Secret-Service-Chefin Kimberly Cheatle nach Attentat auf Trump tritt zurück
Baku, 24. Juli, AZERTAC
Der Druck wurde offenbar zu groß: Zehn Tage nach dem Attentat auf den früheren US-Präsidenten Donald Trump hat die Chefin des Secret Service, Kimberly Cheatle, nach übereinstimmenden Medienberichten ihren Rücktritt eingereicht.
„Ich übernehme die volle Verantwortung für die Sicherheitslücke“, schrieb Cheatle laut Nachrichtenagentur AP und „New York Times“ in einer E-Mail an Mitarbeiter der Behörde, die unter anderem für den Schutz amtierender und ehemaliger US-Präsidenten zuständig ist. Das Weiße Haus bestätigte den Rücktritt kurz darauf in einer Stellungnahme. US-Präsident Joe Biden kündigte an, in Kürze einen Nachfolger für Cheatle bekanntzugeben.
Sie habe die Entscheidung mit »schwerem Herzen« getroffen, so Cheatle weiter. Cheatle und ihre Behörde waren nach dem Anschlag auf Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania massiv in die Kritik geraten.
In einer Anhörung vor einem für die Kontrolle der Bundesbehörden zuständigen Ausschuss im US-Kongress hatte Cheatle am Montag massive Versäumnisse eingestanden. „Wir haben versagt“, sagte Cheatle. Auch sei der Attentatsversuch auf den früheren Präsidenten Donald Trump „das schwerste operative Versagen des Secret Service seit Jahrzehnten“, so die Direktorin.
Cheatle lehnte Rücktritt noch am Montag ab - Unmittelbar nach dem Anschlag auf Trump hatte sich Cheatle Berichten zufolge noch geweigert zurückzutreten. Auch bei der Anhörung im US-Kongress hatte Cheatle, die die Behörde seit August 2022 leitet, laut AP noch beteuert, die „richtige Person“ für den Job zu sein. Auf eine Aufforderung der republikanischen Abgeordneten Nancy Mace, Cheatle solle noch im Saal mit dem Schreiben ihrer Rücktrittserklärung beginnen, sagte Cheatle demnach: „Nein, Danke.“
Wie genau es zu dem Anschlag auf Trump kommen konnte, wird von den beteiligten Sicherheitsbehörden noch immer ermittelt. Der republikanische Präsidentschaftskandidat war bei dem Auftritt wohl nur durch großes Glück nicht tödlich von Schüssen getroffen worden und hatte den Angriff nur mit einer leichten Verletzung am Ohr überstanden.
Dem 20 Jahre alten Schützen Thomas Matthew Crooks war es gelungen, sich dem Ex-Präsidenten am 13. Juli auf 135 Meter bewaffnet zu nähern. Seine Schüsse, durch die ein Zuschauer der Veranstaltung getötet und zwei weitere schwer verletzt wurden, feuerte er vom Dach einer Halle ab. Erst kurz darauf wurde er selbst erschossen.
Der Secret Service ist dem US-Heimatschutzministerium zugeordnet. Mit 8300 Mitarbeitern und einem Budget von mehr als drei Milliarden Dollar hat der Secret Service sehr umfangreiche Aufgaben. Er muss einen stetig wachsenden Personenkreis schützen – Präsident und Vizepräsidentin, ehemalige Präsidenten sowie deren Familien, aber auch einige Minister, Präsidentschaftskandidaten und ausländische Staatsgäste. Die Behörde gilt als unterfinanziert.