen aus Aserbaidschan und erklärte, dass künftig auch ein Transit von Strom möglich werden könnte.
„Armenien beabsichtigt, die Energiekooperation mit seinen Nachbarn Iran und Georgien und langfristig auch mit Aserbaidschan auszubauen“, sagte Martirosjan.
Archil Sikharulidse, Gründer und Direktor des in Tiflis ansässigen Forschungsinstituts SIKHA Foundation, schloss einen künftigen Beitritt Georgiens zur Plattform nicht aus.
Die Veranstaltung wurde vom russischen Außenministerium und vom russischen Energieministerium mit Unterstützung der Roscongress-Stiftung und des Instituts für China und das moderne Asien der Russischen Akademie der Wissenschaften organisiert.