Sauropoden sorgten für warme Temperaturen
Baku, den 8. Mai (AZERTAG). Heute gilt die Landwirtschaft - und vor allem die Rinderhaltung - wegen der hohen Klimawirkung des Methans als einer der treibenden Kräfte für den Klimawandel. Wilkinson und seine Kollegen haben nun ausgerechnet, dass auch der Gasausstoß der Sauropoden vor 150 bis 65 Millionen Jahren ausgereicht haben könnte, um das ohnehin tropisch warme Klima ihrer Zeit weiter anzuheizen.
Für ihre Berechnungen gingen die Forscher davon aus, dass pro Quadratkilometer Fläche rund zehn Sauropoden von jeweils etwa 20 Tonnen Gewicht lebten. War deren Methanaussstoß ähnlich dem der heutigen Kühe, dann hätte ein einziger dieser Urzeitriesen 2675 Liter Methan pro Tag abgegeben. Bei zehn Tieren entspreche dies 6,9 Tonnen täglich pro Quadratkilometer.
„Daraus ergibt sich eine Methanproduktion von 520 Millionen Tonnen pro Jahr weltweit, wenn man dies auf die Hälfte der damals bewachsenen Landfläche hochrechnet“, schreiben die Forscher. Dieser Wert entspricht der gesamten jährlichen Methanproduktion der modernen Welt. Heutige Wiederkäuer wie Kühe, Giraffen oder Ziegen erzeugen rund 50 bis 100 Millionen Tonnen Methan weltweit - und schon damit sind sie ein ernstzunehmender Klimafaktor.
„Unser einfaches Rechenmodell zeigt, dass die Sauropoden vermutlich einen wichtige Rolle dabei spielten, das Klima im Jura und in der Kreidezeit so warm zu halten“, erklären Wilkinson und seine Kollegen. Es könne im Laufe der Erdgeschichte auch noch andere Zeiten gegeben haben, in denen Tiere das Klima über ihren Methanausstoß beeinflussten. „Die Vorgänge auf diesem Planeten“, meinen die Forscher, „sind merkwürdig und wundervoll.“