Muttermilch enthält Hemmstoffe gegen HI-Viren
Baku, den 16. Juni (AZERTAG). Wenn aidskranke Mütter ihre Kinder stillen, dann werden die nicht in jedem Fall angesteckt. Warum das so sein könnte, wollen Forscher jetzt herausgefunden haben. Ein Tierversuch legt nahe, dass Substanzen in der Muttermilch dem Erreger zusetzen können.
Wie lässt sich verhindern, dass aidskranke Mütter ihre Neugeborenen anstecken? Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekommt nur etwa jede zweite betroffene Schwangere antiretrovirale Medikamente. Nun haben Forscher gefunden, dass ausgerechnet die Muttermilch eine gewisse Schutzwirkung haben könnte.
Wie lässt sich verhindern, dass aidskranke Mütter ihre Neugeborenen anstecken? Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekommt nur etwa jede zweite betroffene Schwangere antiretrovirale Medikamente. Nun haben Forscher gefunden, dass ausgerechnet die Muttermilch eine gewisse Schutzwirkung haben könnte.
Angela Wahl und ihre Kollegen vom Center for Aids Research der University of North Carolina berichten im Fachmagazin „PLoS Pathogens“ von Substanzen in der Milch, die gegen eine Infektion mit HI-Viren schützen. Die Wirkung der Substanzen reiche aus, so die Forscher, um die Übertragung des Erregers in den meisten Fällen zu verhindern.
Die aktuellen Erkenntnisse stammen allerdings nur aus dem Versuch mit Mäusen. Die Forscher hatten mittels Genmanipulation die Abwehr der Tiere außer Kraft gesetzt und sie mit Vorläuferzellen von menschlichem Knochenmark, Leber - und Thymusgewebe geimpft. Dadurch entwickelten die Mäuse sowohl die Abwehrzellen als auch andere Komponenten des menschlichen Immunsystems. Sie reagierten dadurch auf HIV genauso sensibel wie ein Mensch.
In verschiedenen Tests spritzten sie den Tieren Lösungen mit Aidsviren und mit infizierten Abwehrzellen ins Blut, in den Magen oder in den Mund. Alle Tiere erhielten dabei jeweils nur eine Dosis der Virenlösung. In allen Fällen steckten sich dadurch 100 Prozent der Tiere mit HIV an. Spritzten die Wissenschaftler den Tieren die gleiche Virenmenge in Muttermilch gelöst in den Mund, infizierte sich keine der Mäuse.
Das Ergebnis zeige erstmals, dass Muttermilch die orale Übertragung von HIV durchaus verhindern könne, schreiben die Forscher. So ließe sich auch erklären, warum sich 85 Prozent der Kinder von HIV-positiven Müttern trotz monate- und teilweise sogar jahrelangem Stillen nicht infizierten. “Offenbar stecken sich Säuglinge nur dann über die Muttermilch an, wenn sie über längere Zeit immer wieder den Aidsviren in der Milch ausgesetzt sind“, schreiben Wahl und ihre Kollegen. Immerhin trinke ein Säugling im Durchschnitt rund 250 Liter Muttermilch pro Jahr.