Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Präsident Ilham Aliyev nimmt an Podiumsdiskussion in München teil VIDEO

München, 15. Februar, AZERTAC

Im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz fand am 14. Februar eine Podiumsdiskussion zum Thema „Politik der offenen Korridore? Vertiefung der transkaspischen Zusammenarbeit“ statt.

Der Präsident der Republik Aserbaidschan, Ilham Aliyev, die First Lady Mehriban Aliyeva sowie Leyla Aliyeva nahmen an der Diskussion teil.

Moderatorin Helga Maria Schmid: Ich hatte die Ehre, vor drei Jahren mit Ihnen im Panel zu sein, damals noch als Generalsekretärin der OSZE, und wir haben die Vernetzung durch die Digitalisierung von Handelsrouten gefördert. Ihr Land hat stark in den „Mittleren Korridor“ investiert. Darf ich Sie also fragen: Welche Chancen sehen Sie für den zukünftigen Europa-Asien-Handel, auch im Hinblick auf Resilienz und Diversifizierung, vielleicht auch im Vergleich zu alternativen Routen wie der Nordroute über Russland?

Präsident Ilham Aliyev: Vielen Dank. Seit unserem letzten Panel haben sich in unserer Region viele Dinge verändert, einschließlich der Korridore und der Vernetzung. In dieser Zeit hat Aserbaidschan vor allem in physische Infrastruktur investiert, darunter Seehäfen, Eisenbahnen, Autobahnen und Luftfrachtverkehr. Um definitiv zu einem regionalen Verkehrsknotenpunkt zu werden, muss man gute Beziehungen zu seinen Nachbarn haben, und das ist bei Aserbaidschan der Fall, sowohl nach Westen als auch nach Osten.

Die geografische Lage Aserbaidschans, zwischen Europa und Asien, ist ein Vorteil, aber ohne physische Infrastruktur bedeutet das nicht viel. Letztes Jahr hatten wir eine Rekordzahl von TU, die durch Aserbaidschan gingen – mehr als 100.000 – und in ein paar Jahren werden es 200.000 und sogar 300.000 sein. Das Ziel sind 500.000 TU. Zu diesem Zweck haben wir bereits mit dem Ausbau unseres Handelshafens begonnen, und die Investitionen laufen bereits.

Regionale Vernetzungsprojekte umfassen nicht nur Eisenbahnen, sondern auch Glasfaserkabel. Wir arbeiten jetzt eng mit unseren zentralasiatischen Partnern am Bau eines Glasfaserkabels unter dem Kaspischen Meer, das noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll, und wir denken auch über neue Möglichkeiten nach, nachdem Frieden mit Armenien erreicht wurde. Der Korridor, der durch Aserbaidschan nach Armenien und weiter zu europäischen Zielen führt, hat ebenfalls großes Potenzial hinsichtlich des Frachtvolumens. Aserbaidschan investiert jetzt in den Eisenbahnbau auf seinem Gebiet. Die Gesamtlänge der zu bauenden und zu renovierenden Eisenbahn beträgt 600 Kilometer auf aserbaidschanischem Gebiet, in beiden Teilen Aserbaidschans, auf dem Festland und in der Exklave Nachitschewan. Die Länge in Armenien beträgt etwas mehr als 40 Kilometer. Sobald dies abgeschlossen ist, werden wir zwei Erweiterungen des Mittleren Korridors durch Aserbaidschan haben, und das wird zum Nutzen des Westens, des Ostens und natürlich der Länder des Südkaukasus sein.

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EU-Kommissarin für Erweiterung Marta Kos, die hervorhob, dass eine Zusammenarbeit bei der Schaffung einer globalen Route unter Einbeziehung Armeniens und Aserbaidschans etabliert wurde, erklärte: „Der Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan öffnet neue Türen, und was in Bezug auf die Umsetzung zunächst unglaublich erschien, erfüllt uns nun mit Zuversicht. Wir sprechen Präsident Aliyev unseren Dank dafür aus, dass er die Pläne der Europäischen Union auch in diesem Zusammenhang stets unterstützt hat.“

Marta Kos fügte hinzu: „Was die Route von China nach Europa betrifft, möchten wir eine weitere Diversifizierung sehen. Private Unternehmen wünschen sich Wahlmöglichkeiten, die es ihnen erlauben, mehr Fracht in kürzerer Zeit zu transportieren. Letztlich könnten wir bis 2030 eine Verdreifachung der Transitvolumina über die transkaspische Route erleben. Das bedeutet den Transport enormer Frachtmengen, was für Unternehmen äußerst attraktiv ist.“

„Die Beziehungen Chinas zu Aserbaidschan, zu Zentralasien und zu anderen Ländern dieser Region waren stets wichtig“, erklärte Wang Huiyao, Gründer und Präsident des Zentrums für China und Globalisierung sowie ehemaliger Staatsrat der Volksrepublik China.

In Bezug auf die “Belt and Road”-Initiative bemerkte er: „Diese Strategie zielt darauf ab, den Transport entlang dieser Route zu vereinfachen. Natürlich möchte China zur Ausweitung neuer Korridore und zur Entstehung neuer Projekte beitragen.“

Wang Huiyao stellte fest, dass die “Belt and Road”-Initiative tatsächlich auch Länder in der transkaspischen Region umfasst.

„Die transkaspische Route ist ebenfalls wichtig“, fügte er hinzu.

Wang Huiyao fuhr fort: „Wie Sie wissen, unternimmt China sehr gute Schritte, um Hindernisse abzubauen und Konnektivität zu ermöglichen. Daher sind all diese positiven Errungenschaften vorteilhaft. Aserbaidschan ist ein befreundetes Land. Ich habe viele Male an den Baku-Foren teilgenommen, und natürlich haben wir stets Aserbaidschans “Soft Power“ bewundert.“

Moderatorin: „Im vergangenen August haben Sie mit dem Premierminister Armeniens und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten eine Gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Die sogenannte „Trump Route für Internationalen Frieden Wohlstand“, TRIPP, wurde eingeführt. Ich möchte Sie daher fragen, wie sich dies in das umfassendere Schema der transkaspischen Zusammenarbeit einfügt. Und ich kann nicht umhin zu fragen: Welche Rolle spielt Konnektivität in dieser Phase des Friedensprozesses mit Armenien als vertrauensbildende Maßnahme? Oder direkter gefragt: Werden Sie in diesem Jahr ein Friedensabkommen unterzeichnen?“

Präsident Ilham Aliyev: „Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr ein Friedensabkommen unterzeichnen werden. Ich habe bereits bei zahlreichen Gelegenheiten darüber gesprochen und gesagt, dass allein die Tatsache, dass das Friedensabkommen im Weißen Haus im Beisein des Präsidenten der Vereinigten Staaten paraphiert wurde, sowie die Gemeinsame Erklärung, die vom Premierminister Armeniens und von mir unterzeichnet und von Präsident Trump als Zeuge mitunterzeichnet wurde, ausreicht, um zu sagen, dass der Frieden bereits erreicht ist.

Von August bis jetzt genießen wir nicht nur eine völlig neue Situation an unserer Grenze, sondern es gab auch keine Schüsse, keine Opfer, keine Verwundeten, keine Probleme. Wir haben außerdem eine physische Zusammenarbeit mit Armenien begonnen. Wir haben alle Beschränkungen für den Gütertransport durch Aserbaidschan aufgehoben. Und wir sind unseren georgischen Freunden dankbar, dass sie einen sehr wichtigen Transit ermöglichen, nachdem die Waren Aserbaidschan erreichen und dann über Georgien nach Armenien gelangen.

Wir haben auch mit der Lieferung von Erdölprodukten an Armenien begonnen, was für sie ein kritisches Produkt ist, und damit tatsächlich den gegenseitigen Handel aufgenommen.

Was den formellen Abschluss eines Friedensvertrags betrifft, hängt alles davon ab, wann die Verfassung Armeniens geändert wird, um den territorialen Anspruch gegen Aserbaidschan, der dort seit drei Jahrzehnten besteht, zu streichen. Am nächsten Tag, nachdem dies geschehen ist, wird das Friedensabkommen formell unterzeichnet werden.

In der Zwischenzeit wird jedoch auch die Trump Route für Internationalen Frieden Wohlstand eine maßgebliche Rolle bei der Schaffung neuer Konnektivitätsverbindungen spielen. Wie ich bereits sagte, wird die Transportroute von China über Zentralasien, das transkaspische Gebiet, Aserbaidschan, Armenien, die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan, die Türkei und weiter nach Europa eine völlig neue Situation schaffen. Sie wird für alle Länder von Vorteil sein. Alle Länder entlang der Route werden politisch und wirtschaftlich stärker integriert sein, und dies wird einen weiteren Beitrag zu einem dauerhaften und ewigen Frieden zwischen Aserbaidschan und Armenien leisten. Denn Frieden kann erreicht werden, wenn man wirklich einen Friedensprozess hat. Die Unterzeichnung eines Dokuments ist wichtig. Sie ist ein Fundament. Aber nicht weniger wichtig ist das, was man danach tut.

Die Zeitspanne vom letzten blutigen Zusammenstoß zwischen Aserbaidschan und Armenien bis zum Washingtoner Gipfel betrug weniger als zwei Jahre. Ich denke, das ist eine Rekordzeit in allen Konflikten, insbesondere in Konflikten, die drei Jahrzehnte andauerten. Beide Seiten haben also einen starken politischen Willen gezeigt, diese Konfrontation zu beenden und das Kapitel des Friedens aufzuschlagen.

Und wir leben nun seit nur sechs Monaten in Frieden, und glauben Sie mir, es ist ein ganz besonderes Gefühl. Es ist ein sehr gutes Gefühl, das von der gesamten aserbaidschanischen Bevölkerung geteilt wird, und ich bin sicher, auch von Armenien. Konnektivitätsprojekte und Korridore werden uns noch stärker vereinen, uns voneinander abhängig machen und eine völlig neue Situation im Südkaukasus schaffen, in der Aserbaidschan, Georgien und Armenien endlich auf trilateraler Grundlage zusammenarbeiten werden.

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Auf eine Anschlussfrage antwortend erklärte die EU-Kommissarin für Erweiterung Marta Kos: „Wir haben konkrete Projekte für Aserbaidschan, Armenien und die Türkei auf die Agenda gesetzt. Sie haben das TRIPP-Projekt erwähnt, das auch wir als Priorität betrachten. Obwohl es nur 42 Kilometer umfasst, beabsichtigen wir, nicht nur TRIPP umzusetzen, sondern auch ergänzende Projekte. Ohne diese würde seine volle Wirkung nicht erreicht werden. Beispielsweise ist die Sicherung einer neuen Eisenbahnverbindung über Nachitschewan für alle zuständigen Institutionen von großem Interesse. Ich glaube, dass auch der Privatsektor auf dieser Grundlage Vorschläge unterbreiten kann.“

„Wie Sie wissen, ist der Entscheidungsprozess innerhalb der Europäischen Union nicht immer einfach. In der gegenwärtigen Phase wird jedoch die Umsetzung des TRIPP-Projekts in Richtung Nachitschewan die Landschaft grundlegend verändern und anschließend einen direkten Zugang zur Türkei schaffen“, betonte sie.

Auf die Frage der Moderatorin, ob der Mittlerer Korridor innerhalb von 15 Jahren das Frachtvolumen der Nordroute übertreffen könne, erklärte Wang Huiyao: „Es scheint mir, dass alle Seiten in Bezug auf Wohlstand profitieren werden. Auch die Länder Zentralasiens entwickeln sich sehr rasch. China als ihr Nachbar steigert ebenfalls sein BIP. Der Handel kann noch weiter wachsen. Ich denke, dass neue Korridore zusätzliche Aktivitäten anstoßen werden. Daher halte ich dies für wertvoll und effizient, und vielleicht wird ein weiteres Mittlerer Korridor-Projekt entstehen. Ich bin recht optimistisch. Handel, wirtschaftliche Beziehungen und Tourismus – all diese Bereiche werden als sehr notwendig erachtet werden. Tatsächlich können wir durch neue Routen auch den Tourismus entwickeln. Wenn Sie zum Beispiel nach China reisen, können Sie unterschiedliche Routen nutzen, darunter auch Eisenbahnverbindungen. Ich denke, das wird mehr Möglichkeiten für uns schaffen, und wie Herr Präsident sagte, brauchen wir Stabilität und nachhaltigen Frieden. In einem solchen Fall werden mehr wirtschaftliche Kontakte entstehen. Jede dieser oder anderer Routen wird vorteilhaft sein. Das Wichtigste ist, aus wirtschaftlicher Perspektive Erfahrungen zu sammeln.“

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Anschließend beantworteten die Teilnehmer des Panels Fragen.

Frage: Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Gespräch. Ich bin Parlamentsmitglied aus der Türkei und außerdem Münchner Nachwuchsführungskraft. Meine Frage lautet: Die Zukunft dieses Mittleren Korridors hängt stark vom Interesse der USA ab, und aus dem vergangenen Jahr wissen wir, dass sich das US-Interesse unter dieser Administration drastisch verschieben kann. Erstens: Was glauben Sie, wird geschehen, wenn sich das Interesse der USA an diesem Korridor ändert? Zweitens: Wie wird sich die Reaktion der USA auf den Iran auf die Zukunft dieses Korridors auswirken? Vielen Dank.

Präsident Ilham Aliyev: „Ich denke, schon die Tatsache, dass TRIPP den Namen von Präsident Trump trägt, bedeutet, dass dieser Korridor für diese Administration und möglicherweise auch darüber hinaus wichtig sein wird. Andernfalls hätte der Präsident seinen Namen nicht gegeben. Die Namensgebung bedeutet, dass es umgesetzt wird, und nachdem der Name gebilligt wurde, sind wir absolut zuversichtlich, dass die Vereinigten Staaten Teil davon sein werden.

Nach den Informationen, die wir derzeit haben, diskutieren die Vereinigten Staaten und Armenien die Parameter für die Tätigkeit des Unternehmens, das für die physische Umsetzung und die Investitionen zuständig sein wird. Das ist bereits in offenen Quellen nachzulesen. Wir wissen, dass 76 % des Unternehmens den Vereinigten Staaten und 24 % Armenien gehören sollen – für die ersten 49 Jahre, und danach weitere 49 Jahre; mit anderen Worten, dieses Format wird für ein Jahrhundert funktionsfähig sein.

Zweitens, wie Sie zutreffend erwähnt haben, gab es unterschiedliche Ansätze der amerikanischen Administration zu Konnektivitätsprojekten in unserer Region, und erst als Präsident Trump an die Macht kam, sahen wir ein großes Interesse. Mit anderen Worten: Alles, was von den Ländern der Region – Aserbaidschan, Georgien – und von unseren Nachbarn jenseits des Kaspischen Meeres in Zentralasien getan wurde, geschah ohne praktische amerikanische Beteiligung. Wir haben es gemeinsam mit der Türkei getan, selbstständig. Wir können die Ölpipeline durch Aserbaidschan, Georgien und die Türkei nennen, die Gaspipeline, die sich bis nach Europa erstreckt, sowie die Eisenbahnlinie Baku–Tiflis–Kars; all dies wurde ohne praktische amerikanische Beteiligung realisiert. Wir haben es selbst getan. Heute jedoch, da wir ein so großes Plus haben wie die auf dieses Thema konzentrierte Administration von Präsident Trump, ist das Potenzial für die Umsetzung dieser groß angelegten Projekte natürlich wesentlich größer.

Eines möchte ich ebenfalls unterstreichen: Wir haben über die Länder der Region gesprochen, aber wir dürfen unsere Nachbarn jenseits des Kaspischen Meeres in Zentralasien nicht vergessen. Denn ohne sie wird es nicht möglich sein, Fracht von China nach Europa zu transportieren. Es ist also China, Zentralasien, das Kaspische Meer, Aserbaidschan, Georgien, Armenien, die Türkei, Europa – das ist die Geografie. Und Aserbaidschan ist nun bereits sehr aktiv in der Zusammenarbeit mit den zentralasiatischen Ländern. Im vergangenen November wurde Aserbaidschan offiziell in die C5 aufgenommen; die zentralasiatischen Fünf wurden zur C6. Das ist eine beispiellose Entwicklung, denn wir sind ein Land des Südkaukasus, aber Mitglied des Konsultativrates Zentralasiens.

Wir tun viel im Bereich der Konnektivität, und auch zwischen den zentralasiatischen Ländern und China wird viel im Bereich der Konnektivität unternommen. Neben den bestehenden Straßen, die Madame Helga erwähnte, gibt es auch eine Straße, die von China gebaut und finanziert wird – eine weitere Straße zum Kaspischen Meer – zusätzlich zur bestehenden Route von China über Kasachstan zum Kaspischen Meer. China finanziert nun die Strecke China–Kirgisistan–Usbekistan–Turkmenistan–Kaspisches Meer. Und erneut führt sie zum Kaspischen Meer. Das bedeutet, sie wird nach Aserbaidschan und weiter durch den Südkaukasus nach Europa führen. Es gibt also viel Geopolitik, viele internationale Beziehungen, viel Diplomatie, und Aserbaidschan ist ein Land, das diese transnationalen Projekte initiiert und geführt hat – wie die Ölpipeline von Baku zum Mittelmeer oder die Gaspipeline von Baku nach Italien, die durch viele Länder verläuft, mit denen allen gute Beziehungen bestehen. Das wird eine weitere sehr starke politische Garantie für die Zusammenarbeit über die große Geografie Eurasiens hinweg sein.“

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Marta Kos stellte fest, dass die Gewinnung von Unternehmen, die aktive Rolle politischer Akteure, der Aufbau von Vertrauen unter Partnern, die Öffnung neuer Routen in Richtung Iran sowie die Vorbereitungen der Türkei für Eisenbahnprojekte insgesamt der Erweiterung der Möglichkeiten dienen. Sie fügte hinzu: Jahrhunderte vergehen, doch wir müssen gerade jetzt über diese Veränderungen nachdenken. Vielleicht erschien uns das in der Vergangenheit unglaublich, aber Wege öffnen sich für die Zukunft, und die regionalen Führungspersönlichkeiten verstehen, wie wir davon profitieren können – wie Europa davon profitieren kann – und natürlich ist dies auch für Aserbaidschan von Vorteil. So sollte es sein. Das ist gut für Europa, weil es einen besseren Zugang zu China ermöglicht. Dieser Zugang wird über Zentralasien gewährleistet. All diese Konflikte und geopolitischen Herausforderungen zu lösen, ist keine einfache Angelegenheit.“

Wang Huiyao erklärte: „Was die vom Präsidenten erwähnte Route betrifft, so glaube ich, dass China derzeit die zentralasiatischen Länder unterstützt, und es werden Pläne gemacht, über den Kaukasus Zugang zur Türkei zu erhalten. Dabei geht es nicht nur um diese spezifische Route, sondern auch um eine vorgesehene Zusammenarbeit im Energiesektor. Natürlich kann sich dadurch die Produktion weiterentwickeln, und Investitionen können angezogen werden. Kurz gesagt, dies ist ein gutes Beispiel. Wir glauben, dass hierfür bereits eine nachhaltige Infrastruktur besteht.“

Frage: Vielen Dank. Mein Name ist Stepan Safaryan. Ich bin Mitglied der Gruppe der Nachwuchsführungskraft aus Armenien. Herr Präsident, bevor ich meine Frage stelle, nur eine Bemerkung: Die Bestimmung der Unabhängigkeitserklärung Armeniens, von der Sie gesprochen und zu der Sie Bedenken geäußert haben, ist nicht wirksam. Und Ihre Administration – nicht nur Ihre Administration, sondern auch andere Regierungen – sind mit der Entscheidung des Verfassungsgerichts in dieser Angelegenheit durchaus vertraut, und die derzeitigen Verfassungsänderungen in Armenien haben nichts mit diesen Ansprüchen und Befürchtungen zu tun.

Aber lassen Sie mich an eine weitere sehr bedeutende Initiative erinnern, die nicht nur am 8. August vergangenen Jahres in Washington unterzeichnet wurde, sondern bereits zuvor unter der Administration Biden. Es geht um die Initiative „Friedenskorridor-Kreuzung“, und die Kommissarin hat völlig recht: TRIPP betrifft 42 Kilometer. Aber diese Initiative „Friedenskorridor-Kreuzung“ ist insofern sehr interessant, als sie alle Konnektivitätsinitiativen kalibriert – sei es die Seidenstraße, sei es die Belt-and-Road-Initiative, sei es der Transkaspische Korridor oder der Golf-Schwarzes-Meer-Korridor. Sie ist also sehr inklusiv. Sie schließt Georgien und andere Länder der Region ein. Wie stehen Sie zu diesem sehr wichtigen Aspekt? Was bringt er in diese Dynamik ein, insbesondere wenn festgelegt ist, dass er von beiden Administrationen in Washington langfristig unterstützt wird – nicht nur für eine vierjährige Amtszeit, sondern für 400 Jahre oder sogar mehr? Vielen Dank.

Präsident Ilham Aliyev: „Was die rechtliche Frage der armenischen Verfassung betrifft, wollte ich nicht ins Detail gehen, aber Ihr Kommentar zwingt mich zu sagen, dass die Unabhängigkeitserklärung Armeniens, die den direkten territorialen Anspruch gegenüber Aserbaidschan enthält, Teil Ihrer Verfassung ist – ja, das ist sie. Sie steht in der Präambel. Lassen Sie uns jetzt in Wikipedia nachsehen, vielleicht bevor wir hier schließen. Keine Entscheidung des Verfassungsgerichts steht über der Verfassung. Ich bin kein Jurist, aber selbst ich weiß das.

Daher ist die Streichung der Unabhängigkeitserklärung aus der Verfassung Armeniens die einzige verbleibende Voraussetzung für die Unterzeichnung eines Friedensabkommens. Und ich denke, es gibt viel Verständnis zwischen der armenischen und der aserbaidschanischen Führung darüber, was zu tun ist und in welcher Reihenfolge.

Was die sogenannte „Friedenskorridor-Kreuzung“ betrifft: Als Präsident Trump zurückkam, hat er TRIPP ins Leben gerufen. Wenn Präsident Biden zurückkommt, wird er Ihre „Friedenskorridor-Kreuzung“ wiederbeleben.“

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Auf eine Frage eines Vertreters aus der Mongolei, welche konkreten Schritte unternommen werden sollten, um die Zollverfahren auf Routen zu vereinfachen, die die Grenzen von 14–16 Ländern durchqueren, um die Effizienz des Transits zu erhöhen, und welche aktive Rolle die Weltbank und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung dabei spielen könnten, erklärte Marta Kos: „Ich glaube, dass alle Minister Schritte in dieser Richtung unternehmen sollten, dass die Regierungen arbeiten sollten und dass alle Länder – einschließlich der 27 Länder der Europäischen Union, Aserbaidschan, Armenien, der Türkei und der zentralasiatischen Staaten – überlegen sollten, was wir tun müssen, um diese Hindernisse zu beseitigen. Wie sollten wir arbeiten, damit diese Bemühungen auf internationaler Ebene gegenseitig umgesetzt werden? Wenn eine solche Plattform existiert, werden wir eine gegenseitige Interaktion nicht nur zwischen Regierungsvertretern, sondern auch zwischen Wirtschaftsakteuren und Institutionen schaffen können. Wenn uns das gelingt, wird vieles wesentlich leichter vorangehen, und wir werden diese Hindernisse recht komfortabel beseitigen können.“

Frage: Russische Angriffe treffen nicht nur die Energieinfrastruktur der Ukraine, sondern auch Energieanlagen, die aserbaidschanischen Unternehmen in der Ukraine gehören. Meine Frage ist daher: Haben Sie dies persönlich gegenüber Putin angesprochen, und wie bewerten wir diese Angriffe? Ist das ein Signal an Baku, oder was geschieht in Ihren Beziehungen zu Russland?

Präsident Ilham Aliyev: „Dieses Thema wurde bei zahlreichen Kontakten zwischen unseren Vertretern auf Ebene der Außenministerien sowie auf Ebene der Präsidialverwaltungen mehrfach angesprochen. Es gab nicht nur Angriffe auf die Energieinfrastruktur Aserbaidschans in der Ukraine, sondern auch drei Angriffe auf die aserbaidschanische Botschaft in der Ukraine.

Nach dem ersten Angriff konnten wir annehmen, dass es sich um einen Zufall handelte, und wir haben unseren russischen Kollegen alle Koordinaten der diplomatischen Vertretungen Aserbaidschans übermittelt, einschließlich des Konsulats, unserer Kulturzentren und der Botschaft. Trotz alledem gab es zwei weitere Angriffe. Das war also ein gezielter Angriff auf unsere diplomatische Vertretung. Wir haben entsprechende Erklärungen abgegeben, der Botschafter wurde einbestellt und eine diplomatische Note überreicht. Wir handeln ausschließlich auf diplomatischem Wege. Wir können nichts anderes tun. Aber natürlich wird dies als unfreundlicher Akt gegenüber Aserbaidschan betrachtet. Ich verstehe Ihre Frage und möchte Sie lediglich darüber informieren, dass alle notwendigen diplomatischen Schritte von der aserbaidschanischen Regierung unternommen wurden.“

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Moderatorin: „Damit sind wir am Ende angekommen. Ich denke, wir hatten eine sehr interessante Paneldiskussion mit vielen interessanten und starken Botschaften. Nun möchte ich das gesamte Publikum freundlich bitten, unseren Teilnehmern noch einmal Applaus zu spenden.“

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