Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Tepco leitet 1130 Tonnen kontaminiertes Wasser ins Meer

Baku, den 18. September (AZERTAG). Nach einem Unwetter hat der Betreiber des AKW Fukushima mehr als tausend Tonnen kontaminiertes Wasser ins Meer geleitet. Das Regenwasser sei nur schwach radioaktiv belastet.

Der Kraftwerksbetreiber Tepco bekommt die Probleme in Fukushima nicht in den Griff. Nachdem der Taifun „Man-yi“ am Montag auch Teile der Atomanlage unter Wasser gesetzt hatte, sei das Wasser in den Reservoirs „rapide“ angestiegen, sagte ein Verantwortlicher des Unternehmens am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Es gebe aber nur eine begrenzte Speicherkapazität für das radioaktiv belastete Wasser.

Die Arbeiter in Fukushima hätten daraufhin die radioaktive Belastung des Wassers gemessen und nur äußerst schwach kontaminiertes Regenwasser ins benachbarte Meer abgelassen, sagte der Tepco-Verantwortliche weiter. Demnach wurde Wasser, dessen Belastung mit Strontium höher als 30 Becquerel pro Liter war, wieder in die Reservoirs zurückgepumpt. Rund 1130 Tonnen Wasser wurden Tepco zufolge ins Meer gelassen.

Die Anlage war im Zuge eines schweren Erdbebens und eines Tsunamis im März 2011 schwer beschädigt worden. In mehr als tausend Reservoirs an verschiedenen Stellen des Komplexes lagern noch Hunderttausende Tonnen Wasser, das teils zur Kühlung der Reaktoren benutzt worden war, in denen es wegen der Naturkatastrophen zur Kernschmelze kam. Tepco hat bislang noch kein tragfähiges Konzept für den Umgang mit dem radioaktiv verseuchten Wasser vorgelegt.

400 Tonnen pro Tag - Täglich leitet Tepco Hunderte Tonnen Wasser von oben in die zerstörten Gebäude der Reaktoren eins bis drei. Das ist nötig, um die nach wie vor anfallende Wärme der geschmolzenen Reaktorkerne abzuführen. Das Wasser sickert aus den beschädigten Reaktoren in tiefer gelegene Räume und mischt sich dort mit Grundwasser, das von unten eindringt. Diese Brühe, die wegen des Kontakts mit dem Reaktorkern sehr stark radioaktiv verseucht ist, muss dann wieder abgepumpt werden, um ein Auslaufen ins Meer und ins Grundwasser zu verhindern.

Das abgepumpte Wasser - bis zu tausend Tonnen pro Tag - wird dann mit Ionenaustauschern gefiltert und entsalzen. Die Filter entfernen vor allem Cäsium. Andere Nuklide wie Strontium und auch Tritium sind nach wie vor im Wasser, das daher immer noch viel zu stark strahlt, um es beispielsweise einfach so ins Meer zu pumpen. Das kontaminierte Wasser wird daher in eigens dafür aufgestellten Tanks auf dem Kraftwerksgelände gelagert. Die Menge steigt täglich um etwa 400 Tonnen. In den etwa tausend Behältern in Fukushima befinden sich bereits 335.000 Tonnen Wasser.

Die strahlenden Wassermassen sind für den ehemaligen Anlagenbetreiber Tepco zu einem immensen Problem geworden. Eines, das der japanische Stromkonzern vermutlich wohl kaum mehr allein in den Griff bekommen wird: Der frühere Chef der US-Atomaufsichtsbehörde NRC, Dale Klein, hält eine schnelle Lösung für das radioaktiv kontaminierte Wasser für unmöglich. Das Problem „wird noch ein Jahrzehnt bestehen bleiben“.

Nach der anhaltenden Pannenserie in der AKW-Ruine hatte Japans Regierung kürzlich einen Notfallplan zur Eindämmung der Lecks beschlossen: 47 Milliarden Yen (360 Millionen Euro) sollen unter anderem in den Bau eines unterirdischen Eisrings fließen. Diese sogenannte Bodenvereisung soll das radioaktiv kontaminierte Areal abdichten. Ob diese Technik auch Erfolg haben kann, ist jedoch umstritten.

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