Präsident Ilham Aliyev gibt dem Aserbaidschanischen Fernsehen in Nachtschiwan Interview VIDEO
Nachtschiwan 11. August, AZERTAC
Präsident Ilham Aliyev gab dem aserbaidschanischen Fernsehsender in Nachtschiwan ein Interview.
Journalist: Herr Präsident, herzlich willkommen. Zunächst möchte ich Ihnen dafür danken, dass Sie sich trotz Ihres engen Terminkalenders Zeit für dieses Interview genommen haben. Wenn Sie erlauben, würden wir mit den Fragen beginnen.
Präsident Ilham Aliyev: Bitte.
Journalist: Dies ist Ihr 17. Besuch in Nachtschiwan, und auch im Rahmen dieses Besuchs konnten wir Zeugen wichtiger Ereignisse werden. Wie würden Sie insgesamt die Einzelheiten, Ergebnisse und Resultate dieses Besuchs bewerten?
Präsident Ilham Aliyev: Eigentlich sind mein Besuch und die Veranstaltungen, an denen ich während meines Aufenthalts teilgenommen habe, bereits für sich genommen ein Indikator. Sie zeigen erneut, dass sich die Autonome Republik Nachtschiwan umfassend entwickelt. Wie Sie bereits erwähnt haben, besuche ich Nachtschiwan nun zum 17. Mal als Präsident, und jeder meiner Besuche hat eine große Bedeutung und bringt positive Ergebnisse mit sich.
In diesen Jahren wurden zahlreiche wichtige Projekte umgesetzt und die umfassende Entwicklung Nachtschiwans sichergestellt. Die heutigen Veranstaltungen sind eine Fortsetzung der geleisteten Arbeit. Natürlich werden auch künftig die notwendigen Entscheidungen getroffen und die rasche sozialwirtschaftliche Entwicklung Nachtschiwans weiter vorangetrieben.
In all diesen Jahren hatte zunächst die Stärkung des Verteidigungspotenzials Nachtschiwans höchste Priorität. Auch in diesem Bereich wurde viel erreicht. Bei der heutigen Zeremonie zur Übergabe der Flagge wurde erneut die militärische Stärke Nachtschiwans deutlich – sowohl durch die Ausstattung mit moderner, insbesondere modernster Militärtechnik als auch durch die Aufstellung neuer Kommandoeinheiten. Dies entspricht auch der Entwicklung, die wir in letzter Zeit bei den aserbaidschanischen Streitkräften beobachten.
Wie Sie wissen, wurde in Nachtschiwan auf meinen Erlass hin die Separate Allgemeine Armee geschaffen. Diese Armee ist selbstverständlich ein integraler Bestandteil der aserbaidschanischen Streitkräfte. Aufgrund der besonderen geografischen Lage Nachtschiwans und der fehlenden territorialen Verbindung zum aserbaidschanischen Kernland hat die Gewährleistung der Sicherheit dieser Region – der Autonomen Republik – für uns jedoch eine besondere Bedeutung. Das war und bleibt so.
Deshalb ist dies die erste Voraussetzung. Wie ich heute bereits sagte, gehören die aserbaidschanischen Streitkräfte zu den maßgeblichen militärischen Kräften der Region. Auch das militärische Potenzial in Nachtschiwan wird von Tag zu Tag gestärkt und weiter ausgebaut werden.
Was die anderen Maßnahmen betrifft, möchte ich insbesondere die bereits geleistete und künftig geplante Arbeit zur Schaffung von Arbeitsplätzen hervorheben. Heute wurde der Grundstein für den Industriepark Nachtschiwan gelegt. In Aserbaidschan wurden auf meine Anweisung zahlreiche Industrieparks geschaffen. Gemessen an der Fläche ist der Industriepark Nachtschiwan nach dem Industriepark Sumgait der zweitgrößte des Landes. Wie gesagt, heute wurde der Grundstein gelegt, und ich bin überzeugt, dass dort schon bald die praktischen Arbeiten beginnen werden.
Gleichzeitig wird als Bestandteil dieses Parks ein 300-Megawatt-Wärmekraftwerk errichtet. Dazu möchte ich anmerken, dass die derzeitige Erzeugungskapazität Nachtschiwans bei etwa 200 Megawatt liegt. Allein dieses eine Kraftwerk wird sie um das Eineinhalbfache erhöhen.
Dieses Kraftwerk verfolgt selbstverständlich zwei Ziele: Erstens soll es die Autonome Republik Nachtschiwan zuverlässig und stabil mit Energie versorgen, und zweitens geht es um die Möglichkeit von Energieexporten.
Wenn es heute in unserer Region nur wenige Länder gibt, die keine Probleme mit der Stromversorgung haben, gehört Aserbaidschan zu den führenden unter ihnen. Denn aus verschiedenen Gründen erlebt unsere Region derzeit eine Energiekrise, die sich noch verschärfen könnte. Dazu zählen die Kriege in unserer Region, zunehmende Risiken, Unterbrechungen der Transportketten für Energieträger und andere Faktoren. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es künftig zu weiteren unerwünschten Ereignissen kommt.
Deshalb ist die besondere Rolle Aserbaidschans unbestreitbar. Wir müssen dafür sorgen, dass die kontinuierliche und zuverlässige Energieversorgung Nachtschiwans niemals beeinträchtigt wird.
Zu diesem Zweck haben wir seinerzeit ebenfalls auf meine Initiative hin mit der Islamischen Republik Iran ein Abkommen über den Gasaustausch unterzeichnet. Im Rahmen dieses Abkommens wurde eine Gasleitung vom Iran nach Aserbaidschan gebaut. Gleichzeitig wurde der Gastransport vom aserbaidschanischen Bezirk Astara in das iranische Hoheitsgebiet gewährleistet. Auf diese Weise haben wir Nachtschiwan über einen Austauschmechanismus zu 100 Prozent mit Gas versorgt.
Parallel dazu haben wir die Gasversorgung ausgebaut. Seit vielen Jahren – ich würde sagen, seit etwa 15 Jahren oder vielleicht sogar länger – beträgt der Grad der Gasversorgung in Nachtschiwan 100 Prozent. In Aserbaidschan insgesamt liegt dieser Wert bei 96 Prozent, was ebenfalls eine sehr hohe Quote ist. In Nachtschiwan sind es jedoch bereits 100 Prozent. Auch dies war ein Schritt zur Stärkung der Energiesicherheit.
Hier wurden zudem mehrere Wasser- und Solarkraftwerke sowie ein Kraftwerk in Modulbauweise errichtet. Die Energiesicherheit ist, wie ich bereits sagte, nach der physischen Sicherheit der zweitwichtigste Faktor.
Heute wurde, wie bereits erwähnt, der Grundstein für das 300-Megawatt-Wärmekraftwerk gelegt, und ich habe mich außerdem mit dem Bau von zwei Solarkraftwerken mit einer Leistung von jeweils 50 Megawatt vertraut gemacht.
Das Potenzial Nachtschiwans für Solarenergie ist sehr groß. Auf Grundlage der durchgeführten Überwachung und detaillierter Analysen ist Nachtschiwan am besten geeigneter Standort in Aserbaidschan für die Erzeugung von Solarstrom.
Daher wurde bereits eine Fläche von mehr als 600 Hektar ausgewiesen, auf der Solarkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von mehreren hundert Megawatt errichtet werden sollen.
Erfreulich ist, dass bei uns grundsätzlich der Privatsektor mit der Entwicklung erneuerbarer Energiequellen befasst ist. Die Informationen, die mir heute vorgelegt wurden, zeigen, dass diese Projekte für Investoren auch aus wirtschaftlicher Sicht, also hinsichtlich ihrer Rentabilität, attraktiv sind.
Hier spielen sowohl das positive Investitionsklima in Aserbaidschan als auch die staatliche Unterstützung für die Entwicklung erneuerbarer Energien und insgesamt unser wachsendes Potenzial, einschließlich unserer Exportmöglichkeiten, eine wichtige Rolle.
Denn wie ich bereits erwähnt habe, ist Nachtschiwan heute hinsichtlich seiner Stromversorgung vollständig abgesichert.
Die von mir genannten 200 Megawatt Erzeugungskapazität liegen bereits über dem derzeitigen Strombedarf Nachtschiwans. Wir müssen jedoch in die Zukunft blicken.
Die rasche Entwicklung Nachtschiwans wird weiter vorangetrieben, unter anderem durch die Umsetzung des Staatlichen Programms. Auch dieses Programm wurde auf meinen Erlass hin verabschiedet.
Im Rahmen dieses Programms soll auch der Export großer Mengen elektrischer Energie aus Nachtschiwan vorgesehen werden.
Ein weiterer wichtiger Bereich – und auch dieser Bereich stand heute auf dem Programm meines Besuchs – ist der Schutz der historischen und kulturellen Denkmäler Nachtschiwans.
Wie Sie wissen, verfügt Nachtschiwan über eine sehr reiche Geschichte und Kultur, darunter auch eine bedeutende architektonische Tradition. Nachtschiwan war die Hauptstadt des alten Staates der Atabey-Eldegisen und zahlreiche Denkmäler aus dieser sowie aus späteren Epochen sind von weltweiter Bedeutung.
Heute wurden mir die Arbeiten zur Restaurierung von Momine-Khatun-Mausoleum vorgestellt. Gleichzeitig sind die Konservierung, der Schutz und die Restaurierung weiterer historischer und kultureller Objekte vorgesehen.
Zu Ehren des berühmten aus Nachtschiwan stammenden Architekten Ädschami Nachtschiwani, des Schöpfers des Momine-Khatun-Mausoleums, wurde ein Denkmal errichtet. Hinter diesem Denkmal befindet sich sein unvergängliches Werk – das Momine-Khatun-Mausoleum.
All diese Fragen sind von großer Bedeutung. Denn selbstverständlich sind die sozialwirtschaftliche Entwicklung und die Energiesicherheit wichtige Themen. Doch die Grundlage all dieser Arbeiten bilden unsere nationale Identität und unser Nationalgeist, ebenso wie unsere Kultur, unsere Sprache, unsere Literatur und unsere Geschichte.
Das aserbaidschanische Volk ist ein glückliches Volk. Wir können stolz auf unsere Geschichte, unsere Kultur und unsere herausragenden Persönlichkeiten sein.
Nachtschiwan hat Aserbaidschan zugleich zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten geschenkt. Nachtschiwan hat dem aserbaidschanischen Volk mit dem großen Staatsmann Heydar Aliyev einen herausragenden Führer und großen Sohn des Landes geschenkt.
Die reiche Geschichte dieser Region, der Mut ihrer Bewohner, ihre Verbundenheit mit der Heimat sowie die strategische Lage und das Potenzial Nachtschiwans – ebenso wie die hier bereits umgesetzten und künftig geplanten Projekte – sind heute nicht nur für Aserbaidschan, wobei sie natürlich in erster Linie für Aserbaidschan von Bedeutung sind, sondern für eine weit größere Region von großer Bedeutung.
Wenn wir beispielsweise über Verkehrskorridore sprechen, sehen wir heute am Beispiel Nachtschiwans neue Verkehrsadern entstehen. Wir schaffen diese Verbindungen. Um dies zu verwirklichen, wurde bereits viel getan, und weitere Arbeiten werden folgen. Deshalb wird diesen Fragen auch künftig kontinuierlich Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Heute kann ich außerdem die Eröffnung des DOST-Zentrums im Bereich der sozialen Dienstleistungen hervorheben. Daneben befindet sich ein ASAN-Servicezentrum. Auch dieses wurde seinerzeit auf meine Anweisung hin eingerichtet, damit den Menschen noch bessere Dienstleistungen angeboten werden können.
Allein ein Blick auf das Programm meines Besuchs genügt, damit jeder erkennen kann, dass die Entwicklung Nachtschiwans Realität ist.
Ich möchte außerdem hinzufügen, dass Nachtschiwan auch im vor einigen Monaten verabschiedeten Staatlichen Programm zur Entwicklung der Landwirtschaft einen besonderen Platz einnimmt und entsprechende Mittel vorgesehen sind.
Dazu gehören auch Bewässerungsprojekte, die ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Landwirtschaft sind und derzeit umgesetzt werden. Zahlreiche artesische Brunnen sollen gebohrt und moderne Bewässerungssysteme installiert werden.
Bisher nicht bewässerte landwirtschaftliche Flächen werden künftig mit Wasser versorgt. Dadurch wird die Entwicklung der Autonomen Republik noch schneller und umfassender voranschreiten.
Journalist: Herr Präsident, dieser Besuch findet auch unter neuen Realitäten statt. Die wichtigste dieser neuen Realitäten ist wohl der sogenannte Sangesur-Korridor. Sie hatten unmittelbar nach dem Krieg erklärt, dass dieser Korridor auf jeden Fall geöffnet werde, unabhängig davon, ob jemand dies wolle oder nicht. In welchem Stadium befinden sich derzeit die Arbeiten zur Wiederherstellung und Öffnung der Eisenbahnverbindung nach Nachtschiwan und des Sangesur-Korridors?
Präsident Ilham Aliyev: Wie Sie wissen, ging die Initiative zur Schaffung des Sangesur-Korridors von uns aus. Die Verbindung des aserbaidschanischen Kernlandes mit Nachtschiwan, das ein untrennbarer Teil Aserbaidschans ist, war seit Langem unser Wunsch. Wir haben dieses Ziel entschlossen und mit großem Geschick verfolgt, uns ihm Schritt für Schritt genähert und sind ihm inzwischen sehr nahe.
Wie Sie sich erinnern, wurde nach dem Ende des Zweiten Garabagh-Krieges eine trilaterale Erklärung vom Präsidenten Aserbaidschans, dem Präsidenten Russlands und dem Premierminister Armeniens unterzeichnet. Im Grunde war dies für Armenien eine Kapitulationsurkunde, denn Armenien hatte sich ergeben. Damals wurden die noch besetzten Gebiete – wir hatten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Zuge von Kampfhandlungen befreit – Aghdam, Kelbadschar und Latschin ohne einen einzigen Schuss an uns zurückgegeben.
Natürlich hat Armenien dies nicht freiwillig getan; wir haben es dazu gezwungen. Wenn man eine Seite im Krieg dazu zwingt, etwas zu tun, bedeutet das, dass diese Seite kapituliert hat. Man sollte in diesem Begriff also keine herabwürdigende oder beleidigende Bedeutung suchen. Es handelt sich schlicht um eine Realität.
Wir müssen die Geschichte so kennen, wie sie tatsächlich war, sie dürfen wir nicht vergessen und wir dürfen niemals zulassen, dass sie verfälscht wird oder entsprechende Versuche unternommen werden.
Damals, am 9. November, nachdem Schuscha befreit worden war, fanden über Vermittlung des russischen Präsidenten trilaterale Verhandlungen statt. Ich bestand nachdrücklich darauf, dass in der zu unterzeichnenden Erklärung unbedingt ein Korridor festgehalten wird, der das aserbaidschanische Kernland mit der Autonomen Republik Nachtschiwan verbindet.
Die armenische Seite wollte dem nicht zustimmen. Sie hatte jedoch nicht allzu viele Alternativen. Wäre der Krieg fortgesetzt worden, hätten selbstverständlich auch wir Verluste erlitten, aber Armenien hätte weitaus größere Verluste erlitten. Denn seine Truppen waren praktisch eingekesselt, und ihre vollständige Vernichtung wäre faktisch möglich gewesen.
Deshalb stimmte Armenien der Vereinbarung trotz seines Widerwillens zu, und diese Erklärung ist allgemein bekannt; sie enthält einen entsprechenden Passus.
In den fünf Jahren seit dem Zweiten Garabagh-Krieg wurden jedoch keinerlei praktische Schritte zur Öffnung des Sangesur-Korridors unternommen. Wir haben sowohl Russland als auch Armenien wiederholt darauf hingewiesen, dass Zeit vergeht, dass dieser wichtige Teil der Erklärung nicht umgesetzt wird und dass dies nicht hinnehmbar ist.
Zu verschiedenen Zeiten erhielten wir unterschiedliche Antworten. Ich möchte darauf nicht näher eingehen. Tatsache ist, dass Armenien versucht hat, die Angelegenheit auf jede erdenkliche Weise hinauszuzögern. Die russische Seite konnte dies entweder nicht gewährleisten oder es gab andere Gründe.
Fakt ist jedenfalls, dass die Angelegenheit bis August vergangenen Jahres eingefroren war.
Als die Vereinigten Staaten begannen, sich dieser Frage anzunehmen – erste Kontakte hatten etwa im Frühjahr vergangenen Jahres, zu Beginn des Frühlings, begonnen –, wurde dieser Prozess schließlich eingeleitet. Die USA bemühten sich natürlich darum, zum Prozess der Normalisierung zwischen Armenien und Aserbaidschan beizutragen, und erklärten ihre Bereitschaft dazu. Wir hatten selbstverständlich einige wichtige Bedingungen, darunter auch den Sangesur-Korridor.
Letztlich wurde diese Frage beim historischen Washingtoner Gipfeltreffen am 8. August 2025 gelöst. Mit der Umsetzung dieses Projekts, das den Namen TRIPP trägt, wurde bereits begonnen.
Vor Kurzem, vor drei Tagen – am 8. August –, wurde dieses Thema auch während meines Gesprächs mit Präsident Trump angesprochen. Beide Seiten bekräftigten ihre Überzeugung, dass dieses wichtige Verkehrsprojekt auf jeden Fall und möglichst bald umgesetzt werden wird. Das ist die Vorgeschichte dieser Frage.
Gleichzeitig haben wir unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Garabagh-Krieges mit der Wiederherstellung sowohl der Eisenbahn- als auch der Straßenverbindungen begonnen, darunter auch mit dem Bau der Straßen in Richtung Nachtschiwan.
Heute ist die Straße Horadiz–Aghband praktisch fertig. Es sind nur noch einige kleinere Arbeiten abzuschließen. Auch der Bau der Eisenbahnstrecke schreitet zügig voran.
Wir könnten dieses Projekt jederzeit beschleunigen. Da der armenische Abschnitt jedoch noch nicht fertig ist, sehen wir derzeit keine Notwendigkeit dafür. Denn wir wollen unsere Investitionen und Mittel auf wichtigere und dringendere Aufgaben konzentrieren.
Unabhängig davon wird die Eisenbahn im kommenden Jahr die armenische Grenze erreichen.
Was den Bau der Eisenbahnstrecke in Nachtschiwan betrifft, so laufen die Arbeiten derzeit. Auf meine Anweisung hin ist das Verkehrsministerium damit befasst. Aserbaidschanische Eisenbahnen hat mit den Bauarbeiten in Richtung Ordubad begonnen, und die fehlenden Abschnitte werden neu errichtet.
Zwei Abschnitte sind nicht mehr vorhanden; beide befinden sich in der Nähe der armenischen Grenze – einer im Gebiet von Ordubad und der andere im Gebiet des Bezirks Sadarak. Die Länge beider Abschnitte ist nicht besonders groß und beträgt jeweils etwa drei bis sieben Kilometer.
Die übrige Eisenbahnstrecke ist grundsätzlich betriebsfähig und wird auch heute genutzt bzw. kann genutzt werden.
Die derzeit bestehende Eisenbahn hat jedoch eine Transportkapazität von 1,5 Millionen Tonnen. Für die erste Phase reicht dies aus, damit diese Strecke, die ein Teil des Sangesur-Korridors und allgemein ein Zweig des Ost-West-Verkehrskorridors ist, ihren Betrieb aufnehmen kann.
Unser Ziel ist jedoch, dass über diesen Verkehrskorridor mindestens 15 Millionen Tonnen Fracht transportiert werden.
Deshalb muss die bestehende Eisenbahn heute umfassend modernisiert und rehabilitiert werden. Die Informationen und die Präsentation, die mir heute vorgelegt wurden, waren sehr wichtig.
Meine Anweisung lautet daher: Wir dürfen keine Zeit verlieren. Aserbaidschan kann und muss diese Eisenbahn aus eigenen Mitteln vollständig betriebsfähig machen und ihre Transportkapazität auf 15 Millionen Tonnen erhöhen.
Ich möchte auch darauf hinweisen, dass zahlreiche internationale Organisationen und einige Länder Interesse an dieser Strecke zeigen, insbesondere am Nachtschiwan-Abschnitt der aserbaidschanischen Eisenbahn.
Eine davon ist die Europäische Union. Vertreter der Europäischen Union wurden nach Nachtschiwan entsandt. Sie haben sich vor Ort mit der Situation vertraut gemacht und möchten ebenfalls an diesem Korridor beteiligt sein.
Grundsätzlich haben wir nichts dagegen. Unsere Position ist, dass die Aserbaidschanischen Eisenbahnen die Arbeiten in den auf dem aserbaidschanischen Kernland gelegenen Gebieten bereits vollständig abschließen und dort keine ausländische Beteiligung erforderlich ist.
Was die Modernisierung der Eisenbahnstrecke in Nachtschiwan betrifft, könnte grundsätzlich ein internationales Konsortium gegründet werden.
Ein solches internationales Konsortium könnte selbstverständlich aus Investoren bestehen, sofern die Mehrheitsbeteiligung beim aserbaidschanischen Staat verbleibt. Dafür sind wir offen.
Sollte dies nicht zustande kommen, werden wir diese Strecke selbst bauen. Wir haben derzeit keinerlei finanzielle Probleme. Selbst wenn dies der Fall wäre, würden wir für ein derart wichtiges Projekt jederzeit die erforderlichen Mittel aufbringen.
Wir sind jedoch der Auffassung, dass das Eisenbahnprojekt Nachtschiwan von einem Konsortium aus mehreren Unternehmen umgesetzt werden könnte, um diese Strecke für internationale Akteure und potenzielle Verlader attraktiver zu machen.
Zu dieser Frage haben wir bereits bestimmte Signale aus mehreren Ländern erhalten. Ich möchte noch nicht näher darauf eingehen. Aus konzeptioneller Sicht ist dies jedoch möglich.
Ich habe heute auch dem Verkehrsminister und dem Leiter der Eisenbahnverwaltung gesagt: Wir sind dafür selbstverständlich offen, wollen aber keine Zeit verlieren. Denn aus meinem letzten Gespräch mit Präsident Trump wurde deutlich, dass der Bau der Eisenbahnstrecke auf armenischem Gebiet noch in diesem Jahr beginnen soll. Dort handelt es sich lediglich um 42 Kilometer Strecke.
Auf dem Gebiet Nachtschiwans wird die Strecke auf Grundlage einer neuen technisch-wirtschaftlichen Machbarkeitsstudie – eine vollständig neue Studie wurde inzwischen ausgearbeitet – 194 Kilometer lang sein. Früher war die Strecke kürzer. Warum ist sie nun länger? Weil die Kurven früher kürzer waren. Wenn wir diese alte Trasse zugrunde legen und sie genau so wiederherstellen würden, könnte sie keine 15 Millionen Tonnen Fracht bewältigen. Deshalb wird die Strecke länger sein – 194 Kilometer. Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wir verfügen sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr über die erforderlichen finanziellen Mittel. Daher werden meine Worte wahrscheinlich auch verschiedene Adressaten erreichen: Wenn jemand an diesem Projekt teilnehmen möchte, sollte er keine Zeit verlieren und möglichst bald mit uns eine Vereinbarung treffen. Denn bürokratische Hindernisse oder das Hinauszögern von Entscheidungen – das entspricht nicht der Arbeitsweise Aserbaidschans. Wir legen die Fragen fest, treffen Entscheidungen und beginnen unverzüglich mit deren Umsetzung.
Die Bedeutung dieser Strecke wird, wie gesagt, nicht nur für Aserbaidschan, sondern für eine weit größere Region von Bedeutung sein. Denn wie bereits erwähnt, wird sie ein Zweig des Ost-West-Verkehrskorridors sein. Gleichzeitig wird sie auch ein Zweig des Nord-Süd-Verkehrskorridors sein.
Wenn wir heute vom Nord-Süd-Verkehrskorridor sprechen, ist damit üblicherweise die Verbindung Russland–Aserbaidschan–Iran, also die Verbindung über Astara und die Strecke Astara–Rascht auf iranischem Gebiet, gemeint. Soweit ich weiß, hat die Umsetzung dieses Projekts entweder bereits begonnen oder wird beginnen. Jedenfalls ist der entsprechende Abschnitt auf aserbaidschanischem Gebiet fertig. Nach der Öffnung des Sangesur-Korridors wird jedoch eine zweite Eisenbahnverbindung von Aserbaidschan in den Iran entstehen. Denn vom Sangesur-Korridor aus führt die Strecke nach Nachtschiwan, und vom Eisenbahnknotenpunkt Julfa/Dschulfa besteht eine Eisenbahnverbindung in den Iran. Das bedeutet, dass dieses Projekt schneller realisiert werden kann. Der Nord-Süd-Verkehrskorridor führt in Richtung Persischer Golf. Von dort aus könnte er beispielsweise bis nach Pakistan verlängert werden, das dieser Region geografisch nahe liegt. Damit wird dies zu einem äußerst wichtigen Verkehrsprojekt, in dessen Zentrum Nachtschiwan steht.
Aus strategischer Sicht spielt dieser Faktor daher heute neben den von mir bereits genannten Faktoren eine sehr wichtige Rolle. Selbstverständlich werden beispielsweise 15 Millionen Tonnen oder vielleicht noch mehr Fracht, die über diese Strecke transportiert werden, zu einer deutlich stärkeren wirtschaftlichen Belebung führen. Es werden mehr Arbeitsplätze entstehen, die wirtschaftliche Aktivität wird zunehmen, und Nachtschiwan könnte, so könnte man sagen, zu einem der unverzichtbaren Verkehrsknotenpunkte werden. Das ist durchaus möglich.
Wir alle wissen sehr gut und haben bereits mehrfach darüber gesprochen, dass unser Land keinen Zugang zu offenen Meeren und keinen direkten Zugang zu den Weltmeeren hat. Doch wenn heute über die Umsetzung eurasischer Verkehrskorridore gesprochen wird, ist es unmöglich, uns zu umgehen oder an uns vorbeizuführen. Nachtschiwan wird dieselbe Zukunft haben. Und selbstverständlich wird uns dies sowohl wirtschaftliche als auch andere Vorteile bringen.
Journalist: Herr Präsident, Sie haben dieses Thema bereits teilweise angesprochen. Im Bereich der Energieversorgung und Energiesicherheit Nachtschiwans werden konsequent Maßnahmen umgesetzt. Besonders hervorheben können wir die Inbetriebnahme der Gaspipeline Igdır–Nachtschiwan im vergangenen Jahr sowie die Schritte zur Nutzung des Potenzials Nachtschiwans im Bereich der erneuerbaren Energien. Wie bewerten Sie die aktuelle Situation und die Perspektiven insgesamt? Können wir auch in Nachtschiwan ausländische Investitionen sehen? In diesem Bereich?
Präsident Ilham Aliyev: Ja, unbedingt, unbedingt. Das wird kommen. Uns liegen bereits aus vielen Richtungen entsprechende Angebote vor.
Sowohl im aserbaidschanischen Kernland als auch im Kaspischen Meer wurden bereits konkrete Projekte gestartet. Ebenso wurden, wie Sie wissen, in den von der Besatzung befreiten Gebieten bereits konkrete Projekte in Angriff genommen. Einige sind bereits in Betrieb genommen worden, andere werden derzeit umgesetzt.
Unter anderem werden hier unter Berücksichtigung des Solarenergiepotenzials und insbesondere des Wasserkraftpotenzials der Autonomen Republik Nachtschiwan noch umfangreichere Arbeiten durchgeführt werden.
Eines der derzeit auf der Tagesordnung stehenden Projekte ist beispielsweise der Bau eines Wasserkraftwerks im Dorf Tivi im Bezirk Ordubad mit einer Leistung von etwas mehr als 15 Megawatt. Für die Fortsetzung dieses Projekts werden wir ebenfalls Mittel bereitstellen.
Wie bereits erwähnt, bauen lokale Investoren Solarkraftwerke mit einer Leistung von 50 Megawatt. Auch ausländische Investoren zeigen Interesse.
Ich bin der Auffassung, dass allein die Erzeugung von Solarstrom in Nachtschiwan mindestens etwa 500 Megawatt erreichen könnte – mindestens. Es könnten sogar 1.000 Megawatt sein.
Die entscheidende Frage ist dabei die Möglichkeit des Stromexports. Dafür müssen selbstverständlich Gespräche mit den zuständigen Stellen der betreffenden Länder geführt werden, und diese Gespräche finden bereits statt.
Gleichzeitig müssen wir die Kapazitäten unserer Übertragungsleitungen ausbauen. Denn heute bestehen sowohl Verbindungen von Nachtschiwan in den Iran als auch in die Türkei, doch ihre Kapazitäten sind derzeit etwas begrenzt.
Wenn wir also 500 oder sogar 1.000 Megawatt Strom exportieren wollen, gibt es derzeit zwei Richtungen: die Türkei und den Iran. In Zukunft könnte auch Europa hinzukommen.
Deshalb ist es von größerer Bedeutung, den Sangesur-Korridor mit konkreten Projekten auszustatten.
Als wir die Idee und Initiative des Sangesur-Korridors vorbrachten, stand zunächst vor allem der Verkehrssektor im Mittelpunkt. Heute betrachten wir das jedoch umfassender.
Beispielsweise liegt uns bereits ein Projekt für den Bau von Stromleitungen vom aserbaidschanischen Kernland über armenisches Gebiet nach Nachtschiwan vor.
Im befreiten Bezirk Jaybrayil/Dschäbrayil wurde eine sehr große Umspannstation errichtet. Ihre Hauptfunktion besteht in der Übertragung von Strom. Solche Anlagen werden als Übertragungs- bzw. Konverter-Umspannwerke bezeichnet.
Sie wurde nicht für die lokale Versorgung errichtet, sondern für die Übertragung großer Energiemengen. Sie ist fertiggestellt und wurde speziell für den Sangesur-Energiekorridor errichtet.
Auf Grundlage einer von unseren Fachleuten durchgeführten Analyse des armenischen Gebiets wurden sogar bereits konkrete Standorte festgelegt, an denen die Strommasten errichtet werden sollen. Ich hoffe, dass auch die armenische Seite diese Frage nicht weiter hinauszögern wird. Denn erstens könnte dies auch für Armenien selbst notwendig werden. Denn die wichtigste Energiequelle Armeniens ist heute das Kernkraftwerk. Dessen Steuerung liegt zudem nicht in ihren Händen. Das ist der erste Punkt. Zweitens ist dieses Kraftwerk veraltet und stellt eine Gefahrenquelle für die gesamte Region dar. Aserbaidschan und die Türkei haben bei verschiedenen internationalen Plattformen wiederholt ihre Besorgnis über diese Frage zum Ausdruck gebracht. Die Verlängerung der Betriebsdauer dieses Kraftwerks kann kein unendlicher Prozess sein; früher oder später muss es abgeschaltet werden. Sollte es abgeschaltet werden, würde Armenien selbstverständlich in eine schwere Energiekrise geraten. Deshalb kann eine zusätzliche Energiequelle, wie man sagt, nur von Vorteil sein.
Unsere Stromnetze sind beispielsweise heute mit Russland, Iran und Georgien sowie über Georgien mit der Türkei verbunden. Daher könnte ein Energiekorridor, der über armenisches Gebiet nach Nachtschiwan und von dort weiter in die Türkei und nach Europa führt, zugleich dazu beitragen, das armenische Energiesystem funktionsfähig zu halten, sollte es zu einer Krise kommen. Je schneller wir dies umsetzen, desto besser ist es.
Sie wissen sicherlich auch, dass wir in den vergangenen fünf Jahren selbst in den Bergen von Kelbadschar auf Höhen von 3.500 Metern bei Schnee Strommasten errichtet haben. Wenn wir dieses Projekt also umsetzen müssten, würde dies höchstens sechs Monate dauern.
Aber Armenien muss dies selbstverständlich selbst tun. Daher bin ich der Auffassung, dass diese Frage möglichst bald geklärt werden sollte. Dies wird ein integraler Bestandteil des Sangesur-Korridors bzw. TRIPP sein. Denn dieses Projekt umfasst nicht nur eine Eisenbahn und eine Straße. Auch Glasfaserkabel könnten hier verlegt werden, anschließend Stromleitungen und künftig, sofern erforderlich, auch Öl- und Gaspipelines. Denn je mehr Alternativen es gibt, desto besser ist es für alle. Um auf Ihre Frage zur Energiesicherheit Nachtschiwans zurückzukommen, möchte ich zugleich auf meine zuvor gemachten Aussagen zurückkommen: Hier wird ein vollständig stabiles und abgesichertes Energiesystem geschaffen. Im Grunde ist es bereits geschaffen, aber wir verbessern es weiter. Selbstverständlich müssen wir auch die Möglichkeiten für Energieexporte, einschließlich über das Gebiet Nachtschiwans, weiter ausbauen.
Ich wiederhole: In unserer Region gibt es außer uns kein zweites Land, das in einem solchen Umfang mit Energie versorgt ist – sei es mit Öl und Gas oder mit elektrischer Energie. Indem wir unsere Exportmöglichkeiten in die Nachbarländer ausbauen, werden wir gleichzeitig auch den europäischen Markt erreichen. Denn heute sind wir mit unserem Öl und Gas bereits auf dem europäischen Markt vertreten. Wir wollen jedoch auch mit elektrischer Energie auf den europäischen Markt gelangen. Derzeit besteht der einzige Weg über Georgien, die Türkei und von dort weiter nach Europa.
Diese Verbindung müssen wir ausbauen. Unter anderem liegt bereits die technisch-wirtschaftliche Machbarkeitsstudie für das Projekt eines Schwarze-Meer-Energiekabels vor. Wenn es jedoch eine zweite Verbindung gibt, wird dies lediglich unsere Kapazitäten erhöhen. Sie erinnern sich wahrscheinlich auch daran, dass wir bereits im November 2024 während der COP29 gemeinsam mit den Präsidenten Kasachstans und Usbekistans vereinbart und ein Abkommen über die Verlegung eines Stromkabels auf dem Grund des Kaspischen Meeres unterzeichnet haben. Auch darauf müssen wir vorbereitet sein. Aserbaidschan wird sich als ein Land positionieren, das elektrische Energie erzeugt, importiert, überträgt und exportiert. Das sind unsere strategischen Visionen und Pläne. Ich wiederhole: Diese Pläne entsprechen den Interessen aller Länder in unserer unmittelbaren Umgebung. Es geht lediglich darum, die Koordinierung auf der richtigen und erforderlichen Ebene durchzuführen und die Verhandlungen zu beschleunigen. Ich kann sagen, dass derzeit sowohl mit der Türkei als auch mit dem Iran Gespräche darüber geführt werden. Noch ist es zu früh, etwas Konkretes dazu zu sagen. Was Armenien betrifft, möchte ich noch einmal betonen: Je schneller ein Energiekorridor auf armenischem Gebiet entsteht, desto besser ist dies für TRIPP und für die gesamte Region.
Journalist: Herr Präsident, Sie haben die Maßnahmen angesprochen, die in verschiedenen Bereichen bereits umgesetzt wurden bzw. noch umgesetzt werden sollen. Insgesamt würden wir gerne wissen – sicherlich wird die Antwort auf diese Frage auch in Nachtschiwan mit großem Interesse erwartet –, worin der Ansatz, die strategische Vision und die Pläne für die Entwicklung Nachtschiwans bestehen.
Präsident Ilham Aliyev: Wie ich bereits erwähnt habe, waren die Sicherheitsfragen von entscheidender Bedeutung. Diese sind gelöst. Auch die Energieversorgung und Energiesicherheit der Autonomen Republik Nachtschiwan sind gewährleistet. Jetzt geht es darum, dass Nachtschiwan künftig selbst Energie exportieren wird.
Was die Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit betrifft, so wird insbesondere die Einrichtung des Industrieparks Nachtschiwan einen wichtigen Impuls geben. In Nachtschiwan ist die Schaffung moderner Industriekomplexe vorgesehen. Auch die soziale Infrastruktur soll ausgebaut und erneuert werden. Nach den mir vorliegenden Informationen besteht beispielsweise Bedarf am Bau und an der Renovierung von Kindergärten. Auch das werden wir umsetzen.
Die Verkehrsprobleme innerhalb der Stadt Nachtschiwan sind gelöst. Heute wurden neue Elektrobusse vorgestellt, die voraussichtlich bereits ab morgen eingesetzt werden. Die alten Busse wurden vollständig aus dem Verkehr genommen. Diese grünen Busse sehen wir auch häufig auf den Straßen Bakus. Wir werden sie künftig noch häufiger sehen, da ihr Anteil im Vergleich zu Dieselbussen weiter steigen wird. Damit ist dieses Problem für die Stadt Nachtschiwan gelöst.
Ich weiß, dass es beim interregionalen und regionalen Verkehr noch Probleme gibt. Es wurde die Anweisung erteilt, 217 moderne Überlandbusse anzuschaffen und sie noch in diesem sowie im kommenden Jahr auf den Linien einzusetzen.
Auch in die Straßeninfrastruktur der Autonomen Republik Nachtschiwan wurden bereits früher erhebliche Mittel investiert. Sie haben die Straßen selbst gesehen – sie befinden sich in einem guten Zustand. Es gibt jedoch noch Dorfstraßen und andere Straßen, die sich in einem unbefriedigenden Zustand befinden. Nach den durchgeführten Berechnungen ist vorgesehen, insgesamt rund 420 Kilometer Straßen verschiedener Kategorien neu zu bauen bzw. grundlegend zu sanieren. Davon werden rund 160.000 Menschen in 26 Siedlungen profitieren. Auch dieses Problem wird gelöst werden.
Im Rayon Ordubad ist der Bau eines Wasserkraftwerks vorgesehen. Wie Sie wissen, wurde vor Kurzem ein staatliches Programm zur Entwicklung Nachtschiwans verabschiedet. Anschließend wurde ein Maßnahmenplan zur Bewässerung ausgearbeitet. Ich habe ein großes Team hierher entsandt, alle Fragen wurden analysiert und mit den Arbeiten wurde begonnen.
Im Mai dieses Jahres wurde das staatliche Programm zur Entwicklung der Landwirtschaft verabschiedet, das einen speziellen Abschnitt zu Nachtschiwan enthält. Entsprechende Anweisungen wurden erteilt. Darüber hinaus werde ich morgen eine weitere Verfügung unterzeichnen, um zusätzliche Maßnahmen umzusetzen. Es wird sich um eine Verfügung mit einem sehr großen finanziellen Umfang handeln, in der konkrete Projekte festgelegt werden. Natürlich wird auch die notwendige Kontrolle gewährleistet, damit die Arbeiten hier noch schneller voranschreiten.
Insgesamt hatte ich dies bereits angekündigt, und wir haben es inzwischen auch strukturell festgelegt: Nachtschiwan sowie die befreiten Gebiete – Ost-Sangesur und GarabaGh – sollen auf Grundlage eines einheitlichen Konzepts entwickelt werden. Beispielsweise wurden für alle Städte in den befreiten Gebieten Generalbebauungspläne verabschiedet. Ich habe angeordnet, auch für die Stadt Nachtschiwan einen Generalbebauungsplan auszuarbeiten. Dieser wurde mir heute vorgestellt. Darüber hinaus sollen weitere Maßnahmen zur Stadtentwicklung und zum Aufbau einer modernen Infrastruktur umgesetzt werden.
Nachtschiwan verfügt über ein sehr großes touristisches Potenzial: Es besitzt sowohl historische Denkmäler als auch eine wunderschöne Natur, saubere Luft und malerische Landschaften. Leider wird die Entwicklung des Tourismus dadurch behindert, dass es zu wenige Hotels gibt und diese nicht immer dem erforderlichen Standard entsprechen. Heute wurde im Stadtzentrum der Grundstein für ein neues Fünf-Sterne-Hotel gelegt, das voraussichtlich etwa 2028 fertiggestellt sein wird.
Alles, was für die Entwicklung der Autonomen Republik Nachtschiwan seitens des Staates erforderlich ist, wurde bisher getan und wird auch künftig getan werden. In den vergangenen 20 Jahren wurden sämtliche Bauvorhaben in Nachtschiwan aus dem Staatshaushalt finanziert. Jedes Jahr werden aus dem Staatshaushalt Aserbaidschans Hunderte Millionen Manat an den Haushalt der Autonomen Republik Nachtschiwan überwiesen. Ohne diese Unterstützung könnten wir das heutige, sich entwickelnde und moderne Nachtschiwan natürlich nicht sehen.
Wir streben jedoch stets nach noch besseren Ergebnissen und wollen noch mehr erreichen. Wenn wir berücksichtigen, dass Karabach und Ost-Sangesur praktisch von Grund auf neu aufgebaut werden und die Entfernung zwischen den Rayons Zangilan und Ordubad nur 42 Kilometer beträgt, wird deutlich, dass es sich faktisch um einen einheitlichen Raum handelt. Historisch war dies auch so. Sangesur, Nachtschiwan und Garabagh bildeten einen einheitlichen Raum, und über Jahrhunderte hinweg fand auch eine Migration der Bevölkerung zwischen diesen Gebieten statt. Daher leben in dieser großen Region auch zahlreiche miteinander verwandte Familien.
Deshalb wollen wir diese Region als einen einheitlichen und beispielhaften Entwicklungsraum gestalten.
Garabagh und Ost-Sangesur wurden zu einer Zone grüner Energie erklärt, und auch Nachtschiwan ist eine Zone grüner Energie. Der größte Teil der hier erzeugten Energie stammt heute bereits aus erneuerbaren Quellen. Wir haben bereits zwei Batteriespeicheranlagen mit einer Gesamtkapazität von 250 Megawatt errichtet. Ich habe angeordnet, dass auch in Nachtschiwan in der ersten Phase eine Batteriespeicheranlage mit einer Kapazität von mindestens 100 Megawatt errichtet wird. Denn auch hier werden erneuerbare Energien – Solar- und Wasserkraft – genutzt. Um diese Energie zu speichern, müssen wir moderne Technologien einsetzen.
All diese Arbeiten werden inzwischen systematisch fortgeführt. Wenn wir die geografische Lage unseres Landes betrachten, sehen wir, dass es für jede Region einen spezifischen Entwicklungsplan gibt. Jede unserer Wirtschaftsregionen entwickelt sich erfolgreich, und dies gewährleistet die gesamte Entwicklung unseres Landes.
Deshalb sind die Pläne umfangreich, und ich habe keinerlei Zweifel an ihrer Umsetzung. Wir verfügen über einen starken politischen Willen und auch über die notwendigen finanziellen Ressourcen. Zudem sind wir von niemandem abhängig. Indem wir in Nachtschiwan ein ähnliches Verwaltungsmodell wie in Garabagh und Ost-Sangesur schaffen, führen wir diese drei Regionen faktisch auch administrativ näher zusammen – selbstverständlich unter Beibehaltung des Status der Autonomen Republik Nachtschiwan. Allerdings müssen die Verwaltungsverfahren weiter verbessert werden.
Wir haben die Vorteile des neuen Verwaltungssystems in Garabagh und Ost-Sangesur gesehen. Ich bin überzeugt, dass dies inzwischen auch die mehr als 90.000 Menschen sehen, die dort leben. Dasselbe Modell – die Vertretung des Präsidenten – wurde auch in Nachtschiwan eingeführt.
Parallel zu den Personalreformen sind somit auch diese Strukturreformen Teil eines Ansatzes, der auf ein zentrales Ziel ausgerichtet ist: Diese Region, dieses altehrwürdige Land, soll sich dauerhaft weiterentwickeln und den Menschen ermöglichen, hier komfortabel, sicher und in Wohlstand zu leben.
Journalist: Ich danke Ihnen sehr, dass Sie sich die Zeit genommen haben.
Präsident Ilham Aliyev: Danke.