Rauchverbot senkt Zahl der Herzinfarkte drastisch
Baku, den 13. März (AZERTAG). Daten von Millionen Versicherten belegen: Seit Einführung der Rauchverbote in Gaststätten sind die Klinik-Behandlungen wegen eines Herzinfarktes enorm zurückgegangen.
Durch das Rauchverbot in Gaststätten hat sich in Deutschland die Zahl der Herzinfarkte laut einer Studie deutlich verringert. Seit Einführung der Nichtraucherschutzgesetze 2007 und 2008 seien die Klinikbehandlungen wegen eines Herzinfarktes um acht Prozent gesunken, wie eine in Berlin veröffentlichte Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit zeigt. Die stationären Behandlungen wegen einer Angina pectoris, einer Vorstufe des Herzinfarkts, gingen demnach um 13 Prozent zurück.
Für die Untersuchung wurden über fünf Jahre hinweg Krankenhausdaten von mehr als drei Millionen DAK-Versicherten ausgewertet. Nach Angaben der Kasse handelt es sich um die erste Studie in Deutschland zu diesem Thema und auch um die bisher größte weltweite Untersuchung dieser Art.
Bereits im Jahr nach der Einführung der Nichtraucherschutzgesetze in den Bundesländern konnten allein bei der DAK-Gesundheit 1880 Krankenhausbehandlungen verhindert und Kosten in Höhe von 7,7 Millionen Euro eingespart werden.
Nichtraucherschutzgesetze gelten in allen Bundesländern. Bayern hat die schärfste Regelung, dort gilt seit einem Volksentscheid im Jahr 2010 ein striktes Rauchverbot für alle Gaststätten. In den meisten anderen Bundesländern existieren Ausnahmeregelungen etwa für Festzelte oder Einraumgaststätten, in denen keine warmen Speise angeboten werden.
Durch die Aufnahme von Schadstoffen aus dem Zigarettenrauch verkrampfen die Gefäße, wie Heribert Brück vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen in München erläuterte. Auch die Durchblutung und die Fließeigenschaften des Blutes verschlechtere sich. Der gesamte Körper werde so weniger gut durchblutet, die Haut schlechter versorgt.
Im schlechtesten Fall verklumpt das Blut, es kann zu Ablagerung oder gar Gefäßverschlüssen kommen. Betrifft das ein Herzkranzgefäß, ist der Herzinfarkt da.
Abhilfe schafft allerdings nicht nur ein Rauchstopp, sondern in großem Maße regelmäßiger Sport. „Bewegung ist der direkte Gegenspieler des Rauchens“, erklärte Brück. „Die Gefäße werden dadurch geschmeidiger und lockerer, die Durchblutung verbessert sich, das Blut bekommt bessere Fließeigenschaften.“
Deswegen rät er seinen Herzpatienten nicht nur, von der Zigarette zu lassen, sondern auch regelmäßig körperlich aktiv zu sein, wenn ihr Gesundheitszustand es zulässt.
Insgesamt starben rund 353.000 Menschen an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, davon knapp 60.000 an einem Herzinfarkt. Die Studie der DAK-Gesundheit wird in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Clinical Research in Cardiology“ veröffentlich.