Schweres Erdbeben im Iran: Zahl der Opfer stieg auf 450
Teheran, 13. November, AZERTAC
Bei dem Erdbeben der Stärke 7,3 in den südlichen Kurdengebieten sind mindestens 348 Menschen ums Leben gekommen. Derzeit geht das iranische Innenministerium von 6600 Verletzten aus, die Zahl der Opfer könnte aber noch steigen.
Das Beben war in der irakischen Hauptstadt Bagdad und in der Stadt Täbris im Nordwesten Irans zu spüren. Im Osten der Türkei schreckte das Beben die Menschen auf. Auch in der kurdischen Millionenmetropole Diyarbakir flohen Bewohner aus ihren Häusern.
Mehr als 230 Tote wurden allein in der iranischen Stadt Sarpol-e Sahab gezählt. Zahllose Häuserblocks stürzten ein, riesige Trümmerberge türmten sich auf. Helfer suchten unter schwerem Beton nach Überlebenden. Eine Frau und ein Baby konnten laut iranischen Medienberichten am Montagmorgen aus den Trümmern gerettet werden.
Für viele andere gab es keine Hilfe mehr. Verzweifelte Angehörige brachen weinend neben Opfern zusammen, wie Bilder der Agenturen Tasnim und Isna zeigten. Krankenhäuser waren überfüllt. Viele Überlebende campierten im Freien, neben Lagerfeuern, nur mit Decken zum Schutz gegen die Kälte.
Bis Montagmittag gab es mehr als 140 Nachbeben in mehreren Provinzstädten - der Aufenthalt in Häusern ist lebensgefährlich.
Die amtliche Nachrichtenagentur Irna berichtete über schwere Auswirkungen auch in Städten wie Kasr-e Schirin oder Eslamabad. In der Region um diese Städte leben etwa 259.000 Menschen. In der Provinz bereiteten die Behörden die Einrichtung von Notunterkünften vor. Das staatliche Fernsehen zeigte, wie Zelte, Decken und Essen verteilt wurden.
Es sei darauf hingewiesen, dass Aserbaidschan, Russland, die Türkei, Pakistan, Deutschland und andere Länder an die iranische Regierung appelliert haben, Nothilfe ins Katastrophengebiet zu schicken.
Rabil Katanov, AZERTAC
Tehran