Nördlichste Korallen entdeckt, Vulkan übertrifft Pest, getarnter Klimaforscher
Baku, den 7.August (AZERTAG). Vor Japan haben Forscher die nördlichsten Korallen entdeckt, die wie tropische Riffe leben. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Nicht die Pest, sondern ein Vulkanausbruch sorgte womöglich für Massensterben im Mittelalter - und ein Klimaforscher tarnt sich als Skeptiker.
Korallen vermutet man in den Tropen, in türkisem Meer. Nun jedoch haben Forscher in kühlem Wasser vor der Küste Japans ein Korallenriff entdeckt. Es handele sich um das bei weitem nördlichste Korallenriff der Welt, schreiben sie im Fachblatt „Geology“. Das Riff liege vor der Insel Tsushima zwischen Japan und Südkorea (siehe Karte).
Die Entdeckung liefert ein neues Bild von Korallen: Die Unterwassergärten, so glaubte man bislang, benötigten klares Wasser und mindestens 18 Grad milde Umgebung, auch im Winter. Eine Ausnahme schienen lediglich Tiefwasserkorallen, die ohne Sonnenlicht sogar vor Norwegen gedeihen. Die Art vor Japan indes gedeihe auf gleiche Weise wie ihre tropischen Verwandten selbst bei 13 Grad in trübem Wasser, berichten die Wissenschaftler um Hiroya Yamano vom National Institute for Environmental Studies im japanischen Onogawa.
Das Riff bestehe großteils aus der Korallenart Favia, einer massiven braunen Sorte. Die meisten anderen Korallenriffe hingegen sind bunt und verästelt. Favia sei robuster, berichtet Yamano.
Doch auch eine Besonderheit des örtlichen Meeresklimas sichere das Überleben des Riffes an der extremen Stelle: Eine milde Südströmung transportiere offenbar Korallenlarven aus den Subtropen vor die japanischen Küste, meinen die Forscher. Vermutlich gebe es weitere Korallenriffe in hohen Breiten - die Fahndung kann beginnen.