Seoul könnte Sanktionen gegen Nordkorea aussetzen
Baku, 9. Januar, AZERTAC
Südkorea erwägt eine zeitweise Aussetzung von Sanktionen gegen den kommunistischen Norden. Sollte dies notwendig sein, um die Teilnahme einer nordkoreanischen Delegation an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang zu ermöglichen, werde es in Erwägung gezogen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul. Er verwies aber darauf, dass dies in Abstimmung mit dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und anderen Partnern geschehen müsse.
Erstmals seit rund zwei Jahren hatten sich hochrangige Vertreter der beiden verfeindeten koreanischen Staaten zu direkten Gesprächen getroffen. Die Unterredung fand in Panmunjom in der demilitarisierten Zone statt. Die Regierungen Nord- und Südkoreas verständigten sich grundsätzlich auf die Teilnahme einer nordkoreanischen Abordnung an den Spielen.
Die Delegation solle aus "Athleten, Vertretern des Nationalen Olympischen Komitees, Künstlern, einer Fangruppe, Beobachtern, einem Taekwondo-Demonstrationsteam und Journalisten bestehen", hieß es weiter. Südkoreas Vereinigungsminister Cho äußerte die Hoffnung, dass es in Pyeongchang "Friedensspiele" mit "sehr kostbaren Gästen aus dem Norden" geben werde.
Erst Ende November hatte der Uno-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea noch einmal verschärft. Neben Reiseverboten wird unter anderem die Lieferung von Mineralölerzeugnissen wie Benzin, Diesel und Schweröl an Nordkorea weiter begrenzt.
Die Wiederannährung beider Länder folgt auf die Neujahrsansprache von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Darin drohte Kim zwar erneut mit Atomwaffen, erwog aber gleichzeitig eine Entsendung nordkoreanischer Athleten zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea. Seoul antwortete mit einem Gesprächsangebot. Seither wurde bereits ein knapp zwei Jahre abgeschalteter Kommunikationskanal zwischen beiden Seiten wieder freigeschaltet.