Nordkorea testet wieder vermehrt Waffen
Baku, 22. Juli, AZERTAC
Die Spannungen zwischen Nordkorea und dem Süden dauern an. Nun hat Pjöngjang südkoreanischen Angaben zufolge mehrere Marschflugkörper ins Meer abgeschossen. Sie seien am Samstag gegen 4 Uhr Ortszeit (Freitag, 21 Uhr, MESZ) im Gelben Meer zwischen China und der koreanischen Halbinsel niedergegangen, teilte der südkoreanische Generalstab mit.
Südkorea und die USA analysierten die Starts und beobachteten “Anzeichen für weitere Aktivitäten“, hieß es weiter. Vor drei Tagen hatte Nordkorea an der gegenüberliegenden Küste zwei ballistische Raketen ins Ostmeer abgefeuert.
Pjöngjang hatte zuletzt wiederholt Waffentests vorgenommen. Kim Jong Un strebt die Ausweitung der Waffenentwicklung an, darunter auch taktische Atomwaffen. Südkorea und die USA haben in den vergangenen Monaten ihre Verteidigungszusammenarbeit intensiviert und gemeinsame Militärmanöver abgehalten.
Am Dienstag hatte Washington die Stationierung eines mit Atomwaffen bestückten U-Boots in Südkorea verkündet. Zuletzt war ein solches Schiff 1981 nach Südkorea entsandt worden. Es war erwartet worden, dass dieser Schritt eine Reaktion Nordkoreas hervorrufen würde. Am Mittwoch folgte dann zunächst der Abschuss von zwei ballistische Kurzstreckenraketen durch das nordkoreanische Militär.
Nordkorea drohte dem Süden mit Atomwaffen. Verteidigungsminister Kang Sun Nam sagte am Donnerstag, die “zunehmende Sichtbarkeit der Stationierung (...) strategischer Kapazitäten“ einschließlich der Entsendung des atomwaffenfähigen U-Boots durch die USA könnte unter Pjöngjangs “Bedingungen zum Einsatz von Atomwaffen“ fallen.
Das Verteidigungsministerium in Seoul warnte daraufhin am Freitag, der Einsatz von Atomwaffen würde das “Ende“ für das “nordkoreanische Regime“ bedeuten. Jeder Atomangriff Nordkoreas werde “eine sofortige, überwältigende und entschiedene Antwort“ nach sich ziehen.