Peru: Tausend Jahre alte Mumie auf Baustelle entdeckt
Baku, 21. Juni, AZERTAC
Wenn in Perus Hauptstadt Lima gebaut wird, sind Archäologen oft nicht weit. Die Region ist seit Jahrhunderten besiedelt, und so treten bei Erdarbeiten regelmäßig spektakuläre Funde zutage. Wie in der vergangenen Woche, wie nun bekannt wurde.
Bei Bauarbeiten am Versorgungsnetz für Erdgasleitungen sind Arbeiter auf eine Mumie gestoßen. Am Schädel sind braune Haare erhalten geblieben, der Rest des Körpers ist stark skelettiert. Die Überreste gehören zu einem Jugendlichen, der im Alter zwischen 10 und 15 Jahren gestorben ist.
Ausstattung fürs Jenseits - Die Art und Weise der Bestattung und die gefundenen Gegenstände stimmten mit einem Stil überein, der sich „zwischen 1000 und 1200 entwickelte“, sagte Archäologe Jose Aliaga, der die Mumie im Auftrag des Gasunternehmens Calidda untersuchte.
Das Grab und die Artefakte gehören dem Wissenschaftler zufolge zur Kultur der Chancay, die zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert in der Gegend um Lima lebten – noch vor den Inkas. Die Mumie wurde „in sitzender Position mit angewinkelten Armen und Beinen“ bestattet und in ein Leichentuch gehüllt.
Neben der Mumie befanden sich Beigaben aus Keramik, darunter Teller, Flaschen und Krüge, die mit geometrischen Figuren und Darstellungen von Fischen verziert waren.
In Peru müssen Versorgungsunternehmen Archäologen beauftragen, wenn sie Erdbohrungen ausführen, da sie dabei möglicherweise auf archäologische Hinterlassenschaften stoßen. Das Gasunternehmen Calidda hat seit dem Jahr 2004 mehr als 2200 archäologische Funde gemacht.